Nicht jeder kann und will im Vordergrund stehen. Es kommt für Gott auch nicht darauf an, was wir sagen; es kommt darauf an, was wir tun. Gott findet wie bei Josef immer einen Weg zum Ziel.Auch wenn manche Situation in unserem Leben eher zum Davonrennen ist – denken wir an Josef, der seine zugedachte Rolle im Plan Gottes liebend angenommen hat. - Vielleicht denken wir daran, wenn wir im Vaterunser beten: „Dein Wille geschehe!“ - Wenn Gottes Wille auf Erden geschieht, dann ist wirklich Weihnachten!
GEDANKEN ZUR PREDIGT (2. Vorschlag)
Bitte umsteigen!
Wer mit der Bundesbahn, mit U-Bahn, Straßenbahn oder Linienbus fährt, der kennt das: Um an ein weiter ent-ferntes Ziel zu gelangen, muss man oft mehrmals umsteigen. Das kann nicht nur sehr anstrengend und verwirrend sein, sondern man muss auch zusehen, dass man die passende Anschlussverbindung in der oft knappen Zeit noch rechtzeitig erwischt. Ein davongefahrener Zug bedeutet auf jeden Fall Zeitverlust. Manchmal kann man bei Fernverbindungen durch Irrtum oder Verspätung sein Ziel an diesem Tag überhaupt nicht mehr erreichen. Das schafft zusätzliche Kosten und Ärger.
Die richtige Verbindung bekommen – das ist heutzutage ein ganz allgemeines Problem. An jeder Ecke, in jeder Talkshow, in jeder Werbung findet sich jemand, der es angeblich gut mit mir meint und ganz genau weiß, was er oder sie mir empfehlen kann, damit es mir gut geht, damit ich glücklich bin.
Tag für Tag werden wir zugedröhnt mit bunt schillernden Versprechungen. Jedes Waschmittel ist natürlich das wirksamste der Welt, jede Creme ist die hautfreundlichste und macht um Jahre jünger, und alle Verkäufer überschlagen sich mit Sonderangeboten für ihr tolles Produkt.
Offensichtlich leben wir also im Paradies oder im Gelobten Land.
Wir sind satt und wir haben von allem satt genug, zumindest im Vergleich mit den meisten Ländern dieser Erde. Auch wenn es in der Wirtschaft jetzt heftig kriselt und viele um ihren Arbeitsplatz und Wohlstand bangen müssen: Bitte keine Panik auf der Titanic!
Alles im grünen Bereich!
Und Gott? Der scheint sowieso ganz weit weg zu sein, jedenfalls nach Meinung der meisten Leute. Ob er vielleicht ein längeres Nickerchen hält, ob er sich im Streik befindet oder ob er vielleicht ganz außer Betrieb ist?Die vielen zum Teil himmelschreienden Ungerechtigkeiten auf dieser Erde verführen viele Menschen dazu, das alles einem untätigen Gott in die Schuhe zu schieben. Immer, wenn etwas Schreckliches passiert, privat oder bei einer großen Katastrophe, sind schnell die Schlagzeilen formuliert: Gott, wo warst du? Warum lässt du das zu?
Eine solche Katastrophe hat auch den Josef im heutigen Evangelium erwischt. Seine Verlobte bekommt ein Kind, und das ist ganz sicher nicht von ihm. Auch Josef mag gedacht haben: Gott, was machst du da mit mir? Habe ich dir nicht immer treu gedient? Und jetzt diese entsetzliche Blamage – ausgerechnet mir muss das passieren! Lieber Gott, ich habe es mir nicht leicht gemacht im Leben, immer habe ich zu dir gestanden und alle Gebote erfüllt, so gut es ging. Ist das jetzt der Dank dafür?
Josef bleibt jedoch nicht beim Jammern stehen. Er sucht nach einem Ausweg. Er liebt seine Maria so sehr, wie man überhaupt nur lieben kann. Er fragt sich also nicht nur, wie er aus dieser Nummer wieder rauskommt, sondern vor allem, wie seine Verlobte da rauskommt. Für Ehebruch drohte ihr nämlich die Strafe der Steinigung. - Josef bleibt nicht beim Jammern stehen. Josef will tun, was er tun kann, um Maria zu schonen. Er sucht nach ver-schiedenen Wegen. Schließlich beschließt er, Maria in aller Stille zu verlassen und damit in den Augen der anderen als der Böse dazustehen, der die werdende Mutter einfach im Stich lässt. So wäre Maria jedenfalls gerettet.
