In aktuellen Umfragen steht die Mehrheit der Österreicher, die nun also neuerdings über interne Angelegenheiten der Kirche befragt wird, hinter Schüller. Fast zeitgleich kommen da zwei Umfragen auf Zustimmungswerte von 71,7 bzw. 86 %, ein erstaunlicher Unterschied.
Die Ungehorsams-Forderungen sind weder neu noch originell; ich hatte bereits darüber berichtet (siehe Linktipps unten). Einer der sieben Punkte geht im medialen Interesse meist unter, ist aber auch einer Betrachtung wert:
„WIR WERDEN möglichst vermeiden, an Sonn- und Feiertagen mehrfach zu zelebrieren, oder durch-
reisende und ortsfremde Priester einzusetzen. Besser ein selbstgestalteter Wortgottesdienst als liturgische Gastspiel-
reisen“, heißt es dort.
Dies wirft ein aufschlussreiches Licht auf Pfarrer Schüller und Gefolgsleute. Eine einzige Heilige Messe wollen sie am Sonntag feiern, egal, wie dringend sie als Priester gebraucht werden.
Mit anderen Worten: So wenig priesterlicher Dienst wie möglich, auch wenn die Gläubigen dann ohne Priester und ohne Heilige Messe sind. Diese spielen offenbar nur eine untergeordnete Rolle. Hauptsache, man übernimmt sich nicht mit einem zweiten Gottesdienst am Sonntag…
Noch übler stößt die Formulierung „liturgische Gastspiel-
reisen“ auf. Zum einen erweckt der theaternahe Ausdruck Gefühle, als werde da am Altar nur eine schauspielerische Leistung für das Publikum erbracht. Man geht auf Tournee und spielt nur eine eingeübte Rolle, nicht mehr und nicht weniger. Zum anderen ist die Wortwahl Schüllers ein Schlag ins Gesicht aller Priesterkollegen, die z.T. unter großen Anstrengungen mehrere Pfarreien priesterlich betreuen und erst recht ein Angriff auf all jene priesterlichen Mitbrüder, die in die Bresche springen, wenn Not am Mann ist.
Schüller malt da ein Idyll, das es schon lange nicht mehr gibt:
Ein Dorf, ein Priester. Die radikale Ablehnung von „ortsfremden“ Priestern zeigt nicht nur, was man von der weltweiten Kirche Gottes hält. Man will lieber im eigenen Saft schmoren und nur ja keine Anregungen von außen aufnehmen. Nur der eigene Pfarrer darf hier etwas sagen, und wenn der nicht kann, dann eben ein Laie – was für eine hinterwäldlerische Vorstellung!
Auf die Spitze getrieben: Wenn der Bischof in der Pfarre Probst-
dorf, dem Sitz Schüllers, eine Messe feiern wollte, würde man ihn zugunsten eines Laien ablehnen…
Die katholische Kirche ist weltumfassend, Österreich bitte ausgenommen? - Man stelle sich das Argument Schüllers in anderen Bereichen vor. Da ist ein Mann schwer krank, Herz-
infarkt. Der Hausarzt im Ort ist nicht erreichbar. Nach Schüller würde man jetzt keinesfalls einen auswärtigen Notarzt um Hilfe bitten, lieber lässt sich der Kranke von der Ehefrau ein paar Wadenwickel machen.
Man kauft natürlich auch nicht weltweit ein, nein, man isst nur, was man im eigenen Garten angebaut hat. Immer schön links und rechts die Sichtblenden aufgesetzt lassen, ihr „Reformer“…!
- Mein früherer Artikel über die Ungehorsamen
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- Deren 7 Thesen, z.B. auch hier
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- Ein Bloggerkollege über "Die Kirche und die Mehrheitsmeinung" >> BITTE KLICKEN !
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2 Kommentare:
Man kann Pfr.Schüller gar nicht ernst genug nehmen. Was sich bei uns abspielt, wird zur Tragödie. 1683 standen die Türken vor Wien, jetzt sind es eigene Priester.
Schüller ist Liebling der Medien und setzt die eigene Kirche mit Umfrage-Ergebnissen unter Druck. Wird Schönborn den Ausschluss wirklich riskieren und damit den Kirchenaustritt Tausender Österreicher?
Interessant ist auch die Ausländerfeindlichkeit des ehemaligen Caritas-Direktors. "Durchreisende" Priester will er nicht haben. Gerade in den Sommermonaten verdienen sich aber Priester-Doktoranden aus Rom (oft aus Indien oder Afrika) Geld zum Studium durch Aushilfen.
So bringt er auch deren Studienerfolg noch in Gefahr.
Die Wahrheit ist keine Frage der Mehrheit!
Beten wir für Pfarrer Schüller und Mitläufer.
Sie werden sich dereinst noch zu verantworten haben.
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