Deshalb rief er „die Sterndeuter heimlich zu sich“ und ließsich ihre seltsame Geschichte ganz haarklein erzählen.
Und das war wenig beruhigend für ihn: Diese vornehmen Herren, von denen wir in der Bibel weder ihre Anzahl noch ihre Namen erfahren, hatten einen weiten und beschwerlichen Weg hinter sich. Weder die Gefahr von Über-
fällen noch die tückischen Gefahren der Wüste hatten sie von ihrer Suchaktion abbringen können. Sie waren nicht irgendwer, sondern sehr angesehene Wissenschaftler aus dem Osten, die sich durch eine äußerst ungewöhnliche Sternen-Erscheinung sicher waren, dass dies nur die Geburt eines ganz mächtigen Herrschers anzeigen konnte.
Damals standen Sterndeuter allgemein hoch im Kurs; viele Könige ließen sich von ihnen vor wichtigen Entscheidungen beraten. (Heute bestätigt die Forschung übrigens das auffallende Sternbild zu jener Zeit.) Für die Sterndeuter lag es also nahe, diesen einmaligen neuen Herrscher aufzusuchen – aus wissen-
schaftlichem Interesse, versteht sich. So eine Gelegenheit gab es nur einmal im Leben! Sie folgten also dem Stern – und als sie sich endlich Jerusalem näherten, da dachten sie, dass es ja wohl am logischsten ist, einen neuen König im Königspalast zu finden.
Endlich in Bethlehem an der ärmlichen Krippe angelangt, ging den Sterndeutern offenbar mit Gottes Hilfe das Herz auf: sie wurden von großer Freude erfüllt und huldigten dem Kind. Huldigen – das heißt: sie warfen sich vor ihm nieder.
Sie schwangen keine großen Reden, sondern sie machten sich ganz klein vor ihm und verehrten das Jesuskind als Herrscher!
Ihre großzügigen Geschenke bestätigten dabei ihre demütige Haltung – solche Geschenke machte man einem König, und man schenkt sie Gott: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Mit Myrrhe wur-
den damals Heilsalben gemischt, aber sie kann auch schon Zeichen des Leids sein, denn mit ihr wurden auch Tote einbalsamiert.
Die Sterndeuter achteten jedenfalls sorgfältig auf ihre inneren Eingebungen und Träume, denn sie zogen wegen einer War-
nung, die sie im Traum erhielten, auf einem anderen Wege in ihre Heimat zurück.
Der Evangelist Matthäus zeigt unsmit dem heutigen Text, wie weltbewegend im wahrsten Sinne des Wortes die Geburt Jesu war. Sogar ungläubige Heiden setzten sich in Bewegung, um dieses kleine Kind zu sehen. Sie erkannten die Zeichen der Zeit, die sicher auch andere gesehen haben.
Mit ihrem astronomischen Wissen war ihnen im Gegensatz zu ihren Mitmenschen aber sofort klar, dass es sich hier wirklich um eine Sternstunde der Menschheit handeln musste, die es nur ein einziges Mal geben würde. An diesen heidnischen Gelehrten sehen wir auch, dass Jesus für die ganze Menschheit geboren wurde. Auch für uns heute ist faszinierend, dass ausgerechnet sie als sogenannte Heiden sehr viel Geld für edle Geschenke und die kostspielige wochenlange Reise aufbrachten, vom Zeitaufwand ganz zu schweigen. Diese klugen Männer ließen sich ihre Überzeugung etwas kosten. Ihr Ziel verloren sie unterwegs trotz Schwierigkeiten nie aus den Augen.
Das mutige Beispiel dieser Männer kann uns als wichtige Lektion dienen: Das religiöse Wissen, wie es auch die damaligen geist-
lichen Führer in Jerusalem hatten, reicht alleine nicht aus – man muss sich eben auch tatsächlich auf den Weg machen!
Am heutigen Festtag „Erscheinung des Herrn“ (Epiphanie) werden wir von Matthäus daran erinnert, dass mit dem Er-
scheinen des Messias im Stall zu Bethlehem ein ganz neues Kapitel der Geschichte Gottes mit uns Menschen aufgeschlagen wurde: der ganze Kosmos hat nun eine neue Ordnung be-
kommen! - Matthäus zeigt aber auch, dass es von den ersten Lebenstagen an bereits mächtige Gegner Jesu gab, die ihn als Gefahr für sich ansahen.
Nun liegt es an uns, ob auch wir uns wie diese klugen Männer auf den Weg machen, um Jesus zu huldigen und ihm unsere bescheidenen Gaben zu bringen, oder ob wir uns lieber nicht
in unserem Alltagskram stören lassen wollen, wie damals die religiöse Elite in Jerusalem.
gelehrten (und viel-
leicht auch über uns?) sagte der heilige Augustinus, sie seien wie Wegweiser, die zwar anderen den Weg zeigen, sich selbst aber keinen Millimeter von der Stelle rühren…
„Glauben ist ein Tätigkeitswort“, hat ein Pfarrer einmal treffend bemerkt. Die Sterndeuter machen es uns vor: Die Suche nach Jesus ist für jeden von uns ein weiter und manchmal auch an-
strengender Weg, persönliche Rückschläge und Umwege nicht ausgeschlossen. Von der Weisheit jener Heiden können wir aber lernen, dass man dabei auf Dauer nur Erfolg hat, wenn man sich selbst auch konsequent von den Zeichen Gottes führen lässt.
Und da mag sich jeder in einer ruhigen Minute selbst fragen:
- Lasse ich Sternstunden des Glaubens überhaupt zu?
- Kann ich mich führen lassen - oder klammere ich mich an meine Sicherheiten, meine Vorurteile, mein Wissen, meine Meinung, meine…?
- Will ich überhaupt etwas riskieren und investieren in meine persönliche Suche nach Jesus?
So bietet uns dieser weihnachtliche Festtag am Anfang des neuen Jahres noch einmal die Gelegenheit, uns wirklich in Bewegung zu setzen. Lasst uns zu Jesus gehen und die
„große Freude“ seines Kommens miterleben!
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Predigt Pater Gerhard Lagleder OSB
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Predigt Pfr. Dr. Jörg Sieger
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