17.12.2008

4. Adventssonntag B - 21.12.2008

(Fortsetzung)

So lässt der Engel seiner Gesprächspartnerin Maria Zeit für Nachfragen und Bedenken: „Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?“

Maria nimmt kein Blatt vor den Mund.

Sie sagt, was sie denkt. Wie soll das geschehen?

Gabriel antwortet ihr: „Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten.“

Was für ein herrliches Bild für etwas, was unserem naturwissenschaftlich orientierten Verstand widerstrebt, der immer nur 1 und 1 zusammenzählen will und so tut, als müsse sich Gott gefälligst dem unterordnen, was wir bisher an Naturgesetzen erkannt haben wollen. Dem Gott, der aus dem Nichts alles so wunderbar erschuf, dem trauen viele trotz des Hinweises von Gabriel noch nicht einmal eine Geburt aus einer Jungfrau zu.


Doch der Heilige Geist lässt sich nicht so klein machen wie der menschliche Verstand. Wie ein Schatten wird er über Maria kommen, heißt es.

Als wir Kinder waren, haben wir alle gerne Schattenspiele gemacht. Wenn wir genau in den Schatten eines Größeren getreten sind, war unser eigener Schatten einfach nicht mehr sichtbar, unsere eigene Statur nicht mehr zu erkennen. Unser Schatten war vereint mit dem größeren Schatten. Im heißen Israel wusste man zudem: was überschattet ist, das kann leben, das muss nicht in sengender Sommersonne verbrennen. So deutet das Bild des Engels nur an: Der große Gott ist Schattenspender und Lebenspender, ohne dass dafür auch nur eine Berührung erforderlich wäre.

Freilich, um Missver-

ständnissen vorzubeugen:

Wir feiern an Weihnachten nicht irgendwelche biologischen Tricks von Gott. Die hat Gott nun wirklich nicht nötig. Wir feiern das unfassbar große Geschenk der Gnade und Liebe Gottes, unseres Herrn.

Für die Gottessohnschaft Jesu ist ohnehin gar nicht entscheidend, dass Jesus weder Josef noch einen anderen Mann als Vater hatte. „Die Lehre vom Gottsein Jesu würde nicht angetastet, wenn Jesus aus einer normalen menschlichen Ehe hervorgegangen wäre“, schreibt Papst Benedikt XVI. daher in seinem Buch „Einführung in das Christentum“ (S.22)

Die Empfängnis Jesu bedeute eben nicht, schreibt er weiter, dass in Jesus ein neuer Gott-Sohn in Maria entstehe, denn der dreieinige Gott ist in Ewigkeit Vater, Sohn und Geist. Vielmehr ziehe „Gott als Sohn in dem Menschen Jesus das Geschöpf Mensch an sich“. Jesus ist also wahrer Gott und wahrer Mensch, wie wir es im Großen Glaubensbekenntnis („Gotteslob“ Nr. 356) auch aussprechen.


Doch zurück zu der Szene im heutigen Evangelium. Um Maria das Verständnis und die Entscheidung zu erleichtern, verrät der Erzengel Gabriel ihr noch ein Geheimnis: ihre schon recht alte Tante Elisabeth, die seit Jahrzehnten als unfruchtbar galt, erwartet jetzt ein Kind und ist bereits im sechsten Monat. Und Gabriel fügt erklärend hinzu: „Denn für Gott ist nichts unmöglich.“

Dieses Zeichen Gottes räumt bei Maria die letzten Zweifel und Ängste aus dem Weg. Was nach menschlicher Erkenntnis eigentlich gar nicht passieren kann, was keine Frucht mehr hervorbringen kann, das kann Frucht tragen, wenn Gott es nur will.

Maria weiß nun genug, um eine Entscheidung treffen zu können. Sie ist sich nun der Größe dieses Gottesgeschenkes bewusst. Voller Demut vor dem Herrn gibt sie dem Engel ihr JA-Wort: „Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.“


Auch hier ist die Übersetzung etwas ungenau. Wörtlich heißt es eigentlich nicht „Magd“, sondern „Sklavin“. Damit will Maria zum Ausdruck bringen, dass sie nun in absolutem Vertrauen in Gottes Ratschluss eingewilligt hat und stets das tun will, was seinem Willen entspricht. Ihr beherztes JA-Wort macht den Weg frei für Gottes Pläne, für Weihnachten für uns alle, damals und heute.


Das große Vorbild der Jungfrau Maria, die ihre eigenen Lebenspläne und Wünsche zurückgestellt hat, kann uns eine große Hilfe für unser eigenes Leben sein. Ihr großes Gott-

vertrauen kann auch uns Mut machen, zu JA-Sagern zu werden. Gerade in den letzten Tagen der Adventszeit, unmittelbar vor dem großen Fest der Geburt Christi, sollten wir innehalten. Wir haben das Fest vorbereitet. Aber haben wir es wirklich vorbereitet? Haben wir uns wirklich vorbereitet? Können wir schon JA sagen, wenn Gott uns braucht?




Verkündigungsbasilika in Nazareth: Fotos, Infos

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Historische Kurz-Info über Nazareth

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Johanna Domek: Wie soll das geschehen? (Lk 1,34)

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Lk 1,26-38: „Ein gutes Gespräch“

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Monika Dittmann: „Um Himmels Willen…!“ (Predigt)

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Joachim und Anna, die Eltern Mariens

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Über Geburt und Kindheit Mariens

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Die letzte Adventswoche ist angebrochen, und Familie Müller sitzt mit ihren beiden Kindern beim Abend-

essen. Es ist unvermeidlich, dass es jetzt auch immer mal wieder um das Thema Weihnachten geht.

Auf einmal bemerkt die fünfjährige Chantal:

„Mami, Papi, was wünscht ihr euch eigentlich zu Weihnachten?“

Die Eltern sind natürlich gerührt. Wie sich das gehört, winkt die Mama lächelnd ab: „Ach, eigentlich nichts. Oder doch: Wir wünschen uns zwei liebe Kinder!“

„Prima!“, ruft Chantal, „dann haben wir endlich zwei Spielkameraden!“


Ein großer Tag im örtlichen Zisterzienserkloster: Ein Pater wird als ältester Priester des ganzen Bistums gebührend gefeiert, und natürlich ist auch die Presse mit dabei. Der Reporter will unbedingt wissen, wie er es angestellt habe, mit seinen 94 Jahren noch so rüstig zu sein.

Da hören alle natürlich gespannt hin. Der Jubilar verkündet: „Mein Geheimnis heißt Knoblauch!“ -

Aus dem Hintergrund hört man einen Mitbruder aufstöhnen: „Ein Geheimnis ist das leider wirklich nicht…!“


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