Die Internetseite des ZdK ist schnell gefunden und erstaunlich informativ und umfangreich >> BITTE KLICKEN !
Doch so sehr ich mich auch durch die Unterseiten klicke, nirgendwo finde ich einen Beleg für die Behauptung, man wolle im „Namen aller Katholiken“ sprechen. In den von den Bischöfen ausdrücklich abgesegneten Statuten steht, das ZdK „vertritt die Anliegen der Katholiken in der Öffentlichkeit“.Das wird im einzelnen so benannt:
• "Es ( das ZdK) beobachtet die Entwicklungen im gesellschaftlichen, staatlichen und kirchlichen Leben und vertritt die Anliegen der Katholiken in der Öffentlichkeit;
• Es gibt Anregungen für das apostolische Wirken der Kirche und der Katholiken in der Gesellschaft und stimmt die Arbeit der Kräfte aufeinander ab, die in ihm zusammengeschlossen sind;
• Es wirkt an den kirchlichen Entscheidungen auf überdiözesaner Ebene mit und berät die Deutsche Bischofskonferenz in Fragen des gesellschaftlichen, staatlichen und kirchlichen Lebens;
• Es hat gemeinsame Initiativen und Veranstaltungen der deutschen Katholiken, wie die Deutschen Katholikentage, vorzubereiten und durchzuführen;
• Es nimmt die Anliegen und Aufgaben der deutschen Katholiken im Ausland und auf internationaler Ebene wahr;
• Es trägt für die Durchführung und Erfüllung der entsprechenden Maßnahmen Sorge."
Sehr detailliert werden „Unsere Aufgaben“ und andere grundsätzliche Informationen dargestellt. So heißt es dort auch:
„Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) ist der Zusammenschluss von Vertretern der Diözesanräte und der katholischen Verbände sowie von Institutionen des Laienapostolates und weiteren Persönlichkeiten aus Kirche und Gesellschaft. Entsprechend dem Dekret des II. Vatikanischen Konzils über das Apostolat der Laien (Nr. 26) ist das ZdK das von der Deutschen Bischofskonferenz anerkannte Organ, das die Kräfte des Laienapostolats koordiniert und das die apostolische Tätigkeit der Kirche fördern soll.“
Wie dieser Zusammenschluss zustande kommt, erfahre ich dort auch: „Die Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken besteht aus ca. 230 Mitgliedern. 97 Mitglieder werden von der Arbeitsgemeinschaft der katholischen Organisationen Deutsch-
lands (AGKOD) gewählt, 84 Mitglieder kommen (gewählt) aus den Laienvertretungen der deutschen Diözesen (Katholikenräte bzw. Diözesanräte), 45 Mitglieder werden als Einzelpersönlichkeiten hinzugewählt, die meist der Politik oder dem öffentlichen Leben entstammen.“
Ich nehme also zur Kenntnis, dass die 230 Mitglieder der Voll-
versammlung alle demokratisch gewählt sind. Als sehr positiv empfinde ich es, dass mit 97 Mitgliedern der größte Anteil aus den katholischen Verbänden und Gruppierungen hierher kommt, bzw.
84 aus den Diözesen - also Leute aus der kirchlichen Praxis.
Das kann man sogar selbst für jedes einzelne Mitglied nach-prüfen, denn auf der Homepage findet man auch eine ganz detaillierte, alphabetisch geordnete Mit-
gliederliste, die außer der Adresse z.B. auch die Gruppen-Herkunft dieses Mitgliedes nachweist. Transparenter kann man solch eine Liste wirklich nicht mehr gestalten!
Aus den örtlichen Pfarrgemeinderäten gelangen Kandidaten in die Diözesanversammlungen, wo jeweils drei als Delegierte des Bistums ins ZdK gewählt werden. Jeder, der an einer Pfarr-
gemeinderatswahl teilnimmt, beteiligt sich also schon auf der ersten Stufe an diesem System.
