(Fortsetzung)Doch Johannes und die christ-
lichen Gemeinden mussten in den Jahrzehnten nach Jesu Tod und Auferstehung auch enttäuscht erleben, dass die Finsternis in den Herzen vieler Menschen das leuchtende Licht für sich ab-
lehnte. Wörtlich heißt es: „Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst.“ –
Diese Ernüchterung merkt man dem heutigen Text auch an. Nur eine Minderheit bekehrte sich, nahm Gottes Geschenk an und wurde selbst zu Christen.
„Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.“ - So heißt es weiter bei Johannes. Gott kommt in sein Eigentum, und man schlägt ihm die Tür vor der Nase zu. Eintritt für den Herrn und Gott unerwünscht.
Ist das nicht furchtbar? Es sind die Seinen, heißt es ausdrücklich. Die Seinen nahmen ihn nicht auf. Wir gehören Gott, wir sind sein Eigentum, wir gehören zu ihm. Aber wir tun so, als ginge uns das nichts an. Nein danke, wir brauchen nichts!
Mehr noch: Dieser Gottessohn Jesus wurde aus-
gesprochen lästig. Für so jemand war auf Dauer kein Platz in den Machtgefügen dieser Welt.
Im griechischen Urtext heißt es „ou topos“. Das heißt nicht nur: kein Platz, sondern wir erkennen unschwer das Wort „Utopie“ darin wieder. Das heißt: In den Denk-Kategorien dieser Welt werden die Gedanken, das Handeln und die Aufforderungen Jesu an uns einfach für utopisch erklärt, für Schaumschlägereien eines realitätsfremden Träumers. Lieber Gott, du hast ja keine Ahnung, soll das eigentlich heißen.
Wir echten Menschen brauchen nun mal unsere strengen Religionsvorschriften, unsere Mauern, unsere Grenzen, unsere Panzer und Atom-Raketen. Wenn du wüsstest, wie die anderen Menschen wirklich sind! Wenn die so wären, wie wir eigentlich sein sollten, dann, ja dann…
Genau da liegt der große Denkfehler, sagt nicht nur das heutige Evan-
gelium. Gott hat nicht mal so nebenbei Mensch gespielt, weil ihm vielleicht lang-
weilig war und er mal was erleben wollte.
Er hat sich nicht etwa als Mensch verkleidet, um sich dann dünne machen zu können, wenn es brenzlig wird.
Nein, sagt auch Johannes, das Wort Gottes ist wirklich und wahrhaftig Fleisch geworden. Nicht geboren wie ein Mensch, sondern geboren als Mensch.
Gott wird mit uns leibhaftig solidarisch gegen Ungerechtigkeit, Leid und Not. Alles, was Menschen erleiden und erleben, ist ihm wohlbekannt, die Hochzeiten ebenso wie die Trauerfeiern, die Egoisten (auch die in religiöser Verkleidung) ebenso wie die Umkehrwilligen, den Zöllner und Obergauner Zachäus eingeschlossen. Jüngere Kinder fragen dann schon mal, wenn sie das im Unterricht hören: „ War Jesus wirklich ein Mensch in echt?“ – Ja, in echt!
Die Menschwerdung Gottes war und ist kein Spiel, sondern blutiger Ernst. Man lese es selbst in der Leidensgeschichte nach.
Johannes formuliert dann weiter: „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.“
Genauer heißt es im Urtext allerdings nicht einfach nur wohnen, sondern „zelten“. Gott schlägt mitten unter uns sein Zelt auf – was für ein schönes Bild! -
Er steht nicht irgendwo auf einem unbeweglichen Denkmal-Sockel, um sich dann und wann verehren zu lassen. Nein, Gott ist mittendrin im wirklichen Leben. So wie die Israeliten früher jahrelang weiterzogen bis ins Gelobte Land und die Bundeslade immer dabei hatten, so ist Gott in Jesus zu uns gekommen, mitten hinein in unser Getümmel, mitten hinein in unser Glück und Leid, in unsere Hoffnung und Enttäuschung, in unsere Freude, unseren Schmerz. Er hat uns nicht im Dunkeln sitzen lassen. Er ist da, wo wir sind. Er zieht mit uns in unserer Unstetigkeit, wenn wir mal wieder irgendwo die Zelte abbrechen müssen auf dem Weg zu unserem Ziel. Er geht mit, durch dick und dünn. Seine Weihnachtsgrüße stehen nicht nur auf dem Papier.
