10.10.2010

29. Sonntag im Jahreskreis C - 17.10.2010

(Fortsetzung)

Und zwar am liebsten gleichzeitig für den einen den Regen, den er sich dringend für seine Pflanzen wünscht, und dem anderen gleichzeitig die Sonne für den erholsamen Urlaub.
Um unser persönliches Wohlfühlprogramm geht es Jesus nicht. Er hat das Reich Gottes mit Gerechtigkeit für alle im Blick.
Mit diesem Gleichnis sagt er: Betet so energisch um das Kommen des Reiches Gottes (siehe auch das „Vaterunser“!), wie diese arme Witwe um ihr Recht kämpft.
Beten ist auch so etwas wie ein Kampf. Lasst euch nicht dauernd einreden, das Gebet wäre ohnehin vergeblich. Es ist definitiv nicht aussichtslos, sondern im Gegenteil. Gott wartet regelrecht darauf. Man soll Tag und Nacht schreien, ja geradezu „brüllen“ (so könnte man das griechische Original auch übersetzen), was heißen soll:
mit dieser Ausdauer zeigst du, dass du an die Hilfe Gottes glaubst und seiner Verheissung vertraust. Andernfalls würdest du bald aufgeben. Wer kein Ziel kennt, braucht gar nicht erst loszulaufen.
Tag und Nacht beten heißt nicht: ohne Schlaf auskommen und irgendwann tot umkippen. Es meint: das Beten soll nicht eine Handlung sein, die man hin und wieder, wenn einem gerade danach ist, mehr oder weniger gut verrichtet. Beten soll eine Lebens-
einstellung sein.
Es soll mein Leben prägen und tragen. Immer und überall.
Ein Mönchsvater schrieb darüber, man solle beten „beim Schlafen und Essen und in der äußersten Notdurft des Leibes“…
Das Gebet, der Kontakt mit Gott, soll so selbstverständlich sein
wie das Atmen, mehr eine Sache des Herzens als des Mundes. Viele denken, auf die Mühe verzichten zu können, das einzuüben, weil anderes dringender als das Beten ist. Das ist in etwa so intelligent wie: Wenn ich kurz vor dem Verhungern bin, kann ich das einfach durch schnelleres Atmen ausgleichen…
Von den Mönchen kennen wir das „immerwährende Gebet“, z.B. immer wieder „Jesus Christus, erbarme dich!“ – Da muss jeder seine eigene Art, seinen eigenen Rhythmus finden, mit dem Gebet im Herzen zu leben. Das ist fast so, wie wenn man verliebt ist: Man kann gar nicht anders, als an sein geliebtes Gegenüber zu denken, nur hier geht einem der liebende Gott nicht aus dem Kopf!
Jesus mahnt uns: das Reich Gottes wird sich durch-
setzen. Habt bitte Vertrauen! Haltet eure Wüsten und Trockenheiten aus. Nehmt euch die Zähigkeit dieser Witwe zum Vorbild.
Die Schwierigkeiten mit dem Beten sind nicht neu und nicht nur deine und meine Probleme. Selbst berühmte Heilige haben darunter gelitten, dass ihr Gebet vermeintlich keine Antwort von Gott erfuhr. So hat z.B. Mutter Teresa aus Indien in jetzt veröffentlichten Briefen u.a. geschrieben: „Es gibt so viel Widersprüchliches in meiner Seele…, damit verbunden das Gefühl, nicht gewollt, ja zurück-
gestoßen zu sein von Gott…“


Wir fragen vielleicht: „Wo ist Gott, der mich hört?“
Der letzte Satz des heutigen Evangeliums fragt anders herum.
Gott fragt danach, wo die Menschen sind, die ihn bitten.
Jesus zweifelt nicht an Gottes Hilfe, aber er hat aus Erfahrung Sorge, ob wir Menschen den Glauben in Zeiten der Dürre und in Zeiten der Mutlosigkeit bewahren werden.
Wird er bei dir, wenn er kommt, Glauben vorfinden? Wenn’s mal schwer fällt: denke an Jesus und die 100 % Erfolgsgarantie!

Predigt Prof. Dr. Dr. Klaus Müller: „Was beim Beten geschieht“
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Predigt Pfr. Josef Mohr, Heidelberg
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Predigt Pfr. Andreas Becker: „Betet allezeit!“ (pdf)
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Predigt Pater Martin Löwenstein SJ
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Prof. Dr. Ludwig Volz, Speyer: Lk 18,1-8…ausgelegt
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Exegetisch-theologischer Kommentar (pdf)
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Immerwährendes Gebet: „O Gott, komm mir zu Hilfe…“ (pdf)
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„Macht der Wunder – Die Geheimnisse des Vatikans“: 3-teilige Serie des ZDF am Di, 26.10., 2.11. und 9.11. jeweils 20.15 Uhr
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Piggeldy und Frederick: „Was ist Geduld?“ (3-min-Video)



„Beten – was ist das eigentlich?“ – Interessant gemachtes Kurzvideo der Evangelischen Kirche


Ach so! - Zu einer Reise nach Ägypten gehört natürlich auch ein Gang durch den Basar von Kairo. Gerade hat wieder ein Bus eine Ladung Touristen ausgespuckt. Frau Schmitz braucht unbedingt ein Souvenir, und da fällt ihr eine Auslage auf, in der der Original-Kopf der Kleopatra angeboten wird, natürlich für einen Wahnsinns-Preis. Doch gottlob liegt direkt daneben ein wesentlich kleinerer und preiswerter Schädel. „Wessen Kopf ist denn das?“, möchte Frau Schmitz wissen. Der Händler: „Das ist auch Kleopatras Kopf, allerdings als Kind!“

Ausgesprochenes Pech: - Zur Zeit ist die Ahnenforschung groß
im Kommen. Beim Frauenkaffee in der Pfarrei triumphiert Frau Schmitz: „Es ist uns gelungen, unseren Stammbaum bis zur Zeit Karls des Großen zurückzuverfolgen!“ Ehrfürchtiges Staunen in der Runde. Nur Frau Meier schlägt zurück: „Sie haben es wirklich gut! Wir haben das auch versucht, aber leider sind uns wichtige Unterlagen durch die Sintflut verloren gegangen…!“


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1 Kommentar:

Der Predigtgärtner hat gesagt…

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