Wegen möglicher Überfälle von Dieben oder wilden Tieren trieb der Hirte seine Schafe möglichst jeden Abend in einen Stall oder zumindest in einen Pferch, der rundherum von einer Mauer umgeben war. Es gab nur eine einzige Tür, und die war mit Absicht sehr schmal.
So konnte ein einziger Türhüter eine große Anzahl von Tieren bewachen. Oft kam es nämlich vor, dass mehrere Hirten ihre Herden für die Nacht gemeinsam in einen Stall trieben.
Am nächsten Morgen rief dann jeder Hirte mit seinem speziellen Lockruf seine eigenen Tiere heraus, um sie auf die Weide zu führen.
personal von Kaufhäusern. An diese damals wohlbekannte Praxis knüpft Jesus an. Jedem damals war aus eigener Anschauung sofort klar: Jawohl, das stimmt, die Schafe folgen ihrem Herrn und Führer ohne Wenn und Aber, durch dick und dünn. Seine Stimme ist für sie unverwechselbar, jeder Irrtum ist da ausgeschlossen. Die Schafe haben einen untrüglichen Instinkt für ihren richtigen Hirten.
Was für die gar nicht so dummen Schafe also selbstverständlich ist, das stellen wir Menschen jedoch gerne in Frage. Jesus hat das damals schon mit den Pharisäern und anderen Frommen erleben müssen, und in der heutigen Gesellschaft ist es noch dramatischer: Der Hirte kann immer nur diejenigen Schafe führen, die sich selbst auch führen lassen wollen.
mel versprechen, egal, ob Sekten-
guru oder cleverer Geschäftemacher. Sie kommen nicht durch die korrekte Tür, sondern schleichen sich ein wie ein Dieb oder Räuber in die Schafställe, aber auch in die Seelen der Menschen.
Es sind eigentlich keine Führer, sondern es sind Verführer.
Heute versuchen sie uns z.B. einzureden: „Kümmere dich nur um dich selbst! Sieh zu, wo du bleibst! Alle anderen machen es doch auch so, lass dir im Leben bloß nichts entgehen! Das steht dir doch zu! Hole für dich raus, was rauszuholen ist! Der Ehrliche ist der Dumme! Lass dir von anderen nichts sagen, schon gar nicht von der Kirche! Bleibe dein eigener Herr, lass dich auf nichts ein!“
sichtlich rasend vermehrt. An jeder Ecke bekommst du zum vermeintlichen Discount-Tarif das Heil in diversen Ge-
schmacksrichtungen angeboten. Die Wahrheit spielt da kaum eine Rolle.
Schnell ist dann die Bodenhaftung verloren, wenn man erst mal unter die Räuber gefallen ist. Es ist wie ein Sog, der immer weiter von Gott und dem wirklichen Heil wegreißt. Es ist eine bittere Erfahrung: Wenn die Dämme erst einmal gebrochen sind, ist zum Beispiel die Kindestötung durch Abtreibung schnell zu einem Recht, zu einem Anspruch geworden, nach dem Motto: „Mein Bauch gehört mir!“
Der gute Hirte kennt jedes seiner Schafe, und er ruft jedes mit seinem richtigen Namen. Von Jesus wird jeder ganz persönlich angesprochen; in der Taufe wird auch jeder auf einen bestimmten Namen getauft. Jesus will uns aber auch sagen: Rechnet als Gläubige immer damit, dass falsche Hirten kommen werden, sogar da, wo ihr es nicht erwartet!
Auch in der Mutter Kirche gibt es nicht nur Heilige, gibt es nicht nur Pastoren wie den Pfarrer von Ars und andere, die ihr Leben für ihre anver-trauten Schäfchen opferten. Jesus weiß um die Schwächen der Menschen, und die schließen die Schwächen
der Amtskirche mit ein.
Heute, am Weltgebetstag für geistliche Berufe, ist für alle Priester auch Zeit zur eigenen Gewissenserforschung:
Verkünde ich wirklich, was Originalton unseres Hirten Jesus ist? Oder unterlege ich das Original mit Untertiteln nach meinem Geschmack?
Nicht nur Eheleute sind in der Gefahr der Gewöhnung und Lieblosigkeit. Priester sind es auch. Die Frage, ob man sich als Priester an sein Weiheversprechen erinnert und stets ein guter Türwächter für die Herde des Herrn ist, kann nur jeder Priester für sich selbst beantworten. Aber die Frage sollte jeder „Amtsträger“ sich immer wieder stellen. Schon der Prophet Ezechiel klagt im 34. Kapitel über die Hirten, die sich nur selbst weiden – eine Mahnung, die auch heute noch gilt!
Die hl. Katharina von Siena formulierte es ganz enttäuscht
sehr drastisch: „Die Priester sind Strohhalme und keine Säulen der Kirche…“
Wir wissen heute mehr über die Schwächen der Menschen, von denen auch leider die Priester nicht verschont bleiben, oft auch zu ihrer eigenen Entmutigung.
