Da ist zum einen die aktuelle Situation, und zum anderen die ebenso unerfreuliche Geschichte des Landes. Die barbarischen Massaker, die von der radikal-islamischen Gruppierung Boko Haram generalstabsmäßig geplant wurden, sind unübersehbare Hinweise auf international organisierten Terror. Boko Haram bedeutet übersetzt in etwa „westliche Bildung verboten“ - man schätzt, dass bis zu 4.500 enttäuschte, verarmte junge Männer dazugehören.
In den Medien wird gerne ihre Forderung zitiert, im ganzen Lande die Scharia ein-zuführen. Es geht den Rebellen jedoch um mehr: Die riesigen Einnahmen aus der Erdöl-Gewinnung (Förderung rund 2 Millionen Barrel pro Tag!) erreichen die Bevölkerung des Landes so gut wie nicht.
Der nigerianische Erzbischof Kaigama wird vergleichsweise deutlich: „Es geht um die gerechte Verteilung von Macht, Land und Öl-Reichtum. Das Streben nach dem Gottesstaat ist nur ein religiös und gewalttätig aufgeladener Ruf nach Gerechtigkeit.“
In der Tat wird der Terror wie anderswo auf der Welt auch durch schreiende Ungerechtigkeit hochgepäppelt. Während die Nah-
rungsmittelpreise durch die Spekulationen auf dem Weltmarkt steigen und steigen und Millionen von arbeitslosen Jugendlichen in den Städten herumlungern, stecken sich die oberen Zehn-
tausend in Nigeria und in den weltweiten Konzernen die satten Ölgewinne ein. Während in Nigeria jedes zehnte Kind in den ersten Lebensjahren stirbt, wird der Reichtum des 160-Millio-
nen-Einwohner-Landes einfach abgesaugt.
Weltweit tätige Erdölkonzerne sind zuhauf in Nigeria vertreten und sorgen nicht nur mit für die Ausraubung der Bevölkerung, sondern verschmutzen auch noch extrem die Umwelt: Grundwasser, Böden und Nahrungsmittel sind regel-recht verseucht.
Rebellen-Angriffe auf die Ölförder-Anlagen gibt es seit Jahren, und das findet bei der notleidenden Bevölkerung durchaus Sympathie. Die Ausbeutung des Landes funktioniert so perfekt, weil die nigerianische Elite in ganz großem Stil die Hand aufgehalten hat. Ausplünderung ist sicher ein treffender Begriff.
Die Rebellen von Boko Haram sind jedenfalls gut vernetzt. Viele Anschläge geschehen zeitgleich an mehreren Orten und sollen den Hass im Lande schüren. Da wird bewusst Stimmung gemacht, da wird die Religion vorgeschoben, obwohl es ganz andere Ziele gibt. Der internationale Terrorismus ist vor den Augen der Weltöffentlichkeit dabei, sich ein neues, sehr lukratives Terrain zu erobern. Die Auswirkungen werden alle zu spüren bekommen, auch der ölgierige Westen.
Vergessen wir auch nicht die Geschichte des Landes: Erst im Jahre 1960 wurde Nigeria von der Kolonialmacht Großbritannien in die Unabhängigkeit entlassen. Der Begriff „Sklavenküste“ für Nigeria und die Nachbarstaaten kommt ja nicht von ungefähr. Das Land und seine Bevölkerung haben eine jahrhundertelange Leidensgeschichte hinter sich. Und wie es scheint, hat ein neues, grausames Kapitel gerade begonnen, unter dem vor allem die Christen zu leiden haben…
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Ölmultis und Umweltverschmutzung
Gewalt und Terror
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2 Kommentare:
Letztlich ist es bei vielen Konflikten auf der Welt so, dass die von den reichen Nationen gemachten ungerechten Verhältnisse ein Auslöser waren. Die Kirche darf nicht schweigen!
Ich habe bei einem Aufenthalt im Nachbarland Benin die bittere Armut der Landbevölkerung Westafrikas hautnah erlebt, und in Nigeria ist es noch weit schlimmer, fast trostlos.
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