Doch dann kam das, was in einer bekannten Redewendung so klingt: Der Mensch denkt, und Gott lenkt. - Gott griff energisch in das Geschehen ein: Er schickte einen Boten, einen Engel, der Josef zum Traum-Mann machte.
Im Traum wurden ihm die Augen geöffnet, und er bekam sogar den Auftrag, die juristische Vaterstelle anzunehmen. Die Namensgebung war damals eine ehrenvolle Aufgabe, die immer nur dem Vater zufiel. - Der Engel hielt sich nicht mit langen Reden auf: „Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben.“
Das war eine klare Ansage! Und Josef?
Maria hatte, als der Engel ihr erschienen war, gleich nachgefragt: Wie soll das geschehen? Nicht so Josef! Er hatte keine Frage, und er antwortete auch nicht, zumindest nicht mit Worten. Der Engel im Traum war für ihn dennoch so real wie eine Engel-Begegnung am hellichten Tag. Josef tat den Traum nicht als Träumerei ab, sondern er wusste, dass Gott auch über Träume mit uns in Verbindung tritt. Josef ist ein Mann der Tat. Er gehorchte, auch wenn er nicht alles verstand. Heute ist es genau anders: heute will man alles verstehen, aber nicht gehorchen.
Josef gibt uns mit seinem Verhalten einiges zum Nachdenken. Er übernahm die Verantwortung, die ihm der Engel zugedacht hatte. Für ihn ist es typisch, dass er weder fragte noch antwortete. Seine Rolle war eher die hinter Jesus und Maria, und nicht an vorderer Stelle. Josef, der Traum-Mann war ein Mann mit Güte, mit Geduld, mit Herz. Mehrmals noch wird in der Bibel davon erzählt, wie er ohne Wenn und Aber dem Ruf Gottes folgte.
So ist der heilige Josef auch für uns heute ein wirkliches Beispiel: Gott gehorchen und dienen kann man auch in der zweiten Reihe. Nicht jeder kann und will im Vordergrund stehen.
Es kommt für Gott auch nicht darauf an, was wir sagen; es kommt darauf an, was wir tun. Gott findet wie bei Josef immer einen Weg zum Ziel. Auch wenn manche Situation im Leben eher zum Davonrennen ist – denken wir an Josef, der seine zugedachte Rolle im Plan Gottes liebend angenommen hat.
Vielleicht denken wir daran, wenn wir im Vaterunser beten: „Dein Wille geschehe!“ - Wenn Gottes Wille auf Erden geschieht, dann ist wirklich Weihnachten!
Josef von Nazareth
Dr. Jörg Sieger: Josef, Mann der Tat
Hörpredigt Pfr. Liebig, ca. 11 min. (MP 3)
Ansprache: Josef gehorcht
Der heilige Josef
pdf-Datei: Der hl. Josef, skizziert nach den Evangelien
Die letzte Adventswoche ist angebrochen, und Familie Müller sitzt mit ihren beiden Kindern beim Abend-
essen. Es ist unvermeidlich, dass es jetzt auch immer mal wieder um das Thema Weihnachten geht.
Auf einmal bemerkt die fünfjährige Chantal: „Mami, Papi, was wünscht ihr euch eigentlich zu Weihnachten?“
Die Eltern sind natürlich gerührt. Wie sich das gehört, winkt die Mama lächelnd ab: „Ach, eigentlich nichts. Oder doch: Wir wünschen uns zwei liebe Kinder!“
„Prima!“, ruft Chantal, „dann haben wir endlich zwei Spielkameraden!“
Ein großer Tag im örtlichen Zisterzienserkloster: Ein Pater wird als ältester Priester des ganzen Bistums gebührend gefeiert, und natürlich ist auch die Presse mit dabei. Der Reporter will unbedingt wissen, wie er es angestellt habe, mit seinen 94 Jahren noch so rüstig zu sein.
