Was war eigentlich geschehen? – Meine derzeitige Sicht der Dinge ist diese: Seit etlichen Jahren geht es mit vielen (nicht allen!) Ordensgemeinschaften und Klöstern immer nur in eine Richtung: abwärts.
Die Mitgliederzahlen sanken dramatisch, und der kirchliche Kurs insbesondere auf Verbandsebene des LCWR, in dem 80 % der amerikanischen Nonnen geführt werden, geriet mächtig ins Schlingern.
Starke feministische Tendenzen machten sich breit. Da wurde z.B. auf Ver-sammlungen darüber diskutiert,
ob ein Priester bei einer Messfeier notwendig sei. Für etliche Nonnen sei die Anwesenheit eines Mannes „eine Störung“. Sehr irritierend nicht nur für Rom ist auch die Tat-
sache, dass immer mehr Schwes-
tern ihr Ordensgewand ablegen und in Zivil auftreten. Ein Kamerateam wartete z.B. auf dem Flughafen lange Zeit vergeblich auf zwei Franziskanerinnen, die es für ein Interview ins Kloster bringen sollten – bis sich herausstellte, dass es sich um „zwei chic gekleidete Frauen“ handelte, schreibt ein Reporter über die Panne.
Doch man verzichtet nicht nur auf das Gewand: immer mehr Nonnen leben außerhalb von Klöstern und ver-
zichten z.B. weitgehend auf Stundengebet und eucha-
ristische Anbetung.
Stattdessen ist bei vielen eine Tendenz zur Radikali-
sierung feststellbar: So wurden drei Schwestern ge-
richtlich zu einer Haftstrafe verurteilt, weil sie bei ihrem regelmäßigen Einsatz in der Friedensbewegung immer wieder militärische Einrichtungen angegriffen hatten, z.B. durch das Schneiden von Löchern in Schutzzäune und das Bemalen von Raketen-Silos mit ihrem eigenen Blut. Viele Schwestern, die sich sozial sehr einsetzen, haben sich von ihren örtlichen Gemeinschaften abgelöst und nehmen nicht mehr am klösterlichen Miteinander teil.
Die Gemeinsamkeit mit den Bischöfen wird z.T. bewusst unterlaufen. Während sich etwa die kirchliche Führung gegen die gesetzliche Stärkung der homosexuellen „Ehe“ aussprach, bezog man öffentlich dafür Stellung. Noch deutlicher wurde das jüngst bei der Diskussion um die Gesundheitsreform von Präsident Obama. Während die Bischöfe sich vehement und sogar mit Kanzel-Ver-
lesungen dagegen wehrten, dass auch Einrichtungen der katholischen Kirche gezwungen werden sollten, als Arbeitgeber sämtliche Kosten für alle Arten von Verhü-
tungsmaßnahmen und Abtreibung zu übernehmen, fielen ihnen führende Verbandsmitglieder der Nonnen
in den Rücken, in dem sie sogar in einem Schreiben an die Mitglieder des Abgeordnetenhauses für Obama’s Pläne Stimmung machten. Die Vorsitzende der Abtrei-
bungslobby lobte denn auch die Nonnen, die „mit dem Vatikan und den Bischöfen gebrochen“ hätten. Sie hätten sich mit ihrer „tapferen Entscheidung“ für die Gesundheit der amerikanischen Frauen entschieden…
Doch da geschehen noch weitaus mehr seltsame Dinge. So berichteten amerikanische katholische Blogger darüber, dass auf den jährlichen Hauptversammlungen des LCRW die Lehre der Kirche verlassen wird. 2007 etwa erklärte die Dominikanerin und Professorin Laurie Link, dass viele Schwestern inzwischen „über die Kirche hinaus“ gingen. Jesus sei für sie nur ein „Meister“ unter anderen. Doch nicht genug damit: als Referentin für die Hauptversammlung 2011 wurde Barbara Marx Hubbard engagiert, eine bekannte Vertreterin des sogenannten „New Age“, die z.B. lehrt, dass die Auferstehung Jesu nichts anderes als der Anfang eines neuen Menschen-
typs auf Erden ist, mit völlig neuem Bewusstsein – der homo unversalis.
Da wundert es nicht, dass man in Rom schon seit Jahren auf das Treiben in den USA aufmerksam wurde, zumal immer wie-der Beschwerden eingingen.
So begann man 2009 mit einer Überprüfung der Lage – und stieß überraschend auf massiven Widerstand. Da wurde z.B. eine Fragebogenaktion boykottiert, indem man die Blätter nur unvollständig ausfüllte oder über-
haupt nicht reagierte. Als amerikanische Beauftragte des Vatikans in einige Klöster kommen wollten, um Dinge vor Ort anzusprechen, gab es inzwischen bekanntgewordene E-Mails, in denen Schwestern verabredeten, diese als feindselige Eindringlinge zu betrachten und möglichst nicht ins Haus zu lassen.
