02.01.2010

Erscheinung des Herrn / Heilige Drei Könige - 06.01.2010

(Fortsetzung)

Herodes klärte ihren Irrtum auf und brachte sie sogar auf die richtige Spur nach Bethlehem, mit dem konkreten Auftrag: „Geht und forscht…“ - Natürlich wolle auch er nach ihrer Rückmeldung diesem Kind huldigen, behauptete er.
So fanden die Sterndeuter durch die Hilfe des Herodes doch noch ihr Ziel. Offenbar sind auch menschliche Pläne manchmal ein Teil von Gottes Plänen, auch wenn es von unsereins nicht so gedacht war.
Endlich in Bethlehem an der ärmlichen Krippe angelangt, ging den Sterndeutern offenbar mit Gottes Hilfe das Herz auf: sie wurden von großer Freude erfüllt und huldigten dem Kind. Huldigen – das heißt: sie warfen sich vor ihm nieder, sie schwangen keine großen Reden, sondern machten sich ganz klein vor ihm und verehrten ihn als Herrscher!
Ihre großzügigen Geschenke bestätigten ihre Haltung – solche Geschenke machte man einem König, und man schenkt sie Gott: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Mit Myrrhe wurden Heilsalben gemischt, aber sie kann auch schon Zeichen des Leids sein, denn mit ihr wurden auch Tote einbalsamiert.
Die Sterndeuter achteten jedenfalls auf ihre inneren Eingebungen und Träume, denn sie zogen wegen einer Warnung im Traum auf einem anderen Wege in ihre Heimat zurück.

Der Evangelist Matthäus zeigt uns mit dem heutigen Text, wie weltbewegend im wahrsten Sinne des Wortes die Geburt Jesu war. Sogar ungläubige Heiden setzten sich in Bewegung, um das Kind zu sehen. Sie erkannten die Zeichen der Zeit, die sicher auch andere gesehen haben. Mit ihrem astro-
nomischen Wissen war ihnen aber sofort klar, dass es sich hier wirklich um eine Sternstunde der Menschheit handeln musste, die es nur einmal geben würde. An ihnen sehen wir auch, dass Jesus für die ganze Menschheit geboren wurde.
Auch für uns heute ist faszinierend, dass sie als Heiden sehr viel Geld für edle Geschenke und die kostspielige wochenlange Reise aufbrachten, vom Zeitaufwand ganz zu schweigen. Diese klugen Männer ließen sich ihre Überzeugung etwas kosten. Ihr Ziel verloren sie nie aus den Augen.

Das mutige Beispiel dieser Männer kann uns als wichtige Lektion dienen: Das religiöse Wissen, wie es auch die damaligen geistlichen Führer in Jerusalem hatten, reicht nicht aus – man muss sich auch auf den Weg machen! Am heutigen Festtag „Erscheinung des Herrn“ (Epiphanie) werden wir von Matthäus daran erinnert, dass mit dem Erscheinen des Messias im Stall zu Bethlehem ein ganz neues Kapitel der Geschichte Gottes mit uns Menschen aufgeschlagen wurde: der ganze Kosmos hat nun eine neue Ordnung bekommen!
Er zeigt aber auch, dass es von den ersten Lebenstagen an bereits Gegner Jesu gab, die ihn als Gefahr ansahen.

Nun liegt es an uns,
ob auch wir uns auf den Weg machen, um Jesus zu huldigen und ihm unsere beschei-
denen Gaben zu bringen, oder ob wir uns lieber nicht in unserem Alltagskram stören lassen wollen, wie damals die religiöse Elite in Jerusalem. Über sie (und uns?) sagte der hl. Augustinus, sie seien wie Wegweiser, die anderen den Weg zeigen, sich selbst aber nicht von der Stelle rühren…

„Glauben ist ein Tätigkeitswort“, hat ein Pfarrer einmal treffend bemerkt. Die Sterndeuter machen es uns vor: Die Suche nach Jesus ist für jeden von uns ein weiter Weg, Rückschläge und Umwege nicht ausgeschlossen.
Von der Weisheit jener Heiden können wir lernen, dass man dabei auf Dauer nur Erfolg hat, wenn man sich auch von den Zeichen Gottes führen lässt. Und da mag sich jeder selbst fragen:
Lasse ich Sternstunden des Glaubens überhaupt zu?
Kann ich mich führen lassen oder klammere ich mich an meine Sicherheiten, meine Vorurteile, mein Wissen, meine Meinung, meine…?
Will ich überhaupt etwas riskieren und investieren in die Suche
nach Jesus?

So bietet uns dieser weihnachtliche Festtag am Anfang des neuen Jahres noch einmal die Gelegenheit, uns wirklich in Bewegung zu setzen. Lasst uns zu Jesus gehen und die „große Freude“ seines Kommens miterleben!

Predigt Kardinal Lehmann
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Predigt Pater Gerhard Lagleder OSB
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Dr. Franz Kogler: Gottesdienstmodell mit Predigt (pdf)
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Gottesdienstbausteine Sternsinger (pdf)
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Aktion „Evangelium Tag für Tag“ (E-Mail-Zusendung)
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Internetseite rund um den Weihrauch
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Die Mutter fragt: „Aber Junge, wo warst du denn die ganze Zeit?"
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