24.03.2012

Ein Ehebruch und die Folgen: Der Kindergartenkrieg von Königswinter und die Medien...

(Fortsetzung)
Zuerst hatte es der zuständige Pfarrer mit Gesprächen versucht, um die Leiterin dazu zu bewegen, selbst die Konsequenzen aus ihrem vertragswidrigen Verhalten zu ziehen. Das kirchliche Ar-
beitsrecht, auch von den Erzieherinnen in Königswinter unter-
schrieben, besagt u.a., dass von allen erwartet wird, „dass sie
die Grundsätze der katholischen Glaubens- und Sittenlehre anerkennen und beachten…“
(siehe Link unten).
Was konsequenter-
weise folgte, war wie in ähnlichen Fällen auch die Kündigung des Arbeitsverhält-
nisses. Nun hätte eine neue Leiterin die Arbeit fortsetzen können, aber die Eltern gingen auf die Barrikaden, u.a. auch deshalb, weil die Betroffene ihren Kindern kostenlosen Musikunterricht erteilt, einen Kinder-
chor aufgebaut hat - und weil man meint, das Privatleben der Erzieherinnen gehe die Kirche nichts an.
Und, o Wunder, die Stadt Königswinter folgte in Form des zu-
ständigen Jugendhilfe-Ausschusses dem Elternprotest. In wohl doch nicht so ganz geheimer Abstimmung wurde mit 7 JA-
Stimmen, 4 mal NEIN und 3 Enthaltungen beschlossen, den Träger-Vertrag mit der katholischen Kirchen deswegen frist-
gerecht zum 31. Juli 2013 zu kündigen.
Nun steht man erst mal vor einem allgemeinen Scherbenhaufen. Der Kindergarten ist seine Leiterin los, und die Kirche ist ihren Kindergarten los. Und die Stadt Königswinter kann zusehen, wo sie einen neuen Träger herbekommt.
Die nur 37 Eltern des kleinen Kindergartens erwarten nun auch noch, dass die Kirche die noch gültig laufenden Verträge vorzeitig aufgibt, um noch vor Eintritt der Wirksamkeit der Leiterinnen-Kündigung mit neuem Träger starten zu können.
Über die Zuspitzung des Konfliktes ist man kirchlicherseits natürlich alles andere als glücklich und hat dies auch öffentlich ausdrücklich bedauert. Am 4. April wird beim zuständigen Kirchengemeindeverband darüber beraten, ob man vorzeitig aussteigt oder nicht.
Die Empörung der Medienmacher darüber, dass die Kirche sich an ihre eigenen Richtlinien hält, kocht bis dahin weiter. Da ist z.B. von „Kulturkampf“ und ähn-
lichem die Rede, und selbstverständlich steht man hinter der gekündigten Kinder-
gartenleiterin.
Was dabei immer sehr gerne übersehen wird, ist das kirchliche Arbeitsrecht. Als sogenannter „Tendenzbetrieb“ kann ein solcher Arbeitgeber von seinen Mitarbeitern erwarten, dass sie sich nicht - salopp gesagt - geschäftsschädigend verhalten. Jeder, der für die Kirche arbeitet, weiß ganz genau, was von ihm erwartet wird. Wie käme das wohl in der Öffentlichkeit an, wenn die Kinder-
gartenleiterin trotz noch gültiger Ehe händchenhaltend bei örtlichen Festen auftritt und gleichzeitig katholische Positionen vertreten soll? Soll die Kirche da augenzwinkernd stillhalten?
Da darf jetzt doch auch die Frage erlaubt sein, warum jene Kindergartenleiterin nicht selbst die Stelle gewechselt hat, um Kindern, Eltern und Kirche einiges zu ersparen. Die betroffenen Eltern und ihre Kinder sind in zwei, drei Jahren bezüglich des Kindergartens von der Bildfläche verschwunden. Was bleibt,
ist ein trauriger Streit, bei dem in Wahrheit alle Beteiligten zu Verlierern werden.

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- erstaunlich neutraler WDR: Das darf die Kirche...
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10 Kommentare:

Der Berger hat gesagt…

Der neue Lebensabschnittsgefährte der Kindergartenleiterin ist also der CDU-Fraktionsvorsitzende. Da frage ich mich, ob man seitens der Stadt auch so knallhart auf die Kündigung reagiert hätte, wenn es sich nicht um seine Freundin gehandelt hätte...
Ich will nichts unterstellen, aber seine CDU-Kollegen werden schon in seinem Sinne abgestimmt haben, vermute ich mal.

Cinderella01 hat gesagt…

Wobei man natürlich feststellen muss, dass die Tatsache mit dem Freund-CDU-Stadtrat von den meisten verschwiegen wird. Hier wurde von den Medien das draufhauen auf die Kirche offenbar bevorzugt, obwohl man doch sonst auch gerne mal ordentlich auf die CDU draufdrischt und sich eine solche Gelegenheit normalerweise nicht entgehen lässt.

Anonym hat gesagt…

Wie kann man nur so unbarmherzig sein?
Wo bleibt denn da die zweite Chance?