Josef könnte nun auch verärgert seinen Glauben an Gott an den Nagel hängen. Josef, der Zimmermann, gibt aber so schnell nicht auf, und seinen Glauben auch nicht. Zwar hat ihn eine heftige Krise erwischt, die auch eine Glaubenskrise ist, aber Josef bleibt in Verbindung. Er bleibt in Verbindung mit Gott. Vielleicht hat Maria ja recht mit dem Hinweis auf den Heiligen Geist, den Josef nicht verstehen kann. Josef weiß: Das, was für uns Menschen gleich das Naheliegende ist, das ist manchmal eben gar nicht nahe liegend, sondern von weit hergeholt.
Josef macht jetzt jedenfalls nicht dicht. Er belässt es nicht beim ersten Eindruck. Er bleibt weiterhin offen für Gott, im Gegensatz zu den vielen heute, die sofort ihre Rolläden herunterlassen und nicht mehr hinhören wollen, was Gott ihnen zu sagen hat, sobald im Leben etwas querläuft.
Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber gehören Sie etwa auch zu den Leuten, die beim Einkauf und bei Geschenken vor allem auf die Verpackung achten?Schöne, raffinierte Verpackungen werden uns präsentiert und locken zum Kauf. Was nicht schön verpackt ist, findet gleich weniger Interesse. Wenn Sie ein Weihnachtsgeschenk bekommen, das wenig einladend verpackt ist, werfen Sie das dann aber gleich unausgepackt fort?
Mit unserem Leben machen wir das jedenfalls gerne so. Was uns äußerlich abstößt, was uns irritiert, was nicht schön ist, was uns weh tut, das wollen wir wegwerfen. Weg mit dir, du störst mein Bild, mein Ideal von einem schönen Leben!
Josef, der seine Rolläden nicht heruntergelassen hat, sondern offen für Gott bleibt, erlebt eine Überraschung: im Traum bestätigt ihm ein Engel, was Maria ihm zu erklären versuchte. Josef versteht jetzt:
So unfassbar es ist, Gott hat in seiner unendlichen Liebe Mittel und Wege gefunden, der Welt seinen Sohn zu schenken, um uns alle zu erlösen. Wie gut, dass Josef sich nicht von der Verpackung blenden ließ, die ihm nur Ärger versprach! Er achtete auf seinen Traum, auf das Zeichen Gottes, und nahm es dankbar an. So konnte er treu bei Maria bleiben und für Jesus ein vorbildlicher Vater werden.
Die Festtags-stimmung von Weihnachten wird auch bei Ihnen schnell wieder vorbei sein. Manche bauen schon in wenigen Tagen die Weihnachtsbäume wieder ab. Aus und vorbei! -
Wirklich aus und vorbei? An Gott jedenfalls liegt das nicht. Gottes Weihnachtsgeschenk bleibt. Das Gnadengeschenk seiner barm-
herzigen Liebe, sein Geschenk an jeden von uns.
Es liegt an uns! Lassen wir uns von bunten Verpackungen und Verlockungen blenden? Fallen wir auf geistige Mogelpackungen heutiger Marktschreier herein?
Oder nutzen wir das Geschenk der Weihnacht, um uns neu zu orientieren, um uns im Fahrplan unseres Lebens die besten Verbindungen zu Gott herauszusuchen?
Suchen wir sie, die Verbindungen zu Gott, und dann aber bitte auch rechtzeitig umsteigen! Sie wissen ja: Wer im Zug nach München sitzt, obwohl er eigentlich nach Hamburg will, der kann so schnell fahren wie er will – es ändert nichts, er hat sein Ziel verpasst!
Ihnen allen gesegnete Weihnachten - …und umsteigen bitte!
Josef von Nazareth>> BITTE KLICKEN !
Dr. Jörg Sieger: Josef, Mann der Tat
>> BITTE KLICKEN !
Hörpredigt Pfr. Liebig, ca. 11 min.
>> BITTE KLICKEN !
Ansprache: Josef gehorcht
>> BITTE KLICKEN !
Der heilige Josef in der Kunst
>> BITTE KLICKEN !
Der hl. Josef, skizziert nach den Evangelien (pdf)
>> BITTE KLICKEN !
--------------------------------------------------------------------------------------
In der Heiligen Nacht
Evangelium: Lk 2,1-14
In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutragen. Dies geschah zum ersten Mal; damals war Quirinius Statthalter von Syrien. Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen. So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids. Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete. Als sie dort waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war. In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat der Engel des Herrn zu ihnen, und der Glanz des Herrn umstrahlte sie. Sie fürchteten sich sehr, der Engel aber sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt. Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: Verherrlicht ist Gott in der Höhe, und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade.