Dieses Motiv des Zeltes hat auch die Kirche aufge-
griffen. Sie spricht vom wandernden Gottesvolk, und daher sind auch zahlreiche Kirchengebäude in zeltähnlicher Form konstruiert. "Wir sind nur Gast auf Erden und wandern ohne Ruh", heißt es auch treffend in einem Kirchenlied („Gotteslob“ Nr. 656). Wir als Christen wissen, dass das so flexible Zelt ein gutes Symbol für uns ist: Unser Leben hier auf Erden währt nicht ewig. Es ist nur kurzfristig, hat ein Verfallsdatum, dass wir selbst nicht lesen können. Wir können hier nichts wirklich dauerhaft einzementieren; von einem Moment zum anderen kann alles dahin sein, was man so gerne für immer konservieren möchte: Gesundheit, Wohlstand, Arbeit, Glück.
Kommen wir zum Schluss des heutigen Evangeliums. Dort heißt es: „…und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.“
Johannes schreibt ausdrücklich: „Wir haben…“ –
Das soll heißen: Wer dem Mensch gewordenen Jesus nicht die Türe vor der Nase zuschlägt, sondern wer ihn zu sich hereinbittet, der wird ihn auch kennen-
lernen können. Das hat Johannes nicht alleine so erlebt, sondern mit ihm viele Christen in den Gemeinden, damals und heute.
Jesus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben, wie er auch von sich selbst sagt (Joh 14,6). Wer ihn gesehen hat, der hat den Vater im Himmel gesehen. Gott lässt diejenigen, die ihn bei sich aufnehmen, nicht im Dunkeln sitzen. Wer ihn wirklich bei sich aufnimmt, bekommt die Kraft, ein Gotteskind zu werden.
Dann muss man nicht mehr schwarz sehen.
Dann darf man von Herzen Weihnachten feiern, und das sogar, genau genommen, ein ganzes Erdenleben lang. Da haben wir sein Wort drauf.
Predigt Pfr. Karl Sendker
Predigt Eberhard Gottsmann
Bischofssynode 2008 über das Wort Gottes
Erscheinung des Herrn – 06.01.2008 - Mt 2,1-12 (ABC)
Gute Vorsätze für 2009 – Eine Umfrage
Ihre Lebensuhr – so viel Zeit von Gott geschenkt
Herr Meiser ist schon 45 und zu seinem Bedauern immer noch nicht verheiratet. So geht er schließlich zu einem Heiratsinstitut. Die freundliche Dame im Büro hat seine Daten schon abgefragt und bittet ihn dann, seine Vorteile mit eigenen Worten zu beschreiben.
„Ich trinke nicht, ich rauche nicht, ich bin kein Spieler und ich flirte schon gar nicht mit anderen Frauen. Ich helfe gerne jeden Tag im Haushalt und lese meiner zukünftigen Frau selbstverständlich jeden Wunsch von den Lippen ab!“
Die Vermittlerin ist begeistert: „Na, da werden wir sicher schon bald jede Menge Bewerberinnen für Sie haben! Aber sagen Sie mal, haben Sie denn eigentlich keinen Fehler?“
Herr Meiser lächelt etwas gequält und sagt: „Nun ja, ich muss zugeben, dass ich ziemlich oft lüge…“
Pfarrer Meier hält seinen letzten Gottesdienst in der Gemeinde. Anschließend beim Abschied stehen ihm und vielen seiner Schäfchen die Tränen in den Augen. Natürlich weiß er, wie wichtig jetzt ein tröstliches Wort des Seelsorgers ist: „Ihr bekommt bestimmt
bald einen neuen Pfarrer, der viel besser ist als ich!“
„Das glauben wir nicht“, meint da der Pfarr-
gemeinderatsvorsitzende, „das hat uns der Herr Bischof beim Abschied Ihres Vorgängers schließlich auch versprochen!“
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