Da ist man ganz mit sichund seinen Gedanken allein, manchmal einfach schreck-
lich allein. Zusammen mit Hunger und Durst wird hier der ausgebrochene Kampf der eigenen Gefühle auf die Spitze getrieben.
In der Einsamkeit klären sich die Gedanken. Was will ich?
Worauf und auf wen baue ich mein Leben?
Was hemmt mich, was ist hinderlich dabei?
Dass es gerade 40 Tage sind, die Jesus in der Wüste verbringt, ist natürlich kein Zufall. 40 Tage verbrachte Mose auf dem Wüstenberg Sinai, wo er von Gott die Zehn Gebote bekam. Und 40 Jahre wan-
derte das Volk auf dem Weg aus der Sklaverei Ägyptens durch die Wüste, bevor es ins Gelobte Land kam. Genau 40 Tage bekam die störrische Stadt Ninive von Jona als Zeit eingeräumt, um zu Gottes Geboten umzukehren.
Die Zahl 40 ist also in der Bibel eine feste Zeitspanne, die bis zu einer endgültigen schwerwiegenden Entscheidung eingeräumt ist. Da wundert es auch nicht, dass unsere kirchliche Fastenzeit, „österliche Bußzeit“ genannt, ohne die Sonntage ebenfalls genau
40 Tage dauert. Hier ist auch für jeden vor dem Osterfest die persön-
liche Entscheidung gefordert, für was und wen man eigentlich lebt.
Am Ende der gesetzten Zeitspanne von 40 Tagen ist Jesus körper-
lich sehr geschwächt; der Hunger quält ihn immer mehr. Jetzt, in diesem kritischen Zustand, hofft der Teufel, der Versucher, auf optimale Bedingungen, um endlich Beute machen zu können.
Lange genug hat er ja abgewartet…
leider ungewollt dem Versucher in die Hände.
Charles Baudelaire bemerkte dazu treffend: „Die größte List des Teufels ist die, uns zu überzeugen, dass es ihn gar nicht gibt.“
Es gibt ihn tatsächlich, den Versucher, griechisch „Diabolus“, also der Durcheinanderwerfer, der Faktenverdreher, der Verleumder. Viele Heilige haben ihre schrecklichen Erfahrungen mit ihm machen müssen, so z.B. auch der Pfarrer von Ars.
Dieser Durcheinanderwerfer ist kein harmloses Kerlchen, keine alberne Witzfigur mit Mistgabel und Pferdefuß. Die Bibel sagt ganz klar, dass er eine mächtige Persönlichkeit ist und im Trotz gegen Gott die ganze Welt beherrschen will und vor allem die Menschen
in seinen bösartigen Aufstand hineinzuziehen versucht. Doch die Bibel sagt auch, dass Gott selbst ihm die Grenzen steckt: bis hierher und nicht weiter!
Im heutigen Evangelium hat er es auf Jesus abgesehen. Er will ihn anlocken, so wie eine Spinne das tut, damit Jesus ihm ins Netz und auf den Leim gehen soll. Er soll unbedingt kleben bleiben an den Verlockungen, die ihm der Teufel verspricht:
Dem Satan geht es in dieser TÜV-Untersuchung Jesu vor allem darum, dessen absolutes Vertrauen auf seinen himmlischen Vater zu erschüttern, und so seine Bewährungsprobe und damit langfristig seinen weiteren Weg als Heiland scheitern zu lassen.
Jesus lehnt es jedoch schroff und kategorisch ab, sich auf sinnlose Debatten mit dem Verführer einzulassen – er fertigt ihn bemerkens-
wert kurz und bündig ab!
In der heutigen Zeit herrscht ja eher die Meinung vor, man solle doch immer den Kompromiss suchen und alle Möglichkeiten ausloten, auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Jesus dagegen ist knall-
hart: Mit dem Bösen kann es keinen Dialog geben: „Weg mit dir, Satan!“
Nur zu gut weiß er: Wenn man dem Teufel den kleinen Finger reicht, nimmt er mindestens die ganze Hand… Jesus hat dem Widersacher Gottes eine klare Absage erteilt, obwohl sich dieser mit der Zur-
schaustellung seiner Macht die größte Mühe gegeben hat.
Jesus jedoch sagtNEIN zu einer Lebensgestaltung aus eigenen Wunsch-
vorstellungen nach Macht, Ehre, Reichtum usw.
Sein himmlischer Vater allein ist Herr seines Lebens. Ihm will er dienen und alle Ehre er-
weisen. Mit dieser konsequenten Haltung schmettert Jesus schließ-
lich den Machtanspruch des Teufels nieder.
Am Ende des heutigen Evangeliums heißt es als Ergebnis seines Kampfes mit dem Teufel nur ganz kurz: „Darauf ließ der Teufel von ihm ab, und es kamen Engel und dienten ihm.“
Jesus hat für sich in der Einsamkeit Klarheit gewonnen und hat der Versuchung widerstanden. Er hat sich nicht zu einem König nach Art und Geschmack dieser Welt machen lassen; auch später hat er immer sehr barsch reagiert, wenn seine Jünger ihn von seinem Weg abbringen wollten. Nur so konnte er für uns die Macht des Teufels brechen und ihn für das Heil der Welt endgültig an die Kette legen. Bellen kann der Satan immer noch, aber er beißt niemanden mehr, so lange man ihm nicht leichtsinnigerweise zu nahe kommt…
Und wir? - Unsere Versuchungen lauern auf uns, täglich und lebenslänglich. Beim Stichwort „Versuchung“ zählt eine Internet-Suchmaschine allein 2.400.000 Fundstellen. Sie ist also allgegen-
wärtig, die Versuchung. Der Dramatiker Oscar Wilde witzelte:
„Allem kann ich widerstehen, nur der Versuchung nicht.“
Gerade in der Fastenzeit können wir aber unseren Blick schärfen für all das, was uns zur Versuchung wird, für das, was uns von Gottes Liebe trennen will. Und da gibt es trotz vieler schlauer Bücher zum Fasten letztlich nicht das überall passende Patentrezept.
Ein, zwei gute Vorsätze in der Fastenzeit sind sicher hilfreicher als erschöpfende geistliche Kraft anstrengungen, die man letztlich doch nicht auf Dauer durchhalten kann.
Schlechte Erfahrungen in der Vergangenheit („ach, ich schaffe das doch sowieso nicht!“) führen regelmäßig nur dazu, dass man das Kind gleich mit dem Bade ausschüttet und das Fasten deshalb ganz bleiben lässt.
So gilt auch beim Fasten: lieber viele kleine Schritte tun, die führen eher zum Ziel als ein paar große Sprünge, mit denen man auf die Nase fällt.
Wie wäre es z.B. mit einem Fasten der Sprache?
Wie gerne jammern wir über alles, und auch über die Kirche.
Bringt uns das aber wirklich weiter?
Hilft es jemandem?
Wie wäre es also eine Zeitlang mit einem bewussten Verzicht auf das übliche Jammern?
Vielleicht hilft es dabei, wenn man diesen Tipp dazu befolgt: Versuche, deinen Nächsten immer so zu sehen, wie Gott selbst ihn wohl sieht und wie Gott diesen Menschen eigentlich gemeint hat!
Sie werden staunen, wie spannend das werden kann…!
Predigt Pfr. Matthias Kreplin: „Versuchung“>> BITTE KLICKEN !
Predigt Pfr. Karl Sendker
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Superintendent H. Aßmann: „Woran erkennt man den Teufel?“ (pdf)
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Predigt Pfr. R. Trieschmann: „Soli Deo Gloria“ (pdf)
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Predigt Pfr. Alfred Enz: „Die Versuchung Jesu“ (pdf)
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Predigt Pfr. Thilo Dömland: „So funktioniert Versuchung“ (pdf)
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Predigt Pfr. Helmut Spindler: „Expecto patronum!“
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Lesehilfe des Katholischen Bibelwerkes (pdf)
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Exegetisch-theologischer Kommentar (pdf)
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Anregungen von „Alles um die Kinderkirche“ (pdf)
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Zur Vaterunser-Bitte „und führe uns nicht in Versuchung“ (pdf)
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Schöne Fotos einer Reise ins Heilige Land
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Der neue Mensch - Seufzend sagt der Bischof zu einem Pfarrer, der leider zu viel trinkt: „Lieber Mitbruder, geh endlich in dich, leg den alten Menschen ab und zieh den Neuen an, wie Paulus uns mahnt!" Einige Zeit später trifft er den armen Pfarrer wieder, aber der hat schon wieder eine beachtliche Fahne. Der Bischof runzelt die Stirne: „Lieber Mitbruder, hast du nicht getan, was ich dir gesagt habe?" Aber der Pfarrer erwidert: „Doch, doch, Herr Bischof, nur leider –der neue Mensch trinkt auch!"
Von Mutter Angelika, der amerikanischen Ordensfrau, die unter anderem den weltweit größten katholischen Fernseh-sender EWTN aufgebaut hat, wird folgende Anekdote erzählt:
Ein Mann erzählte ihr von seiner Bekehrung zu Christus, meinte aber, er könne auf keinen Fall katholisch werden, weil es in der Kirche so viele Heuchler gebe, die nur fromm daherredeten. - Mutter Angelika zerstreute sein Bedenken mit nur einem einzigen Satz: „Ach was, tun Sie es ruhig, auf einen Heuchler mehr oder weniger in der Kirche kommt es auch nicht mehr an . . ."
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Ich sende diese aber auch gerne per Mail in verschiedenen Versionen zu, auf Wunsch auch im kostenlosen