10.12.2008

3. Adventssonntag B - 14.12.2008

(Fortsetzung)


Nein, er ist nicht der Messias.

Nein, er ist nicht der Prophet Elija,

von dem viele erhofften, dass er wieder lebendig würde.

Nein, er ist auch nicht der von Mose angekündigte große Prophet.

Da wird die Abordnung doch etwas ungeduldig, denn es heißt im Evangelium:

„Da fragten sie ihn: Wer bist du? Wir müssen denen, die uns gesandt haben, Auskunft geben. Was sagst du über dich selbst?“

In aller Demut bekennt Johannes nun: Ich bin doch nur eine Stimme, ich bin nur wie ein Nachrichten-

sprecher. Nicht ich bin wichtig, sondern die frohe Nachricht, die ich euch verkünden soll. Nur darum

geht es! Kapiert das doch!


Doch so schnell gibt man sich nicht geschlagen. Nachdem Johannes mit seinem dreimaligen NEIN selbst seine Autorität kleingeredet hat, haken einige mitgekommene Pharisäer nochmal nach: Wenn du das alles nicht bist, wie du selbst zugibst, warum taufst du dann?

Das soll heißen: Wenn du wirklich so unbedeutend bist, wie du sagst, woher nimmst du dann das Recht, hier so machtvoll aufzutreten, zur Umkehr auf-

zufordern und zu taufen?

Damit geben sie zu verstehen, wie ungehalten sie darüber sind, dass Johannes von allen Buße und Umkehr verlangt. Schließlich sind sie doch die Guten und Frommen, die haarklein auf die Einhaltung der Gebote achten.


Auch jetzt widersteht Johannes der Ver-

suchung, sich selbst geschickt ins rechte Licht zu rücken.

Er verzichtet auf lange Erklärungen über seinen Auftrag von Gott, der ausnahmslos alle betrifft. Vermutlich würden sie ihn ohnehin nicht verstehen.

Sie haben ihre spezielle Brille auf. Sie sehen nur, was sie sehen wollen, und sie hören nur, was sie hören wollen.

Man kann sehen und hören und doch blind und taub sein.

Johannes greift die Frage der Pharisäer nach

seiner Berechtigung aber auf und erwidert ganz bescheiden: „Ich taufe mit Wasser.“

Wir würden heute vielleicht übersetzen: Was ich mache, das kann doch jeder, ich koche auch nur mit Wasser! Ich taufe jeden, der zu mir kommt, seine Sünden aufrichtig bereut und um die Taufe bittet!


Sein direkt nachfolgender Satz jedoch steht jedoch damit im Zusammenhang und ist entscheidend: „Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt und der nach mir kommt; ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnüren.“

Auf einmal wird Johannes gesprächig. Keine kurze Antwort, sondern eine ganz ausführliche Erklärung liefert er seinen Kontrolleuren. Jetzt, wo er ohne Nennung des Namens von Jesus spricht, legt er sich so richtig ins Zeug.

Er legt Zeugnis ab für das Licht, für denjenigen, der so viel größer ist als er. Dieser Jesus ist so unbeschreiblich groß, dass die Fragenden ihn nicht kennen, noch nicht wahrnehmen können.

Das heißt: Mit Jesus wird die Weltgeschichte ganz neu geschrieben, er ist mit nichts und niemand Bekanntem vergleichbar.

Er ist schon da, „mitten unter euch“, also mitten in dieser unserer Welt, wie Johannes in Anlehnung an den Propheten Jesaja formuliert.


Nun sollte man eigentlich annehmen, dass die Abordnung aus Jerusalem weiter fragt, dass sie sich kundig machen will über den, der so viel größer ist als der schon so faszinierende Johannes.

Doch zu unserem Erstaunen geschieht nichts dergleichen. Sie erkennen die Bedeutung und Brisanz der Aussage von Johannes einfach nicht.

Das liegt jenseits ihres Vorstellungsvermögens und vor allem jenseits ihres Auftrages. So belassen sie es dabei und haken nicht weiter nach. Sicher sind sie nur heilfroh, dass sie ihre Inspektionsreise bald hinter sich haben. In der Wüste zurück bleibt nur ein eindrucks-

voller Zeuge, den die offiziellen Besucher nicht verstanden haben.


Wer den an das heutige Evangelium direkt an-

schließenden Abschnitt liest (Joh 1,29-34), der erfährt auch prompt, wie aktuell Johannes mit dieser Aussage ist, denn dort heißt es gleich zu Beginn: „Schon am Tag darauf sah er Jesus auf sich zukommen…“ -

Jesus kommt also zu Johannes in die Wüste, stattet ihm seinen ersten Besuch ab.


Was aber sagt uns heute persönlich und ausgerechnet so kurz vor Weihnachten dieses Evangelium mit dem Glaubenszeugnis des Johannes?

Es ist schon wie ein überdeut-

licher Wink mit dem Zaunpfahl: die Bibel fordert uns mit den Worten des Johannes auf, unsere Augen und Ohren offen zu halten. Der Herr selbst wird kommen, ja, er ist schon mitten unter uns! Wir sind aufgerufen, ihn wahrzunehmen und zu ihm zu gehen.

Weihnachten – das ist weit mehr als Tannenbaum, besinnliche Stunden und Geschenke. Weihnachten – das heißt: wie Johannes die frohe Nachricht weitersagen dürfen: Christus, unser Retter, ist da!


So weit wie es ihm möglich ist, sollte jeder Christ wie Johannes sein: ganz konzentriert und ausgerichtet auf den kommenden Herrn. Mehr noch: wie Johannes sollen wir auch Zeugnis ablegen, in Wort und Tat einstehen für unseren Glauben. Man nennt das auch: Flagge zeigen.

Bei Schiffen wissen die anderen anhand der gehissten Flaggen sofort viele Einzelheiten über Schiff und Ladung. Wenn wir zur Kirche gehen, wenn wir im Beruf, in der Familie, bei Freunden und Bekannten Flagge zeigen, dass wir uns zu Jesus Christus als unserem Herrn bekennen, dann kann der Herr kommen, und nicht nur zu Weihnachten.




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Beim Konveniat gehört es zur Entspannung einfach auch dazu, dass die Herren Pfarrer über die ach so schlechte heutige Zeit sinnieren. Das wird mit den mittlerweile traditionellen Beispielen wie dem Sonntag nach der Erstkommunion gefüllt, denn da fehlen schon zwei Drittel der „Neuen“.

Der neue Kaplan macht sich unbeliebt: „Die Krimi-

nalität war früher aber wesentlich höher als heute!“ – Das verblüfft die gestandenen Pfarrer denn doch, und man verlangt einen Beweis für die kühne Behauptung.

Der Kaplan schelmisch grinsend: „Na, beispielsweise gab es zu den Zeiten von Kain und Abel noch fünfzig Prozent Mörder unter den jungen Leuten…!“


Die dreijährige Ina hat gut aufgepasst und singt deshalb aus voller Kehle vor dem Mittagessen beim Tischgebet mit, zumal heute Besuch dabei ist:

„Segne, Vater, diese Gabeln…!“


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