(Fortsetzung)Auch die Heilige Familie hatte ihre Sorgen und Nöte. Aber andererseits wurde in ihr offenbar auch vieles grundgelegt, was wir an Jesus so schätzen: seine feste Verbundenheit mit den Geboten der Religion, aber auch seine so großartige Hinwendung zu Menschen in Not, seine Offenheit anderen gegenüber auch über gesellschaftliche Schranken hinweg,
sein großes Vertrauen in die Umkehrmöglichkeit von Menschen und vor allem das felsenfeste Vertrauen in den liebenden Gott. In dieser Familie wurde Jesus erzogen und geprägt.
Die große Bedeutung der Familie für die Entwicklung des Glaubens ist auch heute allen Verantwortlichen bewusst. Die Familie ist nicht nur Grundlage der Gesellschaft, sondern auch der wichtigste Weg in die Gemeinschaft der Kirche. Gott hätte in seiner Weisheit sicher auch einen ganz anderen Weg wählen können, um als Mensch in diese Welt einzutreten. Offenbar hat er ganz bewusst diesen Weg über die Geburt und über die Familie gewählt.
Für die Kirche ist die Familie ein wichtiges Thema. Bereits 1999 haben die deutschen Bischöfe öffentlich beklagt, dass Familien „vielfach benachteiligt“ werden. Wer viel Lebenszeit für seine Kinder einsetzt, der kann in dieser Zeit nicht außer Haus arbeiten. Weniger Arbeit bedeutet aber weniger Lohn und später im Alter auch weniger Rente. Ausgerechnet diejenigen, die durch ihre Arbeit mit Kindern entscheidend zum Miteinander der Generationen und zur Sicherung zukünftiger Rentenzahlungen beitragen, werden durch strukturelle Ungerechtigkeiten abgestraft. Nicht nur die deutschen Bischöfe finden, dass dies „in beson-
derem Maße ungerecht“ ist.
Doch die Kirche muss auch vor der eigenen Haustüre kehren. So erinnert beispielsweise der Bamberger Erzbischof Dr. Ludwig Schick in einem Hirtenwort daran, dass man sich überall intensiver bemühen sollte, die Pfarreien so familienfreundlich wie möglich zu machen.
Doch zurück. Wir sind ja noch Zeuge einer besonderen Begegnung im Jerusalemer Tempel. Der alte Simeon hat nicht nur das Kind an sich gedrückt und hat nicht nur prophetische Worte gesprochen. Er hat noch etwas ganz Entscheidendes getan. Erinnern Sie sich?
Es heißt im Evangelium ausdrücklich: „Und Simeon segnete sie…“ - Hier wird das ganz anschaulich und konkret, was wir gerade an Appellen der heutigen Kirche gehört haben. Simeon ist ganz extrem familienfreundlich. Er segnet diese Familie öffentlich im Tempel.
Das ist mehr als eine Kindersegnung, wie sie in diesen Tagen in vielen Pfarreien praktiziert wird. Simeon segnet die ganze Familie. Segnen, das ist nicht nur ein netter, tröstlicher Spruch und vielleicht etwas Weihwasser.
Segnen – das ist entschieden mehr: Wenn man jemanden segnet, dann ist einem dieser Mensch ans Herz gewachsen. Man ist in Gedanken bei ihm, man will alles nur Erdenklich Gute für ihn oder sie. Segnen, das ist nicht nur eine rituelle Handlung wie bei Eheschließung oder wie z.B. beim Primizsegen. Es kann sogar eine Lebenshaltung sein, ein Lebensstil. Wer segnet, der vertraut einen Menschen damit ausdrücklich Gott und seiner Gnade an, der Liebe und Güte des barmherzigen Gottes.
Segnen – das kann nicht nur Simeon. Segnen – das kann jeder. Begleiten wir die Menschen, die uns in Familie, Kirche und Alltag begegnen, ausdrücklich mit unserem Segen!
Wer segnet, der liebt und vertraut. Wer segnet, der ist überzeugt, dass der gute Gott und seine Engel über allem wachen.
Das wusste damals im Tempel auch noch eine weitere Person, die am Schluss des heutigen Evangeliums einen ganz kurzen Auftritt hat. Es ist eine gottesfürchtige Frau namens Hanna, schon 84 Jahre alt. Viele Jahrzehnte lebte sie als arme Witwe am Rande der Gesellschaft, schutzlos und ohne Rente oder andere Absicherungen. Sie war von außen gesehen wirklich arm dran.
Von innen gesehen war sie jedoch alles andere als arm. Kein Schicksalsschlag konnte sie von Gott trennen. Armut, Einsamkeit, Trauer, Hilflosigkeit – alles nahm sie an in Liebe zu Gott. Wir haben gehört, dass sie sich Tag und Nacht im Tempel aufhielt und Gott mit Fasten und Beten diente.
Sie war eine weise Frau geworden, die wie Simeon wusste, worauf es im Leben wirklich ankommt.
Auf alles konnte sie verzichten, aber nicht auf die Gegenwart Gottes im Tempel. Dort hält sie gerade Fürbitte für andere Menschen, als auch sie auf Maria und Josef aufmerksam wird. Ohne Fragen stellen zu müssen, erkennt sie sofort die Bedeutung dieses Kindes. Hanna kommt eilig hinzu, preist Gott und macht alle im Umkreis aufmerksam, wenn auch offensichtlich mit nur mäßigem Erfolg.
