ein Strohfeuer, das schneller abbrennt,
als man sich das eigentlich gedacht hat? - So manche gescheiterte Ehe ist an erkalteten Gefühlen zerbrochen. Nicht umsonst spricht die Alltagssprache übrigens davon, dass man jemand gut leiden kann – das Mitleiden mit dem geliebten Partner gehört dazu, wenn man jemand wirklich besonders gern hat.
Wirklich lieben heißt auch, sich selbst nicht in den Vordergrund stellen, sondern eigene Wünsche und Interessen am Partner orientieren, sich auch mal zurücknehmen dem anderen zuliebe.
Jesus will denen, die ihm nachfolgen, also auch uns heute, eindringlich klarmachen, dass es nicht genügt, im Überschwang der Gefühle von Jesus begeistert zu sein, also ähnlich zu fühlen wie ein Verliebter. Es ist zwar verständlich, dass wir uns so
etwas wünschen, das besondere religiöse Erlebnis, den heiligen Schauder, die wunderschöne Hl. Messe, die uns mit Glanz und Gloria bis in die Zehenspitzen elektrisiert oder auch die mit-
reißende Stimmung beim Weltjugendtag oder in Taizé. Verständlich, dass wir Menschen uns wünschen, schon auf Erden ein bißchen durch Gottes Schlüsselloch schauen zu dürfen.
Im Gegenteil: er verspricht sie denen, die ihn lieben, indem sie seine Gebote halten. - Aber er will, dass seine Freunde realistisch bleiben.
Den Himmel auf Erden kann man zwar erträumen, aber es wird ihn immer nur kurzfristig geben, und die Ernüchterung im Alltag kann schmerzlich sein.
Also heißt Jesu guter Rat: Wenn du mich wirklich ganz gern hast, dann warte nicht auf ein Wunder, auf eine Erscheinung, auf eine religiöse Sensation für dich. Wenn du mich wirklich gern hast, dann wird es dir mit der Zeit leicht fallen, mir eine Freude zu machen. Dann wird es dir leicht fallen, dein Herz zu fragen, womit du mir als deinem Herrn einen wirklichen Liebesdienst erweisen kannst. Nicht die großen Worte brauche ich von dir, nicht die Bekenntnisse deiner Lippen, sondern deine Tat, also das Einhalten meiner Gebote. Sie sollen im Alltag immer deine Richtschnur sein, deine Leitplanken, an denen du dich immer orientieren kannst.
bekenntnisse. Bei einem Liebespaar stimmt etwas nicht, wenn es zwar immer wieder tolle Liebes-Erklärungen gibt, aber im Alltag dagegen wenig Rücksichtnahme, keinerlei Aufmerksamkeiten, keine Blumen.
Der heilige Augustinus hat es für den Glauben einmal so formuliert: „Liebe, und dann tu, was du willst!“ - Er weiß es auch: wer wirklich liebt, der wird sowieso immer danach streben, mög-
lichst das zu tun, was den anderen glücklich macht.
Jesus überfordert also niemanden, er verlangt nichts Über-
menschliches. Er sorgt vielmehr für die Gläubigen, die auf seinem Weg gehen wollen, sogar für die passende Unter-
stützung, damit sie die Kraft zur Liebe im Sinne Gottes bekommen.
Im heutigen Evangelium heißt es dazu: „Und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll. Es ist der Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt.“
Jesus sagt also einen anderen Beistand zu, so wie er selbst auch stets Beistand für die immer wieder gefährdeten Jünger war. Dieser versprochene Beistand (griechisch: Paraklet = Schützer, Helfer, Anwalt) ist nicht nur Tröster, sondern der Heilige Geist ist auf unserem Weg eine Kraft, die stützt und stärkt. Niemand wird von Jesus als Waisenkind zurückgelassen. Der Geist Gottes ist da und sorgt für uns.
Das geschieht aber offenbar nicht mit großem Getöse. Der große Auftritt vor dem auf Sensationen lauernden Publikum bleibt aus. Es geschieht stattdessen sanft und leise. Die Welt, die Gott so gerne in eine unbedeutende Ecke schieben möchte, hat gar kein Gespür für diesen Geist Gottes, so sehr ist sie ausschließlich mit sich selbst beschäftigt.
Jesus sagt dazu: „Es ist der Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt.“
wie mit einem guten Radio-Sender: Der kann die schönste Sendung ausstrahlen – das hilft aber dem-
jenigen gar nichts, der immer einen anderen Sender eingestellt hat und der gar keinen Versuch macht, den besseren Sender zu finden. - Oder man kann die Welt verglei-
chen mit einem Kind, das noch nicht lesen kann. Der schönste Text ist für dieses Kind noch bloßer Buchstabensalat, einfach so lange nicht verstehbar, bis es lesen gelernt hat.
So ist die Welt, sagt Jesus. Sie hat keine Antenne für Gottes Liebe, weil sie ständig in völlig anderen Kategorien denkt: Macht, Ansehen, Gewinn usw.
Natürlich sagt Jesus das nicht nur so nebenbei. Die Gefahr, sich selbst in der Denkweise dieser Welt zu verlieren, lauert auch immer wieder auf jeden einzelnen Christen und auch auf die Kirche als Organisation. Das passt eben einfach nie und nimmer zusammen: Gott sehr lieben und in den Kategorien dieser Welt denken und leben.
Zum Schluss verspricht Jesus seinen Jüngern und uns noch etwas: „Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.“
Das ist so wie mit einer großen Liebe zwischen zwei Menschen - du kannst auch nicht nur ein kleines bißchen lieben, du kannst einen mutigen weiten Sprung auch nicht mittendrin abbrechen, denn sonst plumpst du so richtig kräftig auf die Nase!
Jesus will uns also sagen: Wenn du mich liebst, wenn du dich auf dieses große Wagnis einlässt und dich jeden Tag um diese Liebe mit Ausdauer kümmerst, so wie du das vielleicht längst mit Kleinigkeiten wie etwa dem Zähneputzen schon machst, dann bekommst du Übung, dann kommst du auch zum Ziel.
Wenn du mich nicht vernachlässigst, dann wirst du irgendwann nicht mehr verschwommen sehen, so wie diese Welt das tut, sondern du wirst klar sehen! Du wirst mit dem Beistand des Heiligen Geistes die Liebe Gottes spüren dürfen und du wirst mit den Augen der Liebe sehen.
Statt der dicken Luft dieser Welt weht dann für dich der frische Wind Gottes! Dann kann es dir sogar passieren, dass du mehr Kraft hast, als du dir selbst zugetraut hättest. Das sollte dich jetzt gar nicht mehr wundern!
Predigt Eberhard Gottsmann: „Gottes Geist – auch heute“>> BITTE KLICKEN !
Predigt Pfr. Josef Mohr: Auf dem Boden der Wirklichkeit…
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Predigt Steyler Missionare: Christen sind keine…Verlierer
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Exegetisch-theologischer Kommentar (pdf)
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Die Liebe zu Jesus – ausgelegt von Prof Dr. Ludwig Volz
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Predigt Pfr. Wilhelm Weber: „Der Paraklet“ (pdf)
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Lesehilfe des Katholischen Bibelwerks (pdf)
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Fritzchen erkundet erstmals den Dachboden des Elternhauses. Dort steht der Laufstall, in dem er seine Babyzeit zugebracht hat. Als er ihn sieht, rennt er schnell runter und ruft aufgeregt nach seiner Mama: „Mami, Mami, wir kriegen bald ein neues Baby!“ –Die Mutter ist doch sehr erstaunt deswegen und fragt zurück: „Wie kommst du denn jetzt darauf?“ – Fritzchen berichtet über seine Entdeckung: „Ich war auf dem Dachboden. Da ist schon die Falle dafür aufgestellt!“
Sprüche:
Wussten Sie schon, dass man eine Tageszeitung auch bei Nacht lesen kann? Auch andere machen Fehler – aber wir haben darin die meiste Erfahrung.
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Am kommenden Montag (30.5.)
erscheint eine Extra-Predigt zu Christi Himmelfahrt!
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