Etwa 25 %
Zoll auf den Warenwert waren das damals – und manchmal sicher auch mal etwas mehr. Das war für viele Händler und Bürger sehr schmerzlich, zumal man von seiner Willkür abhängig war. Da rollte sicher manche Träne, da wurde vor Wut so manche Faust geballt. Aber er war ein Aufsteiger, ein Günstling der Römer, die seine Zollstationen auch mit Soldaten schützten. Da gab es kein Pardon – wer die Wucherpreise nicht zahlte, wurde massiv bestraft, bis hin zur Sklaverei.
Also beliebt war er nicht gerade, der raffgierige Großbetrüger Zachäus. Nun aber schien seinen Landsleuten endlich ihre Stunde gekommen, um zu zeigen, was sie von ihm hielten. Jesus war nämlich gerade dabei, auf seinem Wege nach Jerusalem durch Jericho zu gehen, damals eine größere Stadt mit Theater, Pferde-
rennbahn und einem regen Handel wegen der verkehrsgünstigen Lage an einer Karawanenstraße.
Zachäus hatte von Jesu Kommen gehört, wie die anderen auch.
Im Herzen hatte der Ausbeuter doch noch eine geheime Sehnsucht, und die ließ ihm keine Ruhe: er wollte Jesus sehen und sich selbst ein Bild von diesem
Gottesmann machen. Zachäus hatte aber ein Handicap, von dem bei uns jedes Kinder-gartenkind schon weiß, denn die Zachäus-Geschichte wird immer wieder gerne erzählt und gespielt: Zachäus war etwas klein von Gestalt – also strengte sich die Zuschauermenge nach Kräften an, ihm die Sicht zu versperren. Durch deren Reihen gab es für ihn kein Durchkommen, und seine Landsleute amüsierten sich wohl heftig über seine vergebliche Liebesmüh.
Zachäus war klein, aber oho. Das hatte er leider schon oft genug geschäftlich bewiesen. Er konnte vorausdenken. So war ihm schnell klar, welchen Weg Jesus nehmen würde. Also lief er die Strecke voraus und - man glaubt es kaum - er kletterte auf einen Baum!
Das hat wohl eher nicht allzu vornehm ausgesehen, wie er sich da diesmal hocharbeitete – man sieht ihn förmlich schwitzen und keuchen, einfach eine Lachnummer…! Aber er schaffte es und verschwand fast für neugierige Blicke hinter den dichten Blättern
des Maulbeerfeigenbaumes.
Das macht ihn irgendwie sympathisch: Zachäus zeigt Einsatz und sitzt nicht wartend daheim im Wohnzimmer. Zachäus wusste, was er wollte. Auf dem Weg zu einem Ziel überwand er Hinder-nisse, egal, wie anstrengend das für ihn wurde. Und als Zaungast im Baum konnte man in Ruhe abwarten und die Lage beobachten. - Ehe Zachäus aber irgendetwas tun oder sagen konnte, hatte Jesus ihn längst im Baum entdeckt. Das Unfassbare geschah: er rief Zachäus sogar bei seinem Namen. Bei Heilungen und Totenerweckungen hat er das oft so gemacht – den Namen gerufen. Zachäus war sprachlos vor Erstaunen. Offenbar kannte Jesus ihn, so als habe er ihn genau hier an dieser Stelle erwartet. Sofort folgte Zachäus der Aufforderung Jesu und kletterte herunter.
Interessant ist auch, dass Jesus sagte: „Ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein.“ - Hier wird sein göttlicher Lebens-Auftrag klar:
er ist der, der Heil bringt, der Heiland. Er geht diesen Weg konse-
quent und gegen Widerstände, bis er selbst es auch mit einem Baum zu tun bekommt, nämlich dem des Kreuzes.
Was dann bei den Zuschauern geschah, wundert uns nicht.
„Als die Leute das sahen, empörten sie sich“, heißt es. Es gab
doch wirklich genug Fromme im Ort, die Jesus liebend gerne auf-
genommen hätten. Aber nein – er musste ja unbedingt zu diesem Ekelpaket gehen und sich mit ihm in dessen schicker Villa an einen Tisch setzen. Im Orient trifft man sich normalerweise nicht privat daheim, sondern auf neutralem Boden, in einem Café zum Beispiel. Ins eigene Haus, an den eigenen Tisch kommen nur Verwandte, Freunde und Leute, denen man wirklich vertraut.