Maria und Josef jedenfalls kommen jetzt erst nach dieser aufschlussreichen Störung zum eigentlichen Zweck ihres Tempelbesuches. Nach den üblichen Handlungen des Priesters kehren sie nach Nazareth zurück.
Zum Schluss des heutigen Evangeliums heißt es nur: „Das Kind wuchs heran und wurde kräftig; Gott erfüllte es mit Weisheit, und seine Gnade ruhte auf ihm.“ - Mehr erfahren wir nicht.
Ganz bewusst hat das Evangelium den Schwerpunkt auf die atemberaubende Begegnung im Tempel gelegt. Das heißt, dass wir alle genau darüber nachdenken sollten. Sonst wäre die Szene wohl kaum erzählt und aufgeschrieben worden.
Hunderte waren zu jener Stunde im Tempel, doch nur ganz wenige haben das Entscheidende wahrgenommen. Da wurde gebetet, da wurde ge-
opfert, da wurde getan und gemacht. Direkt neben-
dran geschah das große Wunder, und kaum einer hat es bemerkt.
Wie kann das nur sein? Müssten nicht alle sofort aufmerksam werden auf den alten Mann und die alte Frau, so aufgeregt und völlig aufgelöst wie die beiden waren?
Nichts dergleichen. Alle waren nur mit sich selbst beschäftigt. Wahrscheinlich sogar in bester Absicht verrichteten sie, was die religiösen Vorschriften von ihnen verlangten. Das Heil jedoch haben sie nicht gesehen. Dazu waren sie viel zu beschäftigt.
Dazu waren sie aber auch viel zu wenig vorbereitet. Sie haben nichts von den beiden Alten gelernt.
Die frommen Tempelbesucher und Priester haben nie gelernt, wirklich aktiv und voller Sehnsucht zu warten. Sie haben nicht gelernt, ganz genau hinzuhören und hinzusehen. Sie haben nicht wirklich damit gerechnet, dass die Prophezeihungen gerade jetzt und hier wahr werden könnten. Man könnte sagen: Sie haben nur rein formal geglaubt, aber nicht mit jeder Faser ihres Herzens. So haben sie die große Stunde schlicht und einfach verpasst.
Sie hatten gar keine Chance auf einen Sechser im Lotto, obwohl sie die richtigen Zahlen wussten. Sie haben erst gar nicht auf dieses kleine Kind getippt. Gott aber kommt nicht mit Donnerhall, Show-Treppe und Glitzer und Licht-Effekten. Nein, er kommt als Mensch, ganz unauffällig und bescheiden. Du kannst ihn sehen. Sei bereit!
Rembrandt’s letztes Bild: Simeon mit Jesuskind
Predigt zu Hl. Familie B
Hörpredigt Kardinal Meisner zu Lk 2,22-40 (Darstellung des Herrn
2.Febr = ebenfalls dieses Evangelium!)
Meine Gedanken zum 1.Januar: Hochfest der Gottesmutter Maria
Material zum Familiensonntag 18. Januar 2009
pdf Arbeitshilfe zum Familiensonntag 2009
Elternbriefe „du + wir“ der Kath. Kirche
Arbeitsgemeinschaft für kath. Familienbildung
Familienkatechese (Prof.Dr.Biesinger)
Katholische Elternschaft Deutschlands
Familie, die kleine Kirche (Broschüre Erzbistum Köln)
Vatikan: Weltfamilientreffen Januar 2009 in Mexiko
Erzbischof Dr. Schick: Familienfreundliche Pfarrei! (pdf)
Baugeld vom Pfarrer
Familienwegweiser der Bundesregierung
dbk Hirtenschreiben Nr. 61 pdf Ehe und Familie
Arbeitshilfe Nr. 215 Hier beginnt die Zukunft
Familie statt Kirche (Umfrage in Deutschland)
Die etwas schlichte Frau Höhler zählt zu den treuesten Gottesdienstbesuchern der Gemeinde. Heute jedoch stutzt der Pfarrer, als er vor der Sonntagsmesse an ihrem Platz vorbeikommt: Da liegt doch tatsächlich ein Gebiss auf ihrem Gebetbuch!
Er vermutet Zahnschmerzen und will Trost spenden: „Ach, Sie haben Kummer? Das Gebiss drückt wohl ein wenig beim Singen?“
Die Angesprochene meint: „Nee, der Kummer hat jetzt ein Ende. Das Gebiss gehört meinem Mann daheim. Der frisst mir jetzt nicht mehr den Rinderbraten weg!“
Drei Schotten besuchen als Touristen eine Heilige Messe im Kölner Dom und sind beeindruckt.
Mit Entsetzen sehen sie jedoch, wie mitten im Gottesdienst aufmerksame Messdiener von Bank zu Bank gehen und die Kollekte einsammeln.
Das bedrohliche Körbchen kommt näher und näher.
In letzter Sekunde entschließt sich einer der Schotten zu einer Ohnmacht. Die beiden anderen packen ihn und tragen ihn hinaus…
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