Da hören alle natürlich gespannt hin. Der Jubilar verkündet: „Mein Geheimnis heißt Knoblauch!“ -
Aus dem Hintergrund hört man einen Mitbruder aufstöhnen: „Ein Geheimnis ist das leider wirklich nicht…!“
2.Vorschlag: Am Heiligen Abend
MITTWOCHSGEDANKEN ZUR SONNTAGSPREDIGT:
Bitte umsteigen!
Wer mit der Bundesbahn, mit U-Bahn, Straßenbahn oder Linienbus fährt, der kennt das: Um an ein weiter entferntes Ziel zu gelangen, muss man oft mehrmals umsteigen.
Das kann nicht nur sehr anstrengend und verwirrend sein, sondern man muss auch noch zusehen, dass man die passende Anschlussverbindung in der oft knappen Zeit noch rechtzeitig erwischt. Ein davon gefahrener Zug bedeutet auf jeden Fall Zeitverlust. Manchmal kann man bei Fernverbindungen durch Irrtum oder Verspätung sein Ziel an diesem Tag überhaupt nicht mehr erreichen. Das schafft zusätzliche Kosten und Ärger.
Die richtige Verbindung bekommen – das ist heutzutage ein ganz allgemeines Problem. An jeder Ecke, in jeder Talkshow, in jeder Werbung findet sich jemand, der es angeblich gut mit mir meint und ganz genau weiß, was er oder sie mir empfehlen kann, damit es mir gut geht, damit ich glücklich bin. Tag für Tag werden wir zugedröhnt mit bunt schillernden Versprechungen. Jedes Waschmittel ist natürlich das wirksamste der Welt, jede Creme ist die haut-
freundlichste und macht um Jahre jünger, und alle Verkäufer überschlagen sich mit Sonderangeboten für ihr tolles Produkt.
Offensichtlich leben wir also im Paradies oder im Gelobten Land. Wir sind satt und wir haben von allem satt genug, zumindest im Vergleich mit den meisten Ländern dieser Erde.
Auch wenn es in der Wirtschaft jetzt heftig kriselt und viele um ihren Arbeitsplatz und Wohlstand bangen müssen: Bitte keine Panik auf der Titanic! Alles im grünen Bereich!
Und Gott? Der scheint sowieso ganz weit weg zu sein, jedenfalls nach Meinung der meisten Leute. Ob er vielleicht ein längeres Nickerchen hält, ob er sich im Streik befindet oder ob er vielleicht ganz außer Betrieb ist?
Die vielen zum Teil himmelschreienden Ungerechtigkeiten auf dieser Erde verführen viele Menschen dazu, das alles einem untätigen Gott in die Schuhe zu schieben. Immer, wenn etwas Schreckliches passiert, privat oder bei einer großen Katastrophe, sind schnell die Schlagzeilen formuliert: Gott, wo warst du? Warum lässt du das zu?
Eine solche Katastrophe hat auch den Josef im heutigen Evangelium erwischt. Seine Verlobte bekommt ein Kind, und das ist ganz sicher nicht von ihm. Auch Josef mag gedacht haben: Gott, was machst du da mit mir? Habe ich dir nicht immer treu gedient? Und jetzt diese entsetzliche Blamage – ausgerechnet mir muss das passieren! Lieber Gott, ich habe es mir nicht leicht gemacht im Leben, immer habe ich zu dir gestanden und alle Gebote erfüllt, so gut es ging. Ist das jetzt der Dank dafür?
Josef bleibt jedoch nicht beim Jammern stehen. Er sucht nach einem Ausweg.
Er liebt seine Maria so sehr, wie man nur lieben kann. Er fragt sich also nicht nur, wie er aus dieser Nummer wieder rauskommt, sondern vor allem, wie seine Verlobte da raus kommt. Für Ehebruch drohte ihr nämlich die Strafe der Steinigung. - Josef bleibt nicht beim Jammern stehen. Josef will tun, was er tun kann, um Maria zu schonen. Er sucht nach verschiedenen Wegen. Schließlich beschließt er, Maria in aller Stille zu verlassen und damit in den Augen der anderen als der Böse dazustehen, der die werdende Mutter einfach im Stich lässt. So wäre Maria jedenfalls gerettet.
