16.05.2011

Laute Störer bei der Erstkommunion - und die Folgen für den Pfarrer...

(Fortsetzung)
Mehr als
150 Leser-
kommentare nehmen im Blogbereich jener Zeitung zu den Vor-
kommnissen Stellung, und diese große Zahl ist allein schon sehr beachtlich und zeigt, dass hier ein Nerv getroffen wurde, so oder so. -
Da schreiben viele sinngemäß, dass sie sich mehr solcher Pfarrer wünschen, die Rückgrat zeigen. "Ich bin für klare Ansagen", meint einer und empfiehlt, vor Beginn der Messfeier klare Richtlinien "gut hörbar" zu verlesen.
Ein anderer mokiert sich über die Fraktion der Kaugummikauer und SMS-Schreiber und findet: "Auf solche Besucher kann der Gottesdienst verzichten". Dass es immer mehr Menschen gibt, die gar nicht mehr wissen, "wie Kirche geht", bestätigt ein anderer Leser.
Deutlicher wird jemand, der zugibt, sich "durch Kleinkinder und ihr lautes Schreien gestört" zu fühlen und erkennt die Ursache in den Eltern, die ihre Kinder einfach gewähren lassen. Viele Pfarrer sind bei solchen Geschehnissen auch einfach hilflos, findet ein Gottesdienstbesucher, und es sei schon geradezu "ein Reflex, immer sofort Kinderfeindlichkeit zu unterstellen", wenn der Priester während der Messe zur Ruhe mahnt.
Derselbe Leser bringt es auf den Punkt, wenn er feststellt, eigentlich verhielten sich diejenigen Eltern kinderfeindlich, die ihre Kleinkinder in eine solche Veranstaltung mitschleppen. Und ergänzend fügt ein weiterer Kommentator hinzu, dass Eltern offenbar z.T. so wenig Einsicht haben, dass sie noch nicht einmal ein Fläschchen oder leises Spielzeug einpacken.
Mir selbst nicht ganz unbekannt ist auch der Erlebnisbericht eines Katholiken, der schon miterleben musste, wie "in den hinteren Bänken gegessen wurde" und versucht wurde, eine Zigarette anzuzünden.
Man könne das Problem mildern, indem man auch zu solchen Feierlichkeiten ausdrücklich einen Kinder-
gottesdienst anbiete, rät ein Profi, wobei ein anderer ergänzt, dass dieses Angebot gerade an solchen Tagen leider besonders von den Kirchenfernen nicht angenommen werde.

Eine "Großmutter von 15 Enkelkindern" ärgert sich über die Rücksichtslosigkeit mancher Eltern, die den Kommunionkindern durch ihr uneinsichtiges Verhalten diesen schönen Tag ver-
derben. Besonders krass empfand wohl ein Sportsfreund, der bei jener Erstkommunionfeier dabei war, den Lärmpegel, denn er formulierte, er habe sich "am Ende gefragt, ob ich in der Südkurve meines geliebten FC (Köln) war oder in einer Kirche". Ein Zeuge, der die Protestierer beim Verlassen der Kirche erlebte, schnappte auf, wie drei Männer "mit breitem Grinsen" erklärten, wie schön es doch sei, "schon früher mit dem Biertrinken zu beginnen".

Klar gab es in den Kommentaren auch die Gegenseite, wenn auch erfreulicherweise ca. zwei Drittel jenem Pfarrer Zustimmung signalisierten. Einer der Kritiker holte direkt die ganz große Keule hervor: "Dieser katholische Pfarrer ist untragbar", man solle ihm ein Disziplinarverfahren anhängen wegen seines kundenunfreundlichen Verhaltens. Erfreulich ist, dass der Pressesprecher des Erzbistums Köln sich sofort hinter diesen Pfarrer stellte, indem er erklärte, bei einem Gottesdienst müsse eine würdige Atmosphäre herrschen, und jener Pfarrer sei ein sehr erfahrener Geistlicher.
So oder so ähnlich spielt sich die Erstkommunion sicher vieler-
orts ab. Offene Kirchentüren, Erwachsene, die rein und raus gehen, halblaute Gespräche im Kirchenvorraum, Rauchen statt draußen bereits im Kirchenvorraum und ähnliche Hässlichkeiten.
Die Frage ist: Was kann man dagegen tun? Oder soll man alles so laufen lassen, weil es eben nicht zu ändern ist...?
Was meinen Sie dazu?

