Sie selbst halten sich vor Ort aber diskret im Hintergrund; ihre Schüler sollen die Drecksarbeit übernehmen, Jesus die entscheidende Falle zu stellen.Und die bestand darin, Jesus zu fragen: „Ist es nach deiner Meinung erlaubt, dem Kaiser Steuern zu zahlen, oder nicht?“
Das klingt für unsere Ohren heute ganz harmlos, aber damals hatte die Frage es in sich:
Die Besatzungsmacht im Lande der Juden hatte sich vor etlichen Jahren eine neue Steuer einfallen lassen, die sogenannte Kopfsteuer. Jedes Familienmitglied im Alter von 14 – 65 Jahren hatte diese jährlich zu entrichten, und darüber wurde natürlich genau Buch geführt.
Steuerflüchtige wurden von Steuerfahndern verfolgt und zum Tode verurteilt. Experten gehen zusammen mit den anderen Steuerabgaben an die Römer von einer damaligen Steuerlast von ca. 40 % des Gesamteinkommens aus.
Wenn man dies weiß, kann man sich vorstellen, wie sauer die Juden über diese Steuer waren. Schlimmer für die frommen Juden war aber dabei noch etwas ganz anderes: Die dafür vorgesehene Münze war ein römischer Silberdenar. Natürlich musste damals alles mit der Währung der Römer bezahlt werden - eine schmerzliche Kränkung, Tag für Tag. Nur im Tempelbezirk gab es eine spezielle Tempelwährung, daher auch die Geld-
wechsler. Schmutziges Römergeld durfte natürlich keinesfalls in den Tempel Gottes!
Dieser Silberdenar hatte es in sich. Wir wissen ja, dass die Juden das biblische Bilderverbot streng beachteten, wonach man sich von Gott kein Bild machen soll. Daher war auf ihren Tempel-münzen auch kein Bild zu sehen. Bei den römischen Münzen sah das allerdings ganz anders aus. Auf dem Silberdenar war nicht nur ein Bild des römischen Kaisers eingeprägt, sondern zu allem Übel auch noch am Rand der Text: „Kaiser Tiberius, des göttlichen Augustus anbetungswürdiger Sohn.“ - Ein göttlicher Kaiser? Das war wirklich empörend, das war Götzendienst!
Die Römer duldeten es in der Praxis zwar, dass die frommen Juden den Kaiser nicht als Gott verehrten, aber sie bestanden darauf, dass im Tempel täglich ein Opfer für ihn dargebracht werden musste. -
So können wir uns gut vorstellen, dass man dieses Geld nur mit sehr gemischten Gefühlen in die Hand nahm. Der Silberdenar war Geld und Machtsymbol des Kaisers zugleich. Die Pharisäer zahlten die Steuer nur unter Protest, viele fromme Juden ebenso.
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packen, wenn er JA sagte. -
Wenn Jesus allerdings NEIN sagte und sich gegen die Steuer-
zahlung aussprechen würde, dann würde er sofort von den Anhängern des Herodes bei den Römern angeschwärzt. Die sofortige Verhaftung wegen des Verdachtes, ein Aufrührer zu sein, wäre ihm sicher.
Er war nun in einer richtigen Krise, in einer ganz speziellen Finanzkrise.So dachten seine Gegner jeden-
falls. Sie hatten das Ganze auch noch elegant eingefädelt, indem sie vor aller Ohren Jesus als vorbildlichen Rabbi lobten und ihn mit Schmeicheleien ablenken wollten. Er lehre immer wirklich den Weg Gottes – das war damals ein fester Begriff und das größte Kompliment, das man einem Rabbi machen konnte: „Meister, wir wissen, daß du immer die Wahrheit sagst und wirklich den Weg Gottes lehrst, ohne auf jemand Rücksicht zu nehmen; denn du siehst nicht auf die Person.“
Wirklich geschickt gemacht, das muss man ihnen lassen!
Sie schmeicheln sich bei Jesus ein, erinnern ihn aber zugleich daran, dass er immer geradeheraus gesagt hat, was er zu sagen hatte, ohne Rücksicht auf irgendwelche Autoritäten. Das erwartet man auch hier von ihm. Kneifen gilt also nicht!
Augen zu – … und durch!