Am Weltgebetstag für geistliche Berufe sollten wir jedoch ehrlich für uns alle feststellen, auch für die Priester: Eigentlich haben wir keinen Priestermangel, sondern wir haben vor allem einen dramatischen Glaubensmangel in der Kirche. Betet die Gemeinde z.B. für ihren Priester?
geliums wird Jesus noch eindringlicher: „Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen. Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben nicht auf sie gehört. Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden. Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin ge-
kommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“
Jesus spricht von sich als der Tür. Wer durch ihn hineingeht, heißt es, wird gerettet werden. Damit ist uns klar: Es geht um den richtigen Weg zu Gott, um den Weg zum Himmelreich. Jesus wird hier sehr deutlich: Ihr könnt zwar immer wieder neue Wege und neue Türen bauen, aber ich, Jesus, ich bin der richtige Weg, die richtige Tür, damit „die Schafe“ das Leben in Fülle erlangen können und gerettet werden.
Dies ist ein klarer Anspruch Jesu, an dem es nichts herumzu-
interpretieren gibt. „Ich bin die Tür“, sagt Jesus. Er sagt nicht,
ich bin die schönste oder beste Tür. Nein, er ist die einzige Tür für seine Schafe. Das ist ein Monopol, ein Absolutheitsanspruch!
Das heißt für uns: Wir haben nicht diverse Hirten zur eigenen Auswahl, sondern wir sind eine Einheit: Jesus gehört als Hirte zu uns, und wir gehören zu ihm! - Die Entscheidung liegt aber bei uns selbst, ob wir diese Tür zu Jesus nutzen oder nicht.
Sicher denkt Jesus dabei nicht juristisch, etwa nach dem Motto: Katholiken sind schon mal ganz klar und automatisch drinnen in meinem Stall. Der heilige Augustinus hat das mit dem einpräg-
samen Spruch verdeutlicht: „Viele sind drinnen, die draußen sind!“ – Also nicht deinen Personalausweis und Taufschein musst du im Himmel vorzeigen, sondern dein Herz!
Wie lebst du? Vertraust du Jesus wirklich? Lässt du dich von ihm führen, auch wenn du nicht immer Richtung und Ziel erkennst?
wandel die Rede. Das Leben auf der Erde ist in Gefahr, wenn wir so weiter wirtschaften wie bisher. Um das Klima sorgen müssen wir uns auch in der Kirche und bei uns selbst. Gibt es in der Kirche, in meiner Pfarr-
gemeinde ein Klima des vertrauensvollen Miteinanders und eine Kultur des Gebetes, sodass Berufungen hier gut wachsen können? Fördern wir in der Kirche ein Klima des Hinhörens auf unseren Hirten, oder ergehen wir uns in Nörgeleien und negativem Denken?
Es ist doch so: Heute muss ein junger Mann sich schon fast dafür entschuldigen, wenn er Priester werden will. - Stellen Sie sich das mal für einen anderen Beruf vor: Wenn Elektriker ständig nur über die Stromschläge jammern würden, die sie irgendwann mal bekommen haben: niemand wollte mehr Elektriker werden…!
Wenn Mütter ständig nur über die Schmerzen bei der Geburt erzählen würden: niemand wollte mehr Kinder bekommen…!
In diesem Sinne sollte in der Kirche gelten: Weniger meckern, und stattdessen die Augen und Ohren aufmachen und jeder ganz persönlich nichts wie hinter dem Hirten Jesus her!
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Predigt P. Übelmesser SJ (pdf)
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Predigt Pfr. Dr. Jörg Sieger
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Exegetisch-theologischer Kommentar (pdf)
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Prof.Dr.Hanneliese Steichele: „…an seiner Stimme erkannt“
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Papst Benedikt zum Weltgebetstag am 15. Mai 2011 (pdf)>> BITTE KLICKEN !
Gottesbeweis - Appell auf dem Kasernenhof. Offizier zum katholischen Rekruten, den er auf dem Kieker hat: „Schlapp was? Wohl wieder in der Kirche gewesen?“ -- „Jawoll“, sagt der Soldat.Darauf der Offizier zur Truppe: „Sehen Sie die Kaserne?“ -- Rekruten: „Jawoll, Herr Hauptmann!“ --
„Sehen Sie mich?“ – „Jawoll, Herr Hauptmann!“ – „Sehen Sie Gott?“ – „Nein!“ -
Der Offizier: „Dann gibt's auch keinen!“
Da tritt der katholische Rekrut vor und fragt die Kameraden: „Seht ihr unseren Chef?“ –- „Ja!“, brüllt die Truppe. – „Seht ihr seine Hände?“ – „Ja!“ – „Seht ihr sein Gehirn?“ - - „Nein!“
Der Rekrut: „Was folgern wir also daraus…?“
Aufgefallen: Der neue Bischof besichtigt eine Psychiatrische Klinik mit einer geschlossenen Abteilung. Neugierig fragt er den Direktor, nach welchen Kriterien entschieden wird, ob jemand in diese Abteilung eingewiesen wird oder nicht. Der Direktor sagt: "Nun, wir füllen eine Badewanne mit Wasser und geben dem Kandidaten einen Teelöffel, eine Tasse und einen Eimer und bitten ihn, die Badewanne auszuleeren."
Der Bischof: "Ah, ich verstehe, und ein normaler Mensch würde den Eimer nehmen, damit es schneller geht, ja?" Der Direktor: "Nein, ein normaler Mensch würde den Stöpsel ziehen. Darf ich Ihnen einmal ein Luxus-Zimmer für besondere Gäste zeigen?“
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