GEDANKEN ZUR PREDIGT IN DER HEILIGEN NACHT
Alle Jahre wieder?
Nun ist es endlich so weit: alle Vorbereitungen sind getroffen, die Einkäufe getätigt, die Wohnung geputzt, leckeres Festessen und Geschenke, und nicht zu vergessen – der Weihnachtsbaum!
Jetzt ist sie da, die „gabenbringende Weihnachtszeit“, wie ein Spötter formulierte.
Hier soll niemand die Festfreude verleidet werden. Wenn Menschen sich mit Aufmerksamkeit begegnen, sich beschenken, miteinander sprechen und feiern und Zeit verbringen, ist das nur zu begrüßen.
All dies kommt im Alltag von vielen Familien leider oft zu kurz.
Die meisten kennen die Fernsehsendung, die traditionell seit vielen Jahren an Silvester in den dritten Pro-grammen ausgestrahlt wird: „Dinner for One“ oder „Der 90.
Geburtstag“ mit Miss Sophie und ihrem Butler James. Einfach unbe-
schreiblich, dieser Sketch! James fragt mehrmals, in der verzwei-felten Hoffnung, dem Alkohol entgehen zu können: „The same procedure as last year, Miss Sophie?” (Die gleiche Prozedur wie vergangenes Jahr), was sie stets bestätigt mit: “The same procedure as every year, James!” (wie jedes Jahr). Wie es dabei dem armen James ergeht, das trainiert unsere Lachmuskeln…
Das Fest der Geburt Jesu steht in der Gefahr, dass es ihm auch so ergeht – also wie jedes Jahr, die gleiche Prozedur, das immer gleiche Fest. Natürlich wird es immer Menschen geben, die lediglich wegen der schönen Stimmung die Christmette in der vollen Kirche in Anspruch nehmen und anschließend das Christentum wieder für ein Jahr an den Haken hängen.
Darum geht es hier aber nicht. Das heutige Evangelium will uns Gläubige alle wachrütteln und uns das unfassbare Geschenk der Weihnacht noch einmal ganz deutlich machen.
Die Geburt Christi soll nicht vorschnell „alle Jahre wieder“ gefeiert werden, weil es eben so Tradition ist. Weihnachten - das ist viel, viel mehr. Es ist die schönste Liebeserklärung, die Liebeserklärung Gottes an jeden von uns.Der Evangelist Lukas schildert zuerst, wie mühsam der Weg von Josef und Maria ist – von Nazareth bis nach Bethlehem sind es über 100 Kilometer Fußweg! Aber Josef fügt sich bereitwillig dem Befehl des Kaisers Augustus zur Volkszählung; so kommen sie in seine Vaterstadt Bethlehem. Der Befehl des damals mächtigsten Herren der Welt fügt sich aber genau in den Plan Gottes, denn nur so kommt Jesus ausgerechnet in der Königsstadt Davids zur Welt, ein besonderer Hinweis auf sein eigenes Königtum!
Doch nur eine kümmerliche Krippe in einem zugigen Stall steht
für dieses Königskind zur Verfügung. Er nimmt sich keinerlei Sonderrechte heraus – ganz im Gegenteil! Da kann jeder sehen: Wenn Gott zu uns kommt, macht er sich ganz klein, armselig und hilflos – so unendlich groß ist seine Liebe!
Und wer erfährt zuerst vom weihnachtlichen Geschehen im Stall? Nicht König oder Bürgermeister, nicht Lehrer oder Priester! Es sind Hirten, die draußen auf dem Feld bei ihrer Herde Nachtwache hielten. Auf sie richtet der Evangelist Lukas seine und unsere Aufmerk-
samkeit.
Hirten – das waren damals rau(h)e Gesellen, die bei Wind und Wetter bei den Schafen waren. Die allermeisten von ihnen waren bezahlte Knechte, bewachten also nur die Herden anderer.
Sie waren im Volk nicht gerne gesehen, denn sie waren schmutzig, ungepflegt und wanderten jahrein jahraus mit den Herden zu den Futterplätzen, ohne am Gemeinschaftsleben oder an religiösen Feiern teilnehmen zu können. Sie waren Außen-Seiter im wahrsten Sinne des Wortes, für die sich wirklich niemand interessierte, und sie waren alles andere als fromm.Ausgerechnet zu diesen hartgesottenen Burschen schickt Gott seinen Engel mit der Botschaft von der großen Freude der Geburt des Messias – das muss man erst einmal verdauen! Wie man sieht, ist Gott immer für eine Überraschung gut und beteiligt sich offen-
sichtlich nicht an unserem Einsortierungssystem von Menschen in gute und böse.
