01.09.2011

Wiederverheiratete zur Kommunion? - Was kommt danach, Herr Erzbischof Zollitsch?

(Fortsetzung)

Ich kenne etliche von ihnen, die in ihrer katholischen Kirche
aktiv sind. Vom Kommunion-Empfang sind sie allerdings ausge-
schlossen, und der Grund dafür ist bekannt. Für die Katholiken ist die Ehe eben nicht ein „weltlich Ding“, wie es nach Luther von protestantischer Seite gerne gesehen wird. Die Eheleute ver-
sprechen sich im Angesicht Gottes Liebe und Treue, „bis dass der Tod uns scheidet“.
Damit beziehen sie sich auf die von Jesus verlangte Unauf-
löslichkeit der Ehe
, die also nicht irgendwelchen menschlichen Interpretations-Spielräumen unterliegt (vgl. z.B. Mt 5,32; 19,1-9; Mk 10,1-12; Lk 16,18, Röm 7,2-4; 1 Kor 7,10f). Das kirchliche Lehramt hat dies immer wieder betont.
Wer nun eine vor Gottes Angesicht noch gültige Ehe verlässt und eine zweite Ehe beginnt und auch sexuell vollzieht, der begeht öffentlich Ehebruch. Das lehrt auch der Katechismus (Nr. 2384). Wie wir auch wissen, gibt es eine Reihe von Gründen, die eine vorhergehende Ehe unter Umständen ungültig sein lassen können. Bekanntlich befassen sich die kirchlichen Ehe-
gerichte damit, die jeder anrufen kann.
Noch einmal ganz klar: Niemand ist wegen seiner Scheidung,
die manchmal als der einzige Ausweg aus einer kaputten Ehe erscheint, von den Sakramenten ausgeschlossen. Geschiedene dürfen sogar Paten sein usw. Sobald allerdings eine neue - auch sexuelle – Beziehung eingegangen wird, sieht das anders aus. Die vorige Ehe ist als Vertrag vor Gott nicht beendet. Wer also erneut heiratet, lebt in schwerer Sünde und kann – wie andere mit anderen schweren Sünden auch – nicht zum Tisch des Herrn treten.
Barmherzigkeit will Erzbischof Zollitsch. Wer will die nicht?
Gerade das Beispiel des Bundespräsidenten zeigt, wie ver-
trackt das ist. Man hatte sich auseinandergelebt, und jeder der beiden Ehepartner lebte „immer mehr sein eigenes Leben“, wie damals in der Presse zu lesen war. War die Ehe zerrüttet?
Haben die beiden Ehepartner sich wirklich bemüht? Oder musste als einfache Lösung eine Jüngere her? – Ihr Beispiel ist nicht gerade glücklich gewählt, Herr Erzbischof!
Wie so viele im heutigen Trend reden Sie, Herr Erzbischof, von Barmherzigkeit. Wie sieht das denn mit Barmherzigkeit gegen-
über den Kindern der ersten Ehe aus, wie mit dem verlassenen Ehepartner?
Da gäbe es viele traurige Geschichten zu erzählen, und als ehemaliger Lehrer habe ich da allerhand erlebt…
Seltsam, wenn maßgebliche Kirchenvertreter die immer weiter um sich greifende Welle von Ehescheidungen sozusagen als gottgegeben hinnehmen. Früher war das Familien- und Eheleben gewiss nicht einfacher, aber man hat um die Ehe gekämpft. Heute wird bei vielen gleich mit beschränkter Haftung geheiratet. Wenn sich was Besseres findet, dann ist man auf und davon.
Soll die Kirche das wirklich noch unterstützen? Oder sollte sie nicht vielmehr alles in ihrer Macht stehende tun, um Familien und Ehen zu fördern, zu beraten, Hilfen zu geben?


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5 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Barmherzigkeit klingt immer gut. Das kommt beim Volk an, worauf der Erzbischof wohl spekuliert. Doch denken wir weiter: Barmherzigkeit heißt dann auch wohl, auf den Zölibat zu verzichten, an dem viele Kandidaten gescheitert sind, und diese aus Barmherzigkeit wieder ins Amt einsetzen.

Anonym hat gesagt…

Bei Politikern würde man sagen: Was der Herr Zollitsch da macht, das ist Populismus pur. Zur Erinnerung: Eine Kirche, die mit der Zeit geht, wird mit der Zeit gehen!

Kurt Schmitt hat gesagt…

In der Allgemeinheit wird gerne einiges übersehen: Wiederverheiratete sind herzlich zur Teilnahme am Gottesdienst eingeladen. Wer sich beklagt, nicht zur Eucharistie zugelassen zu sein, sollte sich auch die Frage gefallen lassen, warum er/sie sich nicht vorher Gedanken darüber gemacht hat. Wer über eine rote Ampel gefahren ist, kann auch nicht von Unbarmherzigkeit sprechen, wenn die Polizei ihm den Lappen abnimmt.

Stefan hat gesagt…

Die Hilfe, die die Kirche anbietet, sollte sich aber nicht nur auf die Verheirateten beschränken. Ich würde mir mehr Angebote für die Geschiedenen (weltlich gesehen) wünschen, denn wenn die Ehe gescheitert ist, so steht man als Christ in der Verantwortung die Würde trotz allem zu wahren und als quasi Single zu leben. Die Menschen brauchen doch Hilfe die ungewohnte und selbst ungewollte Enthaltsamkeit und Einsamkeit zu leben. Prävention ist immer noch das Beste.

Anonym hat gesagt…

Kondome in bestimmten Fällen zu rechtfertigen? -
Was kommt danach - Herr Papst?

Was für ein Affront gegenüber allen Rechtgläubigen und Bewahrern der Tradition.

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