„Du sollst nicht morden“, heißt es bereits in den Zehn Geboten, und das kann und muss man als Christ nur unterschreiben. Aber sofort tauchen auch andere Bilder auf. Was ist mit Soldaten, die andere z.B. in Afghanistan erschießen, weil man ein Verhalten missverstanden hat?
Und wie beurteilen wir dann Menschen wie die Hitler-Attentäter, Menschen wie Graf von Stauffenberg?
Und was ist mit dem Töten, das in vielen Ländern dieser Erde systematisch an Kindern im Mutterleib begangen wird? Und was ist mit dem Töten z.B. durch unterlassene Hilfeleistung für die Hungernden in aller Welt, deren Elend zu einem nicht uner-
heblichen Teil auch mit der Wirtschaftspolitik der reichen Länder zu tun hat?!
Frau Merkel hat keine Freudentänze aufgeführt, die wären wirklich unangebracht. Aber manche, die allzu schnell die Gutmenschen und Moralwächter spielen, sollten dann auch bitte konsequenter sein und ihre Stimme immer dann erheben, wenn menschliches Leben bedroht ist.Derzeit weiß eigentlich ohnehin niemand so wirklich, was sich da tatsächlich abgespielt hat, als Osama Bin Laden getötet wurde. Die hochgefährliche Aktion eines Spezialkommandos wird sicher in einigen Details immer ein Geheimnis der amerikanischen Regierung bleiben.
Merkwürdig mutet es schon an, dass die Aktion zu einem Zeitpunkt gestartet wurde, als einerseits die Umfragewerte von Obama am Tiefpunkt angekommen sind, andererseits aber schon seine ersten Mobilisierungsaktionen für die Wahlen 2012 liefen. Erfolge mussten her, das war Obama schon klar. Erfahrungs-
gemäß sind Feindbilder immer sehr geeignet, um Punkte gutzumachen.
Den Wählern und der Weltöffentlichkeit wird von der US-Regie-
rung nun eine Story geliefert, die eines Hollywood-Films würdig wäre. Bislang ist sie in Teilen recht merkwürdig. Da kann man in Windeseile an Ort und Stelle die DNA des Toten auswerten, um sich der Identität sicher zu sein, wofür Labors Stunden oder gar Tage brauchen. Die Ausrüstung dafür hat man natürlich immer im Hubschrauber dabei, und zwar glücklicherweise ausgerechnet in jenem Helicopter, der nicht zerstört wurde. Die Fotos hingegen müssen noch tagelang ausgewertet werden, bevor man sie zeigen kann …
Und ganz sicher wird es bald auch eine Erklärungsversion geben, warum man Bin Laden an Ort und Stelle liquidieren musste, anstatt ihn vor ein Gericht zu stellen. Was man dabei nicht zugeben wird, ist die amerikanische Befürchtung, dass eine lange Gefangenschaft und ein ebenso langes Gerichtsverfahren hohe Risiken bergen. Die Anhänger des Terrorchefs würden wohl nichts unversucht lassen, um ihn zu befreien oder zumindest zu rächen.
So hat man kurzen Prozess gemacht und sich beeilt, die Leiche vom Flugzeugträger aus in einem Sack ins Meer zu kippen, angeblich unter Beachtung moslemischer Glaubensvorschriften. Dass die eine solche See-Bestattung nur vorsehen, wenn der Tod auf dem Schiff passiert ist und kein Land erreichbar ist, wird dabei lieber verschwiegen.
Jahrelang habe man mühsam alle Spuren verfolgt, um Bin Ladens habhaft zu werden, heißt es. Klingt einleuchtend, stimmt aber nicht. Bereits 2001 war dieser schwer nierenkrank und auf die regelmäßige Dialyse angewiesen. Im Juli 2001 ließ er sich z.B. in einem amerikanischen Krankenhaus in Dubai behandeln. Und warum ließ man in den USA trotz allgemeinen Flugverbotes in den ersten Tagen nach dem 11. September 2001 die Mitglieder seiner Familie ohne jedes Verhör mit Sonder-Erlaubnis nach Paris fliegen, wenn Bin Laden hinter jenem entsetzlichen Anschlag steckte, wie man behauptet?
Der Nährboden für diverse Verschwörungstheorien ist jedenfalls bereitet. Kein Wunder, denn zweimal wurde er vorher bereits für tot erklärt. Mal sehen, wie lange die Freude von Frau Merkel anhält…
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Die beanstandete Äußerung von Angela Merkel im Interview: Merkel antwortete: „Ich bin heute erst einmal hier, um zu sagen: Ich freue mich darüber, dass es gelungen ist, bin Laden zu töten. Und ich glaube, dass es vor allen Dingen auch für die Menschen in Amerika, aber auch für uns in Deutschland doch eine Nachricht ist, dass einer der Köpfe des internationalen Terrorismus, der so viele Menschen auch schon das Leben gekostet hat, gefasst, also getötet wurde. Und damit auch nicht mehr weiter tätig sein kann. Und das ist das, was jetzt für mich zählt." - Daraus geht meines Erachtens hervor, dass "Freude" hier im Sinne von "erleichtert sein" gebraucht wurde, und das kann ich ihr nachfühlen. Als Politikern sollte sie allerdings ihre Wortwahl stets bedenken. -- Der Aufschrei der Empörung ist wohl eher ein Vorbote des Sommerlochs. Habt ihr keine anderen Sorgen?
Von Spitzenpolitikern darf man erwarten, dass sie mit Sprache umgehen können. Insofern kann ich Frau Merkels Wortwahl nicht entschuldigen. Das war daneben.
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