Josef könnte nun auch verärgert seinen Glauben an Gott an den Nagel hängen. Josef, der Zimmermann, gibt aber so schnell nicht auf, und seinen Glauben auch nicht. Zwar hat ihn eine heftige Krise erwischt, die auch eine Glaubenskrise ist, aber Josef bleibt in Verbindung. Er bleibt in Verbindung mit Gott. Vielleicht hat Maria ja recht mit dem Hinweis auf den Heiligen Geist, den Josef nicht verstehen kann. Josef weiß: Das, was für uns Menschen gleich das Naheliegende ist, das ist manchmal eben gar nicht nahe liegend, sondern von weit her hergeholt.
Josef macht jetzt nicht dicht. Er belässt es nicht beim ersten Eindruck. Er bleibt weiterhin offen für Gott, im Gegensatz zu den vielen heute, die sofort ihre Rolläden herunterlassen und nicht mehr hinhören wollen, was Gott ihnen zu sagen hat, sobald im Leben etwas querläuft.
Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber gehören Sie etwa auch zu den Leuten, die beim Kauf und bei Geschenken vor allem auf die Verpackung achten? - Schöne, raffinierte Verpackungen werden uns präsentiert und locken zum Kauf. Was nicht schön verpackt ist, findet gleich weniger Interesse.
Wenn Sie ein Weihnachtsgeschenk bekommen, das wenig einladend verpackt ist, werfen Sie das dann aber gleich unausgepackt fort?
Mit unserem Leben machen wir das jedenfalls gerne so. Was uns äußerlich abstößt, was uns irritiert, was nicht schön ist, was uns weh tut, das wollen wir wegwerfen. Weg mit dir, du störst mein Bild, mein Ideal von einem schönen Leben!
Josef, der seine Rolläden nicht heruntergelassen hat, sondern offen für Gott bleibt, erlebt eine Über-
raschung: im Traum bestätigt ihm ein Engel, was Maria ihm zu erklären versuchte. Josef versteht jetzt: So unfassbar es ist, Gott hat in seiner unendlichen Liebe Mittel und Wege gefunden, der Welt seinen Sohn zu schenken, um uns alle zu erlösen. Wie gut, dass Josef sich nicht von der Verpackung blenden ließ, die ihm nur Ärger versprach! Er achtete auf seinen Traum, auf das Zeichen Gottes, und nahm es dankbar an. So konnte er treu bei Maria bleiben und für Jesus ein vorbildlicher Vater werden.
Die Festtagsstimmung von Weihnachten wird auch bei Ihnen schnell wieder vorbei sein. Manche bauen schon in wenigen Tagen die Weihnachtsbäume wieder ab. Aus und vorbei!
Wirklich aus und vorbei?
An Gott jedenfalls liegt das nicht. Gottes Weihnachts-
geschenk bleibt. Das Gnaden-
geschenk seiner barmherzigen Liebe, sein Geschenk an jeden von uns.
Es liegt an uns! Lassen wir uns von bunten Verpackungen und Verlockungen blenden? Fallen wir auf geistige Mogelpackungen heutiger Marktschreier herein? Oder nutzen wir das Geschenk der Weihnacht, um uns neu zu orientieren, um uns im Fahrplan unseres Lebens die besten Verbindungen zu Gott herauszusuchen?
Suchen wir sie, die Verbindungen zu Gott, und dann aber bitte auch umsteigen! Sie wissen ja: Wer im Zug nach München sitzt, obwohl er eigentlich nach Hamburg will, der kann so schnell fahren wie er will – es ändert nichts, er hat sein Ziel verpasst!
Ihnen allen gesegnete Weihnachten - …und umsteigen bitte!
zurück zur Hauptseite: KLICKEN !


Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Zur Zeit keine Kommentare möglich.
Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.