Zachäus war begeistert. Er nahm Jesus „freudig bei sich auf“, heißt es im Bibeltext. Zachäus war ein Licht aufgegangen. Er spürte sofort: Das ist nicht irgendein Prophet oder Wanderprediger. Das zeigte sich auch daran, dass er Jesus gleich mit dem gläubigen „Herr“ ansprach – wenn einer sein Leben für den Herrn öffnet, kann das Ergebnis eigentlich nur Freude sein.Jesus tadelte Zachäus nicht, er kanzelte ihn nicht ab. Kein Wort der Kritik über dessen Sünden, die er garantiert mindestens ebenso schlimm fand wie die Mitbürger von Zachäus. Jesus spürte, was gerade in Zachäus vorging. Er ist durch die Begegnung mit Jesus heil geworden, geheilt von seiner Krankheit, der Geldgier.
Wir wissen, Jesus konnte auch heftig reagieren. Hier jedoch war Jesus wie ein Arzt, der Verwundetes heilt. Erst wer geheilt ist, kann überhaupt anders, kann gesund und richtig leben.
Zachäus machte jetzt Nägel mit Köpfen. Jetzt oder nie!
Ganz klar hatte er selbst seinen wunden Punkt aufgedeckt, die unersättliche Gier nach immer mehr Geld. Da setzte er nun von sich aus den Hebel an: er versprach Jesus, die Hälfte seines Vermögens an Arme zu geben und denen, die er über’s Ohr gehauen hatte, das Vierfache zurückzugeben.
Faszinierend, wie er sich um 180 Grad gedreht hat: vorher unbe-
grenzte Raffgier, nun fast grenzenlose Großzügigkeit. Der Mann ging wirklich auf’s Ganze – diesmal als ein Aufsteiger, der den schwierig-
sten Aufstieg für Menschen geschafft hat, nämlich den über den eigenen Egoismus hinaus!
Und wir? Lassen wir uns von der Bekehrung des Zachäus Mut machen? - Lassen wir uns von Jesus mit unserem Namen ansprechen?
Sehen wir unsere Schattenseiten und verdrängen sie nicht? - Bedenken Sie: Was ich nicht wahrnehme, kann ich auch nicht verändern!
Jesus möchte auch unser Gast sein. Lassen auch wir ihn
in unser Herz hinein – wir werden es nicht bereuen.
Die Geschichte von Zachäus zeigt: wir sind von Gott über alles geliebt. Nichts von unseren Taten und Untaten kann so schlimm sein, dass er nicht zu uns kommen will. Gibt es einen schöneren Grund, um unsere Mitmenschen und auch uns selbst zu lieben und barmherzig zu sein?
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…ausgelegt von Prof. Dr. Ludwig Volz
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Einleuchtend: Heute ist Pilotenprüfung für Hubschrauber. Der Prüfer will den ersten Prüfling etwas aus der Reserve locken und fragt: „Wozu hat ein Hubschrauber eigentlich diese Rotorblätter?“ Die Antwort irritiert ihn doch etwas: „Damit der Pilot nicht so schwitzt!“ - Etwas angesäuert reagiert der Prüfer: „Lassen Sie solchen Unsinn!“ - Der Kandidat jedoch beharrt auf seiner Antwort: „Nein, nein, das ist schon richtig so! Neulich habe ich beim Training mal einen gesehen, bei dem die Rotorblätter ausgefallen sind.Was glauben Sie wohl, wie da der Pilot geschwitzt hat…!“
Gut aufgepasst: Der Bischof höchstpersönlich hatte sich aus-
nahmsweise zur Prüfung eines jungen Religionslehrers in einem Bergdorf angekündigt. Der Prüfungskandidat belehrte darum seine Schüler: „Kinder, glaubt bitte nicht, weil wir zu unserem Herrgott
„du" sagen, dürft ihr auch unseren hochwürdigsten Herrn Bischof
so anreden; zu dem sagt man immer „Euer Bischöfliche Gnaden!" Während der Religionsprüfung fragte der Oberhirt ein braves Mädchen: „Kannst du mir sagen, wie das sechste Gebot lautet?" Das Mädchen dachte an die eindringliche Belehrung des Lehrers
und antwortete pflichtbewusst: „Euer Bischöfliche Gnaden sollen nicht Unkeuschheit treiben."
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