Der Politiker, der keineswegs Theologie studiert hat, befand damals, für den Zöli-bat gebe es keine Notwendigkeit.
Das wiederum rief Kardinal Brand-
müller auf den Plan, der ebenso öffentlich zurückschoß und fragte, was denn Herrn Lammert eigentlich legitimiere, zu einem innerkirchlichen Thema Stellung zu beziehen, „das Sie weder von Amts wegen noch persönlich betrifft“. Der Kardinal erinnerte daran, dass „der ehelos lebende Priester … als Jünger Jesu nichts anderes (tut), als sich die Lebensweise des Meisters zu eigen zu machen.“
Als er den Papst im Herbst im Deutschen Bundestag zum Rednerpult führte, trat Lammert dem Papst hinten auf’s Gewand, doch dieser blieb geistesgegenwärtig einen Moment stehen und verhütete dadurch Schlimmeres. Obwohl auch bei der Papst-
messe in Berlin Mundkommunion vorgesehen war, streckte Lammert dem Papst die Hände entgegen.
Mit seiner aktuellen Bemerkung, er wünsche sich einen außer-
europäischen Papst, von dem er schnellere Veränderungen erhoffe, macht Lammert erneut medienwirksam als nach eigener Aussage „protestantisch veranlagter Katholik“ auf sich auf-
merksam.
Doch diesmal platzte einem der deutschen Bischöfe der Kragen. Der für Ökumene-Fragen zuständige Bischof Gerhard Ludwig Müller ant-wortete dem Bundes-
tagspräsidenten auch öffentlich, und mit deutlichen Worten.
Statt sich um die Neuevangelisierung eines müde gewordenen Europas zu sorgen, laufe man Kirchenträumen nach, wo der Mensch bestimme, „was Gott eigentlich zu offenbaren gehabt hätte. Kern und Stern aller Reform-Rhetorik ist der verbissene Kampf gegen den Zölibat der Priester…“ – Der erzürnte Bischof legt sogar noch nach und schreibt von einem „theologisierenden Politiker im Brustton selbstverliebter Ignoranz“.- Peng!
Wenn sich Katholiken um ihre Kirche sorgen, ist das löblich. Wenn ein amtierender Bundestagspräsident dies öffentlich tut, wird es schon etwas befremdlich. Wer sich wie er Sorgen wegen der sinkende Zahl der Priester macht, der sollte der Ehrlichkeit halber doch zuerst mal erklären, warum er sich keine Sorgen über die sinkende Zahl der Gottesdienstbesucher macht. Warum fängt man nicht wirklich an der vielbeschworenen Basis an? Wer wie Lammert und Mitunterzeichner der Meinung ist, durch den Priestermangel sei die Teilnahme am Gottesdienst „unver-
hältnismäßig erschwert“, der verschweigt, dass die Leute kein Problem damit haben, auf Schnäppchenjagd 20 km und mehr zu einem bestimmten Möbelhaus oder Elektromarkt zu fahren.
Natürlich wäre es toll, wenn wir auf jedem Dorf einen eigenen Priester hätten – aber der Fairness halber sollte man auch mal erwähnen, welche Wege Priester z.B. in Brasilien oder Afrika zurückzulegen haben, und das auf ganz anders befestigten Straßen…
Hinter den Forderungen wie der nach verheirateten Priestern steckt letztlich ein Priesterbild, das bedenklich ist. Statt einer Ganzhingabe, statt eines Lebens ohne Wenn und Aber in der Nachfolge Jesu will man einen angepassten und am besten von der Basis gewählten Gemeindeleiter, der nicht mehr so ein nur schwer zu ertragender Störfaktor in der Denkweise dieser Welt ist. Die Spitzenposition evangelischer Pfarrer bei den Schei-
dungsraten sollte doch wohl zu denken geben!
Meiner Meinung nach machen sich „Reformer“ wie Lammert die Sache zu einfach. Das eigentliche Problem sind nicht Bischöfe oder Papst, sondern der dramatische Glaubensschwund.
Der Erfurter Bischof Joachim Wanke hat es so auf den Punkt gebracht: „Der Kirche fehlt nicht Geld und Personal, sondern der Glaube, dass es sich lohnt, Menschen für Christus zu gewinnen.“
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- Quellennachweis Foto Herr Lammert >> BITTE KLICKEN !
- Quellennachweis Foto Bischof Müller >> BITTE KLICKEN !
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1 Kommentar:
Es herrscht keineswegs Funkstille bei den sogenannten Reformern. Der Katholikentag im Mai in Mannheim wird die nächste Bühne sein!
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