Es liegt letztlich an jeder Pfarrei und an jedem Bistum, wem sie das Vertrauen schenkt, ins ZdK gewählt zu werden.
Einen Grund, mich vom ZdK derart per Unterschrift zu distanzieren, kann ich da wirklich nicht sehen. Natürlich kann man mit Recht argumentieren, dass das ZdK mit seinen Stellungnahmen nicht immer eine glückliche Hand hatte. Auch die ganze Geschichte mit der Schwangerschaftsberatung stößt mir sehr unangenehm auf.
Ich vergesse aber auch nicht, welche Eiertänze gerade die deutschen Bischöfe in dieser Frage gemacht haben, bis Rom der Geduldsfaden riss und die Bistümer zum Ausstieg aus der gesetzlichen Schein-Beratung gezwungen wurden.
Wer das ZdK attackiert, sollte auch wissen, dass dieses von der Bischofskonferenz ausdrücklich gewollt und gestützt wird. Es gibt z.B. in der neuesten Vergangenheit ein Interview mit Erzbischof Zollitsch im „Rheinischen Merkur“ vom 04.12.2009, wo es wörtlich heißt: „Heißt das: Das ZdK soll sich zu theologischen Fragen nicht äußern? Zollitsch: Das ZdK sollte seinen Schwerpunkt zunächst in die Gesellschaft hineinsetzen. Selbstverständlich werden wir in gemeinsamen Konferenzen auch innerkirchliche Fragen an-
sprechen. Aber das, was die theologische Dimension angeht, ist primär die Sache der Bischofskonferenz, weil es da ums Lehramt geht. Über die Pastoral muss man gemeinsam sprechen. Und in Politik und Gesellschaft hinein würde ich mir wünschen, dass das ZdK da stärker gehört wird.“
Es gibt auch mehrmals jährlich eine gemeinsame Konferenz von Vertretern der Bischöfe und des ZdK. Die nächste ist z.B. für November 2010 geplant - Arbeitstitel „Der Weg der Kirche in die Zukunft“.
Zweifellos hat es auch immer wieder mehr oder weniger heftige Verstimmungen gegeben, als Reaktion auf unterschiedliche Meinungen zu einem Thema. Ob aber die eine oder andere Verlautbarung des ZdK dem Ansehen des Katholizismus mehr geschadet hat als z.B. Missbrauch durch Priester und demonstrativer Ungehorsam von Geistlichen z.B. durch Veränderung der Liturgie, durch Zu-sammenleben mit einer Freundin, durch „Krawattenpriester“ usw., das sei dahingestellt.
Derartige Angriffe auf das ZdK sind auch nicht gerade neu – hier eine Unterschriftenliste aus dem Jahr 2000:
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Auch ich könnte mir eine besseres ZdK vorstellen, ohne mich da sehr anstrengen zu müssen. Und Kritik an solchen Institutionen ist erlaubt und nötig. Allerdings würde ich mir wünschen, dass man nicht nur herumnörgelt und eine Liste unterschreibt, sondern wirklich selbst aktiv wird und das Gespräch sucht, was bei der Adressenliste des ZdK wirklich kein Kunststück ist.
Ob z.B. den Kritikern ein Deutschland ohne die vom ZdK organisierten Katholikentage (zu denen ich auch ein Wörtchen zu sagen hätte!) wirklich gefallen würde? Hier bekommen Zehn-
tausende Impulse für ihre Arbeit und können mal wieder auftanken.
Die Kritiker mögen auch daran denken, wie ihr Verhalten bei denen ankommt, die in den gewählten Räten ihre Freizeit opfern, um der Kirche einen Dienst zu erweisen. Das wird schon manchem im Herzen wehtun, der sich engagiert, wenn er nun solche Ablehnung spürt.
Liebe Blogger-Kollegin Beschmann! Sie engagieren sich auch aus Liebe zu dieser Kirche – dafür auch meine Anerkennung und alle guten Wünsche für Sie!
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1 Kommentar:
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