Der Predigtgärtner hat gesagt…

Wie kann man nur so unbarmherzig sein? - Wo bleibt denn die zweite Chance? -- dachte das Baby kurz vor der Abtreibung...
Unbarmherzigkeit habe ich im Bekanntenkreis bezüglich Ehe noch ganz anders erlebt: Da findet der Mann nach etlichen Ehejahren plötzlich die neue junge Arbeitskollegin sehr attraktiv (ja, mag ja ein Klischee sein, aber so war's!) und verlässt Frau und Kinder.
Nun möchte er mit der "Neuen" überall um Sympathie werben und langfristig auch die Scheidung und eine neue Heirat. Die Kinder sind völlig fertig und in psychologischer Behandlung.
Schuld ist nicht die böse, böse Kirche...

Anonym hat gesagt…

Wenn Frau K. in Königswinter ihre Familie verlässt (es geht nicht nur um ihren Mann!), so trägt sie dafür die Verantwortung. Wenn man die Stellungnahme der örtlichen Kath. Kirche liest, dann fällt auf, dass sie auch einen Termin zur gütlichen Einigung nicht wahrgenommen hat. Das wird aber nicht so gerne in der Presse berichtet.

nicht in der CDU hat gesagt…

Seitens der Eltern wird hier schon Personenkult um die Leiterin betrieben. Man tut so, als sei sie unersetzlich. Wie mögen sich die anderen Kindergarten-Mitarbeiter dabei vorkommen, die auch Tag für Tag ihr Bestes geben?

F. M. hat gesagt…

nicht in der CDU (wo denn sonst?) hat gesagt:

Seitens der Eltern wird hier schon Personenkult um die Leiterin betrieben./

Personenkult sollte guten Katholiken doch nicht fremd sein.
Oder würden Sie einen guten Pfarrer gehen lassen wollen, weil er etwas getan hat, was Sie völlig in Ordnung finden, andere aber ihn deswegen von seinem Posten entfernen wollen?

Sehen Sie, genau so ist es mit der Kindergärtnerin. Die Eltern wollen die gute (anscheinend halten sie sie für sehr gut, so wie sie für sie kämpfen) nicht gehen lassen, nur weil deren Liebe der katholischen Hierarchie missfällt.
Sie würden doch auch für ihren geliebten Pfarrherren kämpfen, wenn Sie ihn für einen prima Priester halten, der Bischof aber nicht.
Woher kenne ich das nur? Aus Kopfing? Aba geh! Das war doch kein Personenkult um Pfarrer Soblicki! Das war Intrigantentum pur; genau so wie bei Weihbischof, pardon, Pfarrer Wagner.
Alles kein Personenkult. Warum soll dann ausgerechnet der Kampf für eine gute Kindergärtnerin Personenkult sien? Weil Sie das glauben?

Anna Maria am Ölberg hat gesagt…

Eltern denken kurzfristig und egoistisch - man kann es ihnen nicht verübeln. Sie wollen möglichst gratis musikalische Früherziehung für ihr Kind, und da kommt ihnen Frau Knecht gerade recht.
Allerdings sorgt eine wirklich gute Leiterin dafür, dass sie nicht allein als Star im Rampenlicht steht, sondern das ganze Team.
Aber die anderen Erzieherinnen fragt ja eh keiner.

Nicht in der CDU hat gesagt…

Die Öffentlichkeit wird für dumm verkauft.
Wenige Tage vorher konnte man in der Lokalzeitung lesen:
"Auch die Stadtverwaltung wolle mit der Kirche ins Gespräch kommen und die aktuelle Situation erläutern. "Aber wenn die Kirche Trägerin bleiben will, gibt es aus unserer Sicht keinen Handlungsbedarf." Zu einer Kündigung der Trägerschaft habe die Stadt jedenfalls keine Veranlassung. "Wir haben einen Träger und Eltern, die mit dem Träger nicht einverstanden sind." Es sei nicht Aufgabe der Verwaltung, das Agieren der Kirche zu bewerten. "Dass die Kirche ein Tendenzbetrieb ist und dort besondere arbeitsrechtliche Verhältnisse herrschen, ist bekannt."" - So am 8.2. geäußert zu Annette Claus!
Und ganz plötzlich ändert die Stadt ihre Meinung um 180 Grad. Aber selbstverständlich spielt da der Freund der Kindergärtnerin und CDU-Fraktionsvorsitzende Dr.... keine Rolle, klar.

Anonym hat gesagt…

Wer wollte nicht, dass ein Freund, oder eine Freundin, ein naher Verwandter oder Arbeitskollege für einen einsteht?
Ist das so schwer eizusehen, dass da ein Mann nicht will, dass seine Freundin ihren Arbeitsplatz verliert, den sie gerne ausfüllt und an dem sie - von ihren Schützlingen und deren Eltern- sehr gut angenommen wird?
Also ich würde für meine Frau und ihren Arbeitsplatz auch kämpfen; oder erwartet hier irgendjemand, dass ein Mann für seine Freundin oder seine Frau nicht in den Kampf zieht, noch dazu wenn er die Kraft und die Möglichkeit dazu hat, es mit dem Gegner aufzunehmen.
Jedes klein beigeben wäre doch absolut feige und treulos gewesen.
Dass sich die Kirchenoberen nur immer so entsetzlich schwer tun mit den Gefühlen der Menschen. Können die das nicht verstehen, oder wollen die das nicht verstehen, weil sie Angst haben? Vor was denn eigentlich? Dass sie unglaubwürdig werden könnten?

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