27.02.2012

Übrigens, Herr Pater Heck: Jesus war kein Steyler Missionar ...

(Fortsetzung)

Diese Priester sind aber die große Ausnahme. Ich habe mich
mit der Arbeit von Räten befasst und war auch selbst PGR-Vor-
sitzender. Nach meiner Kenntnis ist es in unseren Pfarreien eher so, dass händeringend Leute gesucht werden, die mitdenken und mitanpacken. Wenn z.B. Helfer gesucht werden, die im Wohnort etwas verteilen sollen oder Kranke besuchen, dann sind es oft genug immer die gleichen „Dummen“, die sich dafür breitschla-
gen lassen. Viele Mitglieder in den Gremien haben tolle Vor-
schläge – solange es andere machen; natürlich gilt das nicht pauschal. Den Sitzungskatholizismus habe ich auch zur Genüge erlebt, bei dem – das ist jetzt auch mal einseitig! – mancherorts vor allem viel und lang geschwätzt wurde.
Mein Eindruck ist ferner der, dass es bei Konflikten zwischen Pfarrer und manchen Laien nicht automa-
tisch der Pfarrer ist, der Schwierigkeiten macht. Ich habe eine Reihe von Fällen miterlebt, in denen es den Räten sogar ge-
lungen ist, einem missliebigen Pfarrer durch intensive und an-
dauernde Beschwerden beim Ordinariat und andernorts zu
einem endgültigen Tapetenwechsel zu verhelfen.
Zu einem Konflikt gehören ohnehin immer mindestens zwei,
und ich weiß aus Erfahrungen, dass auch in der Kirche gilt: Wie du in den Wald hineinrufst, so schallt es auch wieder heraus. Manches wird derart penetrant debattiert, dass ein verantwort-
licher Gemeindeleiter schlaflose Nächte hat, von persönlichen Animositäten auf beiden Seiten ganz zu schweigen.
Wie Sie in meinen untenstehenden Linktipps sehen und hoffentlich auch aus eigener Erfahrung bestätigen können,
gibt es aber auch Seelsorger, die in ihren Gemeinden sehr beliebt sind und wegen der guten Zusammenarbeit ausdrücklich gelobt werden. Bewusst vergessen wird das Zweite Vatikanische Konzil von der Kirchenführung ganz gewiss nicht. Immer wieder gibt es – auch im Internet – Anstöße, an dieses anzuknüpfen. Dazu gehören auch Initiativen aus Rom, die Sie kennen dürften.
Was nun Ihre Schlussbemerkung betrifft, bin ich erstaunt:
Was wollen Sie damit ausdrücken?
Jesus gehörte nicht zum Priesterstand, klar, aber ein Steyler Missionar und Cursillo-Seelsorger war er auch nicht.
Was soll man also daraus schließen? Ist das ein Argument für eine Kirche, die nur aus Laien besteht?

Mit etwas ratlosen freundlichen Grüßen: Der Predigtgärtner

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3 Kommentare:

Severus hat gesagt…

"Jesus gehörte nicht zum Priesterstand, genausowenig wie die Apostel. Sie alle waren Laien" - Könnte es sein, dass der gute Pater (noch) gar nicht kapiert hat, was es mit dem Priestertum (also mit seinem eigenen Stand) auf sich hat ? Und was es zu bedeuten hat, dass Jesus im NT als der "ewige Hohepriester" bezeichnet wird ?

Der Thuriferar hat gesagt…

Niemand bestreitet ernsthaft, dass es sture Pfarrer gibt. Pater Heck erweckt aber den falschen Eindruck, als stecke da ein boshaftes System Ewiggestriger dahinter.
Und wenn ein Steyler Pater entgegen den Vorschriften aus Rom keine Priesterkleidung trägt, ist dies auch wenig erfreulich.

Agi Maurer hat gesagt…

Da bin ich doch einigermaßen erstaunt: Die Steyler Missionare schienen mir bisher vernünftiger zu sein.
Nun ja, man lernt eben nie aus.

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