Er sah den „Geist vom Himmel “ auf Jesus herabkommen „wie eine Taube“, die eine Zeit-lang „auf ihm blieb“. - Die Taube war nicht nur bei Noah das Tier, das den Bewohnern der Arche endlich Land meldete, sondern sie galt im Orient auch immer z.B. als Zeichen für zwei Liebende, die sich einander herzlich zugetan waren.
Dann bekam Johannes zu hören, was Gott dazu zu sagen hatte: „Auf wen du den Geist herabkommen siehst und auf wem er bleibt, der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft.“ - Und Johannes fügt ganz knapp und unmissverständlich hinzu: „Das habe ich gesehen, und ich bezeuge: Er ist der Sohn Gottes.“
Johannes redet also nicht um den heißen Brei herum. Er, der Buß-
prediger, für mächtige und sicher auch für lange Predigten bekannt, wird auf einmal ganz präzise und knapp: „Ich bezeuge: Er ist der Sohn Gottes.“
Wir spüren förmlich den tiefen Ernst dieser Worte. Johannes ist hier ganz und gar Zeuge, ganz eindringlich. Es ist, als wollte er uns wachrütteln und jedem von uns hier und heute zurufen: „Hör doch zu! Er ist es – basta! Dafür lege ich wirklich meine Hand ins Feuer!“ - Und nicht nur das: für dieses Zeugnis ist Johannes später sogar in den Tod gegangen, wie viele Märtyrer früher und auch heute, denken wir z.B. an Pater Maximilian Kolbe und heute an die vielen verfolgten Christen weltweit.
Johannes sagt aber nicht nur, dass Jesus der Sohn Gottes ist. Ganz am Anfang beschreibt er auch dessen Aufgabe, indem er ausruft: „Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt!“ Das kommt uns sehr bekannt vor, denn wir sprechen vor der Kommunion beim Agnus Dei : „Lamm Gottes, du nimmst hinweg
die Sünde der Welt, erbarme dich unser…gib uns deinen Frieden.“ – In jeder Heiligen Messe bekennen wir also, was Johannes damals schon bekannt hat: Dieser Jesus ist das Lamm Gottes!
Das Stichwort „Lamm“ ist für uns heute sehr erklärungsbedürftig, denn zu schnell denken wir dabei an „dummes Schaf“ oder „lammfromm“ im Sinne von: der ist einfach dumm, er lässt er sich alles gefallen und wird unfreiwillig zum Spielball der Interessen anderer. Für die Zuhörer des Johannes jedoch verband sich damals mit dem Wort „Lamm“ sofort eine klare Vorstellung: Als die Israeliten aus der Sklaverei Ägyptens flohen, rettete das Blut von Lämmern
als Zeichen an den Türpfosten sie vor dem göttlichen Engel des Gerichtes (Exodus 12,23).
Traditionell legte übrigens der Hohepriester der Juden am Ver-
söhnungstag, wenn er das Allerheiligste im Tempel betreten durfte, als Zeichenhandlung die Sündenlast des ganzen Volkes durch Handauflegung auf ein männliches Lamm. Ein Lamm war das Zeichen absoluter Friedfertigkeit und Unschuld – es konnte niemand bedrohen.
Doch nun wurden ihm die Sünden aufgebürdet, und es wurde dann in die Wüste getrieben, wo das Tier hilflos verendete, und mit ihm vermeintlich die Sünden der Menschen.
Und im Tempel von Jerusalem wurden damals so viele Opfertiere getötet, dass in diesem Bereich die Priester zuweilen bis zu den Fußknöcheln in den Strömen aus Blut standen.
Wenn also nun Jesus ganz ausdrücklich als das „Lamm Gottes“ bezeichnet wird, dann heißt dies nicht, dass da ein grausamer Gottvater nur durch das Blut seines Sohnes besänftigt werden kann. Jesus erzählte schließlich oft genug von der Barmherzigkeit des Vaters, den er liebevoll „abba“, also Papa, nannte. „Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer“, betonte Jesus (z.B. Mt 9,13).
Es geht hier im Evangelium vielmehr um die für uns einfach unfassbar große Liebe Gottes, die sanft und wehrlos wird in der Sorge um seine geliebten Menschenkinder. Nicht durch Vernichtung, sondern durch das unbegreifliche Opfer der Liebe wird das Böse
der Welt besiegt.
So wundert es auch nicht, dass Jesus genau zu der Zeit am Kreuz stirbt, als im Tempel die Paschalämmer geschlachtet wurden - er selbst ist doch das wirkliche Lamm Gottes, das für uns tut, was wir nicht können. Er nimmt der Sünde ihre verheerende Macht, indem er sie mit vollkommen reiner und purer Liebe besiegt.
Nun ist es freilich in der Praxis mit unserer Nachfolge und unserem Zeugnis leider oft genug nicht so weit her. Immer wieder machen wir die traurige Erfahrung, dass wir zwar erlöste Christen sind, aber nicht so leben wie solche. Auch die Kirche ist eine Kirche der Sünder, und dafür gibt es bedauerlicherweise so viele schlechte Beispiele von Amtsträgern und einfachen Kirchenmitgliedern, dass unser Zeugnis in der Welt dadurch immer wieder verdunkelt wird. Wir werden von unseren Mitmenschen eben nicht an dem gemessen, was wir glauben oder sagen, sondern an dem, was wir tun oder nicht tun.
kundigen Heiligkeit, sondern nur deshalb, weil wir durch seine Liebe und Gnade von ihm erwählt worden sind. - Egal was geschieht und was wir in unserer Schwäche tun: durch die Rettungstat Jesu können wir nie tiefer fallen als bis in die Hand Gottes. Und da sind wir wirklich gut aufgehoben.
Das ist die Frohe Botschaft. Wir haben sie heute noch einmal durch das Bekenntnis des Johannes gehört. Können und wollen auch wir als getaufte Christen Zeugen sein von unserem Glauben?
Auch unser Zeugnistag wird kommen – z.B. wenn wir als Christen Stellung beziehen müssen, wenn wir nach dem Grund unseres Glaubens gefragt werden. Es ist gut, wenn wir uns schon darauf einstellen.
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Nach der Wiedervereinigung Deutschlands. Das Ehepaar aus Sachsen steht vor der Kasse bei ALDI in einer langen Schlange.Er zu ihr: „Vierzch Johre hobn mer inne Schlonge gestonden; nu gehoere mer zum guldnen Westen un muessen wiedr inne Schlange stehn."- Dreht sich der Türke weiter vorne in der Schlange um und sagt: "Wir Euch nix haben gerufen!"
Kirchenkonzert: Zwei alte Damen haben in der Kirche Platz genommen. Die erste flüstert: „Also ich finde, die Akustik ist hier äußerst schlecht." - Die zweite prüft die Lage einen Augenblick und flüstert dann zurück: „Ja, jetzt wo du's sagst, riech' ich's auch."
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