„Ich möchte jedenfalls die Christen dazu einladen, sich zuversicht-
lich und mit verantwortungsbewußter Kreativität im Netz der Beziehungen zusammenzufinden, das das digitale Zeitalter möglich gemacht hat. Nicht bloß um den Wunsch zu stillen, präsent zu sein, sondern weil dieses Netz wesentlicher Bestandteil des mensch-
lichen Lebens ist. Das Web trägt zur Entwicklung von neuen und komplexeren Formen intellektuellen und spirituellen Bewußtseins sowie eines allgemeinen Wissens bei. Auch in diesem Bereich sind wir aufgerufen, unseren Glauben zu verkünden, daß Christus Gott ist, der Erlöser des Menschen und der Geschichte, in dem alle Dinge ihre Erfüllung finden (vgl. Eph 1,10)“, schreibt der Papst.
Freilich geht es Benedikt XVI. nicht nur darum, dass möglichst viele Christen Flagge zeigen, sondern es geht ihm auch um das „Wie“, gewissermaßen um die Einhaltung der christlichen Etikette.Dass ein solcher Hinweis mehr als angebracht ist, zeigt ein Blick ins „katholische“ Internet. Da gibt es wie überall sonst leider auch Internetseiten, in denen nicht nur hitzköpfig, sondern auch mit wenig Respekt vor anderen Menschen und Meinungen debattiert wird.
Und ebenso oft trifft man auf Seiten, in denen die christliche Bot-
schaft verharmlost, verkürzt oder nach dem Munde der Mehrheits-
meinung veröffentlicht wird; da sind auch manche Äußerungen der Amtskirche nicht ausgenommen.
Der Papst formuliert höflich, aber deutlich so: „Vor allem müssen wir uns bewußt sein, daß die Wahrheit, die wir mitzuteilen suchen, ihren Wert nicht aus ihrer „Popularität“ oder aus dem Maß der ihr gezollten Aufmerksamkeit bezieht. Wir müssen sie in ihrer Vollständigkeit nahebringen, anstatt den Versuch zu unternehmen, sie akzeptabel zu machen und sie dabei vielleicht sogar zu verwässern.
Sie muß zur täglichen Nahrung werden und nicht Attraktion eines Augenblicks.“ -
Im Klartext: Bitte, ihr Christen, meldet euch im Internet zu Wort
und nutzt die Chancen dieses Mediums, aber tut das stil- und verantwortungsvoll. „Unaufdringlich“ und „respektvoll“ sind da wichtige Stichworte des päpstlichen Schreibens.
Oder anders formuliert: Die Nächstenliebe gilt ausdrücklich auch
im Internet!
Und deshalb ist es unangebracht und unchristlich, wenn man in Blogs, in online-Netzwerken oder wo auch immer mit dem Hammer der Rechthaberei aufeinander einschlägt. Merke: Meinungs-
austausch: Ja – Schlagabtausch: Nein!
Das Erfreulichste an dieser Papst-Botschaft wird gerade im Blog „Sende-Zeit“ des Erzbistums Freiburg treffend so zusammen-
gefasst: „Der Vatikan scheint endgültig im Social Web angekommen zu sein. Bereits zum dritten Mal hintereinander geht Papst Benedikt XVI. in seiner Botschaft zum Welttag der Sozialen Kommunikations-
mittel auf die Entwicklungen im Internet ein, die man meist unter dem Schlagwort „Web 2.0″ zusammenfasst. Nachdem der Papst im Jahr 2009 erstmals die „neuen Technologien und neuen Verbindungen“ des Sozial Web wahrgommen und im vergangenen Jahr, im „Jahr des Priesters,“ vor allem die Rolle des Seelsorgers in der digitalen Welt behandelt hatte, greift er in diesem Jahr die Kommunikation in sozialen Netzwerken auf. Was mich bei der Lektüre besonders gefreut hat, ist die Klarheit, mit der Benedikt XVI. die „digitale Revolution“ der sozialen Netzwerke erkennt…“
Also Leute, von Blogger-Schelte des Papstes keine Spur. Wohl aber Worte, die alle, die im Internet veröffentlichen, zum Nachdenken anregen sollten. Und dafür kann man Benedikt XVI. nur danken!
Einige Linkhinweise dazu:
Die Papstbotschaft im Wortlaut>> BITTE KLICKEN !
„Papst Benedikt ermahnt katholische Blogger“ (Kronen Zeitung)
>> BITTE KLICKEN !
Infos der Deutschen Bischofskonferenz
>> BITTE KLICKEN !
Artikel von Dr. Norbert Kebekus im Bog „Sende-Zeit“
>> BITTE KLICKEN !
Hier können Sie diesen Artikel selbst
als pdf-Datei downloaden >> BITTE HIER KLICKEN !
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