Was aber könnte die Hirten für Gott so interessant gemacht haben? Sicher zuerst einmal die Tatsache, dass Hirten eine Fähigkeit haben, die anderen fast verloren gegangen ist: Hirten können gut hören!
Das klingt so harmlos, ist es aber nicht: Der Beruf des Hirten war gefährlich, besonders in der Nacht. Es gab lebensbedrohliche Überfälle und vor allem wilde Tiere, die die Herden angriffen.
Hirten lebten ganz mit der Natur, und sie verließen sich nachts nur auf ihr trainiertes Gehör, denn sehen konnte man in der freien Wildnis nichts.
Hirten waren Hörende, und Hirten waren Menschen, die wachten, wenn andere schliefen. Hirten wussten um die Gefahr – sie waren stets in Alarmbereitschaft. Nicht umsonst bezeichnete Jesus sich selbst gerne als den guten Hirten, der seine Schafe beschützt.
Wenn es heißt, dass die doch so hartgesottenen Hirten sich über die Engel-Erscheinung sehr fürchteten, können wir erahnen, wie ungeheuer mächtig diese Erscheinung wohl war.
So nähern wir uns dem, was Gott uns hier durch Lukas sagen will: Die Engel sind da, um die große Freude der Weihnacht zu verkünden, die im Himmel so großen Jubel auslöst.- Die Engel sind da. Jesus ist da. Dein Retter ist da. Dein Ansehen, dein Schmutz – alles spielt keine Rolle: Höre nur – und öffne dich – komm in den Stall, schau dir Jesus an und schenke ihm dein Herz! Dann ist Weihnachten wirklich bei dir angekommen.………………………………………………………………….........
Angelus Silesius (Johannes Scheffler, gest. 1677), Mystiker, Priester und Dichter: „Wäre Christus tausendmal zu Bethlehem geboren, doch nicht in dir, du bleibst doch ewiglich verloren.“ ……………………………………………………………………......
"Am Tag“
Evangelium Joh 1,1-5.9-14 (Kurzfassung)
Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Im Anfang war es bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfaßt. Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.
GEDANKEN ZUR PREDIGT: Weihnachten – Am Tag
Gottes JA-Wort
Wir haben Probleme mit Worten. Nicht nur bei Politikern bleibt oft genug von schönen großen Worten nur sehr wenig übrig.Viel zu viele große Worte in der Familie,
im Freundeskreis, auf der Arbeit und wer weiß wo sonst noch sind in Wirklichkeit nur Schall und Rauch. Sogar das feierliche JA-Wort vor dem Traualtar gilt bei immer mehr Paaren nur noch für die guten Zeiten, denn die schlechten Tage glaubt man nicht mehr gemeinsam durchleiden zu können.
Ja, wir sind halt keine Kinder mehr. Wir wissen, wie der Hase läuft. Wir wissen, dass viele Worte nur geheuchelt sind oder nur ab-
wimmeln sollen, damit Ruhe ist. Ja, mein Kind, sagen viele Eltern, vielleicht morgen! - So haben wir im Laufe unserer Lebensjahre gelernt, vorsichtig, ja oft sogar misstrauisch zu sein gegenüber Worten.
Im Evangelium geht es auch um das Wort. Es ist auch nur ein Wort, das Wort Gottes. Aber alles das, was wir so über Worte von Menschen wissen, hat mit dem Wort Gottes ungefähr so viel zu tun wie eine Nuss-Schale, auf dem Meer treibend, mit einem Ozean-
riesen.
Vergessen wir alles, was wir über Menschenworte im Kopf haben. Vergessen wir alles, was sich an Bedenken und Erfahrung in uns meldet. Ein einziges Wort, ein einziger Gedanke genügt – und alles, was Gott will, das geschieht.
Sofort zu Beginn der Heiligen Schrift zeigen uns die Aussagen über die Schöpfungs-geschichte, was ein Wort Gottes bewirkt: „Und Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht.“ - Gottes Machtwort schenkt Licht, Gottes Wort schenkt Leben. Ohne sein Wort läuft gar nichts, würde man heute wohl sagen.