Hier die Quellen für meinen Artikel:
- BONNER GENERALANZEIGER: "Die Quadratur des Kreises" >> BITTE KLICKEN !
- T-ONLINE: "40 Kommunionsgäste fliehen aus Kirche"
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- BONNER GENERALANZEIGER: "Eklat bei Erstkommunion"
>>
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- Leserdiskussion im Blog der Zeitung >> BITTE KLICKEN !

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6 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hat der Pfarrer überreagiert und damit den Konflikt ausgelöst? Man sollte bei solchen Festitäten ein Auge zudrücken, finde ich.

P. Gregor hat gesagt…

Wer nicht selbst anwesend war, kann schwerlich beurteilen, inwieweit die Reaktion jenes Pfarrers etwas überzogen war. Verständlich ist sie allemal, und meines Respekts darf diese klare Linie sicher sein. Beeindruckt bin ich davon, dass die Mehrheit klar Position bezieht und hinter ihrem Pfarrer steht. Ein Lichtblick!

D. Christian Fischer hat gesagt…

Wir haben in unserer Pfarrei klare Regelungen, die mit den Eltern der Kommunionkinder besprochen werden. Bis jetzt sind wir noch einigermaßen ungeschoren davongekommen, bis auf Hobby-Fotografen, die blitzschnell trotz Verbot bis in den Altarraum hinein ihre Foto-Position einnehmen und die unvermeidlichen Schwätzer vor der Kirchentüre. Jenem Pfarrer für sein Durchgreifen alle Anerkennung - er wusste sicher, dass dies Ärger geben wird.

Anja K aus Belgien hat gesagt…

Da mein Sohn seine Kommunion an Christihimmelfahrt erleben wird, bin ich durch diese Nachrichten besonders erschüttert.
Ich habe selbst als Katechetin die Kinder auf den Tag vorbereitet und habe dabei feststellen müssen, dass nicht nur in den Kirchen der nötige Respekt fehlt.
Ganz egal wie interessiert oder auch nicht die Kinder waren, von den Eltern war eigentlich kaum einer dabei, der mehr als ein nettes Fest in dem Ganzen sieht. Fragt man die Eltern, was sie sich von der Vorbereitung versprechen, kommen die unterschiedlichsten Antworten. Leider war nicht einmal etwas sinnvolles dabei. Eine Mutter fand sogar, dass das sinnvollste an der Vorbereitung sei, dass sie ihr Kind für zwei Stunden aus dem Haus hätte und sich so Wichtigerem widmen könne.
In unserer heutigen Gesellschaft sind es nicht die Kinder, die in den Kirchen stören, sondern Eltern, die ihre Kinder daran hindern rücksichtsvoll mit dem anderen umzugehen. Wer ist wohl daran schuld, wenn 50% der Familien erst 15 Minuten nach Messbeginn lautstark auftauchen? Es ist eine Frechheit denjengen gegenüber, die die Messfeier vorbereitet haben (ich bereite selbst Kinder- und Jugenmessen vor).
Zum Glück gibt es auch in unserer Gemeinde einen Pfarrer, der sich nicht scheut einen unbequemen Weg zu gehen ich bin ihm sehr dankbar für seine manchmal harten, aber oft angebrachten Worte

Anonym hat gesagt…

"Man sollte bei solchen Festitäten ein Auge zudrücken, finde ich."

Man sieht ja wie weit wir mit dem Augen zudrücken gekommen sind. Es gibt keinen Respekt mehr! So kann es in unserer Gesellschaft nicht weitergehen.

Der Predigtgärtner hat gesagt…

Die Dreistigkeit mancher Leute, die in der Kirche stören, ist nur noch durch die Tatsache zu steigern, dass man in Königswinter sogar ein Disziplinarverfahren gegen den Pfarrer anstrengen wollte, denn er sei "untragbar".

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