29.12.2009

2. Sonntag nach Weihnachten C am 03.01.2010

(Fortsetzung)

Im Evangelium klingt jedenfalls eine gewisse Enttäuschung mit an: „Er kam in sein Eigen-
tum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.“
- Das klingt nun wirklich nicht nach purer, himmelhoch jauchzender Weihnachtsfreude.
Da kommt Gott also zu den Menschen, da macht er sich ganz klein, da schenkt er uns seinen Sohn, und die Menschen tun so, als sei er ein unerwünschter Staubsauger-Vertreter.
Was der Evangelist Johannes da beschreibt, ist die Erfahrung der jungen Kirche einige Jahrzehnte nach Jesu Tod und Auferstehung. Jubel und Begeisterung sind mancherorts verflogen, und die Strohfeuer, die so hell aufleuchteten, sie sind längst erloschen.
Das ist fast wie mit dem Weihnachtsbaum. Die Saison ist beendet, jetzt wird abgeräumt, weggeworfen und weggepackt. Weihnachten ist kaum außer Sichtweite, da richtet man sich schon auf Karneval ein.
Es hat also schon seinen guten Grund, wenn wir dieses herrliche Evangelium in so kurzer Zeit gleich zweimal hören. Es sagt uns so eindringlich wie nur irgend möglich: Ihr Getauften alle, kapiert das doch! Unser Gott ist wahrhaftig zu uns gekommen. Er hat nicht mal ein bisschen Mensch gespielt, weil es im Himmel ja so langweilig ist und er mal was erleben wollte. Er hat sich nicht etwa als Mensch verkleidet, um sich dann dünne machen zu können, wenn es brenz-
lig wird. Nein, sagt Johannes, und die Kirche lehrt es: Das Wort Gottes ist wirklich und wahrhaftig Fleisch geworden. Nicht geboren wie ein Mensch, sondern geboren als Mensch.

Johannes formuliert dann weiter: „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.“ - Genauer heißt es im Urtext allerdings nicht einfach nur wohnen, sondern „zelten“. Gott schlägt also mitten unter uns sein Zelt auf – was für ein schönes Bild!
Er steht nicht irgendwo auf einem unbeweglichen Denkmal-Sockel, um sich dann und wann bei Bedarf verehren zu lassen. Nein, Gott ist mittendrin im wirklichen Leben. Er hat uns nicht im Dunkeln sitzen lassen. Er ist wirklich da, wo wir sind. Er zieht mit uns in unserer Unstetigkeit, wenn wir mal wieder irgendwo die Zelte abbrechen müssen auf dem Weg zu unserem Ziel. Er geht mit, durch dick und dünn.
Unsere Aufgabe als getaufte Christen ist vor allem die, dafür zu sorgen, dass unsere Telefonverbindung zu Gott auch möglich wird. Wenn man das Telefon nicht richtig aufgelegt hat oder man durch alles Mögliche die Leitung ständig besetzt hält, dann kann Gott uns anrufen, so oft er will – er wird uns nicht erreichen. Bei uns ist dann immer besetzt.
Der heutige Evangelientext schildert aber nicht nur Gottes ewiges Ja-Wort und seine überwältigende Güte uns Menschen gegenüber. Der Text belässt es auch nicht bei der traurigen Aussage, dass Gott von den ach so vielbeschäftigten Seinen nicht aufgenommen wird, obwohl sie ihm in der Taufe die Treue geschworen haben.
Nein, der heutige Text ist eigentlich ein positiver Text, ein Text großer Hoffnung. Während die einen, die eigentlich mit Gottes Anruf rechnen sollten, ihn einfach ignorieren, gibt es Gott sei Dank auch andere.
Im Evangelium heißt es dazu: „Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden.“
Es gibt sie also, die Menschen, die nicht besetzt sind mit allem Möglichen.
Es gibt sie also, die den Telefonhörer abnehmen und sich anhören, was Gott ihnen zu sagen hat. Sie werden reich beschenkt, denn ihnen wird Gott helfen, Kinder Gottes zu werden. Wer Gott wirklich und ehrlich sein Herz öffnet, den lässt er nicht im Stich, den lässt er nicht im Dunkeln sitzen.
Was für ein Glück: Gott will ihm und ihr Licht und Stärke sein, ja sogar Kraft für jeden Tag, herrlich wie die leckerste Süßigkeit und ergreifend wie die schönste Liebeserklärung. – So will es der gute Gott. Da haben wir sein Wort drauf. Wunderbar, das ist ja tatsächlich wie Weihnachten!

Predigt Pfr. Karl Sendker
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Predigt Eberhard Gottsmann
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Prof. Dr. A.M. Ritter: Predigt zu Joh 1,1-18 (pdf)
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Joh 1,1-18 ausgelegt von Prof. Dr. Ludwig Volz
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Dr. Thomas Söding, Kirchensite Münster: Auslegung und weiter unten Text der Geschichte „Das Wort Gottes kommt in die Stadt“
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Prof. Dr. Norbert Lohfink zur katholischen Leseordnung
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Zur Liturgie des Wortes und zur Leseordnung ABC
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Zwei Engländer spielen Golf. Als ein Trauerzug vorüberkommt, nimmt der eine Engländer seine Mütze ab und verharrt ein paar Sekunden völlig regungslos.
"Das war eine nette Geste von Ihnen", sagt der andere.
"Was heißt hier Geste", antwortet der erste besinnlich, "in ein paar Tagen wären wir schließlich fünfundzwanzig Jahre verheiratet gewesen."

"Herr Ober, haben Sie was, was schnell geht ? Ich muss gleich weg." -
"Da nehmen Sie am besten unser Salamibrot, das muss auch weg."

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