19.06.2012

13 Millionen schon verbaut: Staat will Pfarrei wegen Bau einer Raststätte enteignen

(Fortsetzung)
Der Grund: Noch nicht geregelte Besitzverhältnisse
der benötigten Grundstücke und fehlende Verträge für Wasser und Kanal (Abwasser).
Mit anderen Worten: Die Autobahndirektion ließ schon mal mit dem Bau beginnen, obwohl Grundlegendes noch nicht geklärt war. Der örtlichen katholischen Pfarrgemeinde droht nun ein Enteignungsverfahren

für neun Hektar Kirchenwald. Bislang weigert sich Pfarrer Markus Schmid nämlich, das benötigte Grundstück zu verkaufen. Er möchte kein Geld, sondern ein Ersatzgrundstück im Tausch, so wie das laut Planfeststellungsverfahren für betroffene Landwirte gilt.
Seit etwa sechs Jahren geht es nun in diesem Streitfall hin und her, weil der Staat nicht zum Tausch bereit ist. Und dann hat man 2011 einfach an-
gefangen zu bauen. Der Pfarrer erhielt ein amtliches Schreiben, das ihm schon mal die Enteignung androht. Seltsamerweise gibt es in der Nähe bereits einen Auto-
hof, und zwei weitere nicht weit entfernt. Die wollen die neue Autobahnraststätte natürlich nicht, denn dadurch sind Arbeitsplätze in Gefahr, während hier neue ent-
stehen würden.
Ende Juli sollen aber auf der neuen Raststättenbau-
stelle wenigstens die 218 Parkplätze freigegeben werden, und dann hat man kurioserweise hier die einzige Raststätten-Anlage in Deutschland, bei der Tankstelle und Raststätten-Gebäude fehlen. Die Stadt ist auch sauer, obwohl sie eigentlich klar für den Neu-
bau ist. Der Stadtrat kritisiert, dass die Frage der erwar-
teten großen Mengen von Wasser- und Abwasser auch noch nicht geklärt ist, da sowohl die Autobahndirektion als auch der künftige private Betreiber der Anlage sich weigern, einen Vertrag mit der Stadt zu unterschreiben, der die Übernahme der Kosten klarstellen soll. Es könne ja wohl nicht sein, empört sich die Stadt, dass man als Betreiber die Gewinne einstreichen wolle, aber die er-
heblichen Kosten für Wasser- und Abwasseranschluss auf die Bürger der Stadt abwälzen möchte.

Man darf also gespannt sein, wie das ausgeht.
Liegt Schilda eigentlich in Bayern…?
Ob Pfarrer Schmid nachts noch ruhig schlafen kann?
Einfach nachgeben wird er wohl nicht: „So wie hier mit uns umgegangen wird, kann das nicht rechtens sein“, erklärt er schon mal der Presse.


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- Einen Autohof gibt es längst…
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- Planfeststellungsbeschluss: Ersatzland für Bauern (4.2) (pdf)  >> BITTE KLICKEN !
- Info der Autobahndirektion ohne Autohöfe (pdf)
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- Die Rekord-Tiefenbohrung
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Vielleicht nimmt auch Pfarrer Schmid (im Video im Hintergrund zu sehen) eine kleine Stärkung?


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2 Kommentare:

Kurt Schmitt hat gesagt…

Was sind denn da bei Vater Staat für Spezialisten am Werke, die heute noch glauben, sie könnten sowas einfach durchziehen?
Ich wünsche dem mutigen Pfarrer viel Ausdauer...!

Der Thuriferar hat gesagt…

Mit Eröffnung des Parkplatzes ohne Raststätte hat man ein Toilettenproblem. Wie wäre es mit einem Dutzend entsprechenden mobilen Plastikhäuschen, die von Künstlern gestaltet werden dürften, vielleicht so wie bei Joseph Beuys mit Fettecke oder mit Dreck-Ecke.
Ein zentral auf dem Parkplatz aufgestelltes Kunstwerk mit einem am Schreibtisch schlafenden Beamten wäre auch nicht übel.

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