„Der Vatikan war über Jahre unendlich geduldig“, schreibt ein Blogger, und die Führerinnen der Nonnen hätten über Jahre jede Gelegenheit gehabt, die jetzige schriftliche Schelte zu vermeiden, aber ihre „monströse Eitelkeit“ habe das nicht zugelassen. So war es keines-
wegs so überraschend, wie bestimmte Schwestern das gerne der Presse erzählen, dass der Vatikan nun für Klarheit sorgen will. Seit drei Jahren wird geprüft und geredet. Jetzt wird auch gehandelt.
- Das Vatikan-Papier (englisch / pdf)
>> BITTE KLICKEN !
- Text im Deutschland-Radio: „Im Visier des Vatikans“
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- Messfeier: Der Priester stört nur?
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- Lange bekannt: Schwestern in der Krise
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- Homepage von Barbara Marx Hubbard
>> BITTE KLICKEN !
Fröhlicher Nonnentanz…
Liturgischer Tanz…
6 Kommentare:
Gerade von Ordensschwestern, die u.a. Gehorsam gelobt haben, sollte man eigentlich erwarten können, dass sie in ihrer Umgebung vorleben, was das unterscheidend Christliche ist.
Sozialarbeit ist zu begrüßen, aber sie ist nicht alles.
Wieder mal Scherereien mit der "Weiberwirtschaft"? :)
Frauen, die unter sich sein wollen, dazu noch chic gekleidet, darf das denn sein?! Dann engagieren die sich auch noch gegen Krieg, Waffen und für den Menschen, seine seelische und körperliche Gesundheit. Dabei scheinen ihnen diese Menschen auch noch wichtiger zu sein als Ordnung und Disziplin?! Da zeichnen Sie, lieber Predigtgärtner, aber ein schauerliches Bild. Man könnte glatt meinen, die hätten die Bibel gelesen und würden sich am Vorbild des Herrn orientieren, der auf Gesetze pfiff (Sabbat, Fasten, Reinheitsvorschriften etc.) und sich mit den religiösen Führern anlegte (Tempelpriester, Schriftgelehrte, Pharisäer etc.).
Der eigentliche Punkt ist nicht, ob Nonnen sich für Menschen engagieren. Das sollen sie sogar. Aber das machen auch andere. So wie Ehepartner haben auch diese Nonnen ein Versprechen für ihr Leben abgeben, und nun gehen diese Nonnen fremd. Nichts gegen Friedensarbeit, aber sollte eine Nonne wirklich durch die Lande ziehen und sogar straffällig werden?
Es ist ein gerne gemaltes Jesus-Bild, das Sie in Ihrem Kommentar bedienen: der Kuschel-Jesus, der auf Gesetze pfeift und alle lieb hat.
Die Realität sah allerdings anders aus. Jesus hat nicht auf die Gesetze gepfiffen, sondern er hat sie beachtet und erfüllt. Immer wieder hat er "im Hause meines Vaters" gepregt. Mit seinen Jüngern besuchte er immer wieder den Gottesdienst. Er sprach sich gegen die Ehescheidung aus und verschärfte so den laschen Umgang mit dem Gesetz.
Wogegen er sich allerdings richtete, das ist ein berechnendes und heuchlerisches Gesetzesverhalten. Er kritisiert diejenigen, die nur so tun als ob und legte sich deshalb mit religiösen Führern an.
„Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen. Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist. Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich" (Mt 5,17-19).
Da zeichnen Sie wohl eher ein niedliches Jesuslein. Nein, er ist straffällig geworden, so wie diese Nonnen, wenn es um das Reich Gottes ging, in dem sich das Heil für die Sünder und Ausgestoßenen eröffnete, deshalb hat man ihn gekreuzigt! Ihr Beispiel mit der Ehe zeigt, dass Sie auf dem Holzweg sind. Das Ehescheidungsgesetz war ein mosaisches Gesetz, das dem Mann die Scheidung erlaubte!! Gegen diese Ungerechtigkeit setzt sich Jesus gegen das Gesetz zur Wehr! Für die religiöse Elite eine Provokation. So stellt er auch heraus, dass der Sabbat für den Menschen ist und nicht umgekehrt, das Sabbatgesetz ist wohl nicht irgendein nebensächliches Gebot, oder?! Ihre "Realität" in Bezug auf Jesus ist wohl ein wenig naiv, wäre er ein solch gesetzestreuer Jude gewesen, wäre er niemals am Kreuz geendet!
Das möchte ich nicht weiter kommentieren. Wir beide haben da einen sehr verschiedenen Blick.
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