Gottes Wort ist Ausdruck seiner unbegreiflich großen Liebe. Was Gott damit in Bewegung setzt, ist einfach nur gut. Kein Haken, keine Hintertür, keine Doppeldeutigkeit – einfach nur gut.
Gut – das heißt: genau so, wie von Gott gewollt, genau so gut wie Gott. Ja, das Wort ist sogar identisch mit dem, der es ausspricht.
So heißt es im heutigen Evangelium „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.“ - Wenn Gott uns sein Wort gibt, dann schenkt er uns sich selbst.
Heute geht es im weihnachtlichen Evangelium des Johannes, der selbst Jünger Jesu und Augenzeuge war, genau darum. Gottes Leben und Gottes Licht kommt zu den Menschen. An Weihnachten kommt er selbst in seinem Sohn zu uns, und er leuchtet in unserer Finsternis. Für den Begriff „das Wort“ steht im griechischen Original übrigens das Wort „Logos“. Darin erkennen wir unseren Begriff „logisch“, der auch in Begriffen wie Biologie oder Theologie enthalten ist. Er bedeutet so viel wie Sinn, Wort, Kraft oder Tat.
Das bedeutet: An Weihnachten geht es um eine ganz tiefe Wahrheit, um die Offenlegung von etwas, was uns bisher verborgen war.
Es geht wirklich um die Sinn-Frage, um die Frage, was die ganze Schöpfung für einen Sinn hat und was die Welt im Innersten zusammenhält.
Kein sinnloser Zufall, kein Urknall, weil halt gerade mal so eben einen Moment lang eine gigantische Menge Energie da war, die sich dann netterweise in der Evolution auch irgendwann in Menschen verwandelte.
Nein, sagt die Bibel: Gottes Liebe ist es, die all das veranlasst hat und lenkt. Alles ist letztlich in Gottes Hand. Und an Weihnachten ist dieser Gott uns in seinem Sohn ganz, ganz nahe gekommen.
Kein Gott wie ein eingefleischter, alter Junggeselle, fern und realitätsfremd, sondern als Mensch hat er sich eingefleischt, ist in Jesus in Fleisch und Blut übergegangen.
Doch Johannes und die christlichen Gemeinden mussten in den Jahrzehnten nach Jesu Tod und Auferstehung auch enttäuscht erleben, dass die Finsternis in den Herzen vieler Menschen das leuchtende Licht für sich ablehnte. So heißt es im heutigen Evangelium: „Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.“ - Gott kommt also in sein Eigentum, und man schlägt ihm die Tür vor der Nase zu. Eintritt für den Herrn und Gott unerwünscht.
Ist das nicht furchtbar? - Es sind die Seinen, heißt es ausdrücklich. Die Seinen nahmen ihn nicht auf. Wir gehören Gott, wir alle sind sein Eigentum, wir gehören seit unserer Taufe zu ihm. Aber wir tun so, als ginge uns das nichts an. Nein danke, wir brauchen nichts!
Mehr noch: Dieser Gottessohn Jesus wurde ausgesprochen lästig. Für so jemand war auf Dauer kein Platz in den Macht-gefügen dieser Welt.
Im griechischen Urtext heißt es „ou topos“. Das heißt eben nicht bloß nur: kein Platz, sondern wir erkennen unschwer das Wort „Utopie“ darin wieder.
Das bedeutet: In den Denk-Kategorien dieser Welt werden die Gedanken, das Handeln und die Aufforderungen Jesu an uns einfach für utopisch erklärt, für Schaumschlägereien eines realitätsfremden Träumers.
Lieber Gott, du hast ja keine Ahnung, soll das eigentlich heißen.
Wir echten Menschen brauchen nun mal unsere strengen Religions-Vorschriften, unsere Mauern, unsere Grenzen, unsere Panzer und Atom-Raketen. Wenn du wüsstest, wie die anderen Menschen wirklich sind! Wenn die so wären, wie wir eigentlich sein sollten, dann, ja dann…
Genau da liegt der große Denkfehler, sagt nicht nur das heutige Evangelium. Gott hat nicht mal so nebenbei Mensch gespielt, weil ihm vielleicht langweilig war und er mal was erleben wollte.
Er hat sich nicht etwa als Mensch verkleidet, um sich dann dünne machen zu können, wenn es brenzlig wird.
Nein, sagt auch Johannes, das Wort Gottes ist wirklich und wahrhaftig Fleisch geworden. Nicht geboren wie ein Mensch, sondern geboren als Mensch.
Gott wird mit uns leibhaftig solidarisch gegen Ungerechtigkeit, Leid und Not. Alles, was Menschen erleiden und erleben, ist ihm wohl-
bekannt, die Hochzeiten ebenso wie die Trauerfeiern, die Egoisten (auch die in religiöser Verkleidung) ebenso wie die Umkehrwilligen, den Zöllner und Obergauner Zachäus eingeschlossen.
Johannes formu-liert dann weiter: „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.“ - Genauer heißt es im Urtext allerdings nicht einfach nur wohnen, sondern „zelten“. Gott schlägt also mitten unter uns sein Zelt auf – was für ein schönes Bild! -
Er steht nicht irgendwo auf einem unbeweglichen Denkmal-Sockel, um sich dann und wann verehren zu lassen. Nein, Gott ist mittendrin im wirklichen Leben. Er hat uns nicht im Dunkeln sitzen lassen.
Er ist da, wo wir sind. Er zieht mit uns in unserer Unstetigkeit, wenn wir mal wieder irgendwo die Zelte abbrechen müssen auf dem Weg zu unserem Ziel. Er geht mit, durch dick und dünn.
Dieses Motiv des Zeltes hat auch die Kirche aufgegriffen. Sie spricht vom wandernden Gottesvolk, und daher sind auch zahlreiche Kirchengebäude in zeltähnlicher Form konstruiert. Wir als Christen wissen, dass das so flexible Zelt ein gutes Symbol für uns ist:
Unser Leben hier auf Erden währt nicht ewig. Es ist nur kurzfristig, es hat ein Verfallsdatum, das wir selbst aber nicht lesen können.
Wir können hier nichts wirklich dauerhaft einzementieren; von einem Moment zum anderen kann alles dahin sein, was man so gerne für immer konservieren möchte: Gesundheit, Wohlstand, Arbeit, Glück.
Kommen wir zum wichtigen Schluss des heutigen Evangeliums. Dort heißt es: „…und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.“
Johannes schreibt ausdrücklich: „Wir haben…“ – Das soll heißen: Wer dem Mensch gewordenen Jesus nicht die Türe vor der Nase zuschlägt, sondern wer ihn zu sich hereinbittet, der wird ihn auch kennenlernen können.
Das hat Johannes nicht alleine so erlebt, sondern mit ihm viele Christen in den Gemeinden, damals und heute. Gott lässt diejenigen, die ihn bei sich aufnehmen, nicht im Dunkeln sitzen. Wer ihn wirklich bei sich aufnimmt, bekommt auch die Kraft geschenkt, ein wirkliches Gotteskind zu werden. Dann muss man nicht mehr schwarz sehen.
Dann darf man von ganzem Herzen Weihnachten feiern, und das sogar, genau genommen, ein ganzes Erdenleben lang. So will es Gott. Da haben wir sein Wort drauf.
Predigt Pfr. Karl Sendker>> BITTE KLICKEN !
Predigt Eberhard Gottsmann
>> BITTE KLICKEN !
Bischofssynode 2008 über das Wort Gottes
>> BITTE KLICKEN !
Ihre Lebensuhr – so viel Zeit von Gott geschenkt
>> BITTE KLICKEN !
Die letzte Adventswoche ist angebrochen, und Familie Müller sitzt mit ihren beiden Kindern beim Abendessen. Es ist unvermeidlich, dass es jetzt auch immer mal wieder um das Thema Weihnachten geht. Auf einmal bemerkt die fünfjährige Chantal: „Mami, Papi, was wünscht ihr euch eigentlich zu Weihnachten?“Die Eltern sind natürlich gerührt. Wie sich das gehört, winkt die Mama lächelnd ab: „Ach, eigentlich nichts. Oder doch: Wir wün-
schen uns zwei liebe Kinder!“
„Prima!“, ruft Chantal, „dann haben wir endlich zwei Spiel-
kameraden!“
Ein großer Tag im örtlichen Zisterzienserkloster: Ein Pater wird als ältester Priester des ganzen Bistums gebührend gefeiert, und natürlich ist auch die Presse mit dabei. Der Reporter will unbedingt wissen, wie er es angestellt habe, mit seinen 94 Jahren noch so rüstig zu sein. Da hören alle natürlich gespannt hin. Der Jubilar verkündet: „Mein Geheimnis heißt Knoblauch!“ -
Aus dem Hintergrund hört man einen Mitbruder aufstöhnen:
„Ein Geheimnis ist das leider wirklich nicht…!“

Zurück zur Hauptseite? >> BITTE KLICKEN !
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Zur Zeit keine Kommentare möglich.
Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.