So, nun war die Schlinge um den Hals also gelegt, und Jesus würde sie sich selbst mit seiner Antwort zuziehen. Wirklich ein Superplan! - Seine Stellungnahme ist jetzt fällig: „Sag uns also: Ist es nach deiner Meinung erlaubt, dem Kaiser Steuern zu zahlen, oder nicht?“
Sie selbst wollen hier natürlich nicht Position beziehen, daher fragen sie Jesus gezielt nach seiner Meinung. Wir können uns gut vorstellen, wie still es jetzt um Jesus herum wurde.
Die berühmte Stecknadel hätte man fallen hören können.
Damit hatten sie gerechnet: Auch diesmal nimmt Jesus auf niemand Rücksicht, wenn er den Weg Gottes lehrt. Doch sie selbst wurden diesmal die Betroffenen. Im Evangelium heißt es: „Jesus aber erkannte ihre böse Absicht und sagte: Ihr Heuchler, warum stellt ihr mir eine Falle? Zeigt mir die Münze, mit der ihr eure Steuern bezahlt!“
Jesus zeigt seinen Gegnern sofort, dass er ihr übles Spiel durchschaut. Ein Meisterstück, wie er sie nun in die Enge treibt!
Er nimmt dabei noch nicht einmal das Wort „Silberdenar“ in den Mund, sondern nur „die Münze“. Er fordert sie auf: Lasst mich doch die Münze mal sehen! - Damit hat er indirekt klargestellt, dass er selbst diese Münze offenbar gar nicht besitzt, denn er will sie ja erst von ihnen zu Gesicht bekommen.Aber das ist noch nicht alles, denn er sagt ausdrücklich: „…die Münze, mit der ihr eure Steuern bezahlt!“ - Es fällt kaum auf, das kleine Wörtchen „ihr“. - Ihr bezahlt damit! - Nicht ich, sondern ihr, eure Steuern!
Tatsächlich – sie kramen in ihren Taschen, und schnell halten sie Jesus einen solchen Denar hin. - Aha! Sie tragen das römische Geld tatsächlich mit sich herum, also haben sie für sich schon
die Entscheidung getroffen. Fromme Juden sind sie, aber die Steuermünze mit dem Bild des Kaisers haben sie sofort parat.
Von wegen Bilderverbot! - Sie erledigen damit auch ihre Einkäufe, und natürlich werden sie damit auch für ihre Arbeit bezahlt. Ihre eigene Finanzkrise ist das, und Jesus hat sie ganz locker aufgedeckt. Sie sind Heuchler, Scheinheilige!
Doch es geht weiter, und sie bekommen von Jesus mehr Antwort, als ihnen lieb ist: „Da hielten sie ihm einen Denar hin.
Er fragte sie: Wessen Bild und Aufschrift ist das? Sie ant-
worteten: Des Kaisers. Darauf sagte er zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!“
Sie halten ihm einen Denar hin – das heißt: Jesus fasst die Münze nicht einmal an. Sofort kommt er zum Punkt, zum Bild
des Kaisers auf dem Denar. Wie peinlich für die Pharisäer!
Wie gut, dass sie ihre Schüler vorgeschickt haben – das ist ja eine einzige Blamage für sie! Wie begossene Pudel stehen sie da, und manch ein Zuhörer kann sich das Lachen wohl nicht verkneifen…
Jesus belehrt sie, dass die Münze dem Kaiser gehört. Die Herstellung von Geld ist Sache des Staates, früher wie heute. Der Staat hat das Monopol darauf, er kann auch D-Mark zu Euro machen. - Kam damals ein neuer Kaiser an die Macht, gab es bald schon neue Münzen mit seinem Bild.Genau übersetzt sagt Jesus: „Gebt dem Kaiser zurück…“ – Das bedeutet: Warum habt ihr das Eigentum des Kaisers überhaupt angenommen, wenn ihr so fromm sein wollt?
Zum Schluss aber kommt die Hauptsache. Jesus setzt den Satz fort: „So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!“ - Im Original klingt es noch eindringlicher: „…und gebt vielmehr Gott, was Gott gehört!“
Das heißt: Ihr zahlt dem römischen Kaiser Steuern, die ihm zustehen.- Jesus beteiligt sich also nicht an aktuellen politischen Diskussionen über die Römer. Die Steuer steht dem Kaiser zu, weil er das Sagen hat. Jesus nimmt das zur Kenntnis, und fertig. Die Herrscher dieser Welt, die kommen und gehen, sie sind nicht sein Thema.
Jesus nutzt nun die Gelegenheit zur grundsätzlichen Klarstellung: Wenn ihr aber schon solch einem heidnischen Kaiser durch eure Steuern dient, um wieviel mehr müsst ihr dann eurem Gott dienen?!
Klärt also erst einmal bei euch, wie es in eurem Leben um die Rechte Gottes steht, der die Welt erschaffen hat und jeden von euch auch! So wie der Kaiser in seinem Herrschaftsgebiet das Sagen hat, so sollte doch wohl Gott auch in seinem Herr-
schaftsgebiet das Sagen haben, oder?
einander zu ermöglichen. Christen arbeiten selbstverständlich aktiv mit in Staat und Gesellschaft. Doch es gibt eine Grenze, und zwar dort, wo es um die größeren Rechte Gottes geht.
Ein Christ steht dankbar unter der Herrschaft Gottes. Ihm soll er in erster Linie verpflichtet sein. Ein Christ ist in erster Linie Christ, und erst danach ist er Staatsbürger.
Gott zu geben, was Gott gehört, das kann im Konfliktfall sehr schmerzhaft werden. Das Glaubenszeugnis der vielen Märtyrer zeigt dies eindrucksvoll. Aber auch diejenigen, die sich im Alltag mutig zu ihrem Glauben bekennen, können ein Lied davon singen: vom Jugendlichen, der sich trotz des Spottes seiner Kumpels als Messdiener „outet“ bis hin zur Mutter, die ihr Kind trotz schwieriger Lage eben nicht abtreiben lässt. -
Überall dort, wo der Staat in Gegensatz zu den Ansprüchen Gottes handelt, sind wir Christen herausgefordert, heraus aus dem bequemen Mitlaufen. - Ja, wir sind gefordert. Gott ist der Herr über alle, auch über Kaiser und Könige. Petrus sagte es beim Verhör vor dem Hohen Rat: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“ (Apg 5,29).
Wir alle sind aufgerufen, in unserem Leben die richtigen Weichen zu stellen, die richtigen Prioriäten zu setzen. Das ist wie bei der Eisenbahn: Wer in die falsche Richtung fährt, der kann nicht dort ankommen, wo er eigentlich hinwill.
Auch die aktuelle Diskussion über die Staatsverschuldung hat eindrucksvoll bestätigt, was Jesus meint. Die falschen Götter (Geld-)Gier und immer mehr Haben-wollen auf Kosten der zukünftigen Generation können viele Menschen und ganze Staaten schneller in die Pleite stürzen, als man bisher dachte.
Gott geben, was ihm gebührt. Dazu ruft uns Jesus auf.
Hören wir auf sein Wort!
Schenken wir ihm unsere Liebe, unsere Gebete, unseren Gehorsam. Dann singen wir nicht bloß „Großer Gott, wir loben dich!“, sondern wir tun es auch.
Predigt Pfr. Josef Mohr, Heidelberg>> BITTE KLICKEN !
Predigt Eberhard Gottsmann: „Steuern zahlen = Götzendienst?“
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Lektorenhilfe des Katholischen Bibelwerkes (pdf)
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Predigt Fernsehgottesdienst: Pfarrer Peter Dückers (pdf)
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Exegetisch-theologischer Kommentar (pdf)
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Katechese „Christ und Politik“ von Kardinal Schönborn
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Wikipedia über Kirche und Staat
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Deutsche Katholiken und die „Entweltlichung“ (Papstrede)
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Materialien zum Weltmissions-Sonntag (23.10.2011)
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Botschaft des Papstes zum Weltmissionssonntag
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Wissenschaftliche Untersuchungen haben es längst bewiesen: Gläubige Menschen leben gesünder! Dennoch macht es nicht immer einen guten Eindruck, wenn man etwa bei der Sonntagspredigt einschläft, auch wenn dies meistens gesund ist… *)
Insbesondere das Schnarchen sorgt in den umliegenden zwanzig Kirchenbänken teils für heftige Erheiterung, teils für unchristliche Bemerkungen und Blicke. Nicht auszuschließen ist auch, dass ein gewitzter Prediger das Thema „Wachet allezeit!“ spontan in seine Verkündigung einbaut. Selbstverständlich liegt es keines-
falls an ihm, wenn einem dieses peinliche Missgeschick passiert. Das wollte ich nur schon mal vorausschicken!
Im Rahmen der privaten Vorsorge empfehle ich aber, sich auf diese im Ereignisfall krisenhafte Situation rechtzeitig einzustellen. Hierzu meine noch erweiterbaren Tipps darüber, was Sie gegen den Predigtschlaf tun oder besser lassen sollten.
In jedem Falle ist es angebracht, sich bereits im Vorfeld mental auf das Problem einzustellen. Es hat sich bewährt, einige vorbereitete Materialien in fertig gepacktem Beutel zusammen mit dem Gesangbuch „Gotteslob“ zum Tatort mitzubringen. Beginnen wir gleich mit der größtmöglichen Bedrohung, der mit Recht so gefürchteten aggressiv-chronischen Schlafattacke, die bereits einzusetzen pflegt, sobald man bloß zur Predigt Platz nimmt. Die darunter leidenden Mitmenschen kennen diese ärztlich noch nicht abschließend erforschte Erkrankung nur zu gut: das Hinsetzen zur Predigt ist wie ein geheimes Kommando an das Schlafzentrum im Gehirn: „Sofortiger Übergang zum Erholungsschlaf beginnt in 5 Sekunden!“
Hier hilft nur körperliche Bewegung, am besten in frischer Luft. Die eindeutig frischeste Luft gibt’s direkt vor der Kirche, auf dem Kirchplatz, in Fachkreisen auch Raucher-loge genannt. Um den Priester nicht durch Ihren plötzlichen Aufbruch zu verwirren, gehen Sie als höflicher Mensch natürlich kurz nach Predigtbeginn diskret mit einem Zettel nach vorne zum Priester: „Bin gleich wieder da!“ – So viel Zeit und Etikette muss schon sein!
Ist die Schlafattacke hingegen noch in einem steuerbaren Stadium, können Sie durchaus am Platz bleibend die geeigneten Gegenmaßnahmen ergreifen. Konzentrations-Übungen sind ein bewährtes Mittel, um sich wach zu halten. Ihrem Erfindungs-
reichtum sind da kaum Grenzen gesetzt: Zählen Sie die Männer, die Frauen, vergleichen Sie linke und rechte Seite im Kirchen-
schiff, sortieren Sie nach Farben der Kleidung, nach Frisur oder legen Sie ganz einfach Listen oder Tabellen an.
Wie oft hat der Prediger z.B. „äh“ gesagt?
In welcher Reihe wird während der Predigt am meisten gehustet?
Für Leute, die eher aktiv ins Geschehen eingreifen möchten,gibt es auch etliche Möglichkeiten. Beispielsweise könnten Sie auf einem mit-
gebrachten Instrument die Predigt musikalisch untermalen. Dabei sollte man aber die Lautstärke stets unter Kontrolle halten!
Trommelwirbel oder ähnliches an besonders spannenden Stellen sollte jedoch nicht zu temperamentvoll ausfallen. Achten Sie dabei auch ständig auf die Mimik des Predigers, um nicht über’s Ziel hinauszuschießen!
Unangebracht dagegen sind sportliche Tätigkeiten, die Sie oder andere in Verletzungsgefahr bringen. So birgt das Hochwuchten möglichst vieler Gesangbücher spätestens vom 30. Buch an aufwärts das Risiko, dass diese beim Herabstürzen Gottesdienst-Teilnehmer verletzen.
Das Überspringen mehrer gut gefüllter Bänke ist schwieriger, als Laien allgemein denken. Daher ist davon ebenso abzuraten wie von einer kleinen Krabbeltour, unterhalb der Sitzflächen gekrochen, versteht sich. Nicht jeder mag es, wenn jemand plötzlich an seinen Füßen entlang kriecht und eventuell noch Kommentare dabei abgibt.Fassen wir zusammen: Als Kirchgänger stellen Sie sich am besten rechtzeitig auf die Gefahrensituation „Predigt“ ein! Ergreifen Sie an Ort und Stelle nur solche Maßnahmen, die Ihnen weitere Gottesdienstbesuche nicht von vorneherein verbauen!
Warnhinweis: Predigtschlaf kann Ihre Gesundheit gefährden: siehe Artikel in „WELT ONLINE“ : >> BITTE KLICKEN !
Hier können Sie den aktuellen Predigttext selbst in verschiedenen Versionen herunterladen (der Link funktioniert bis etwa 15.11.2011; danach per E-Mail bei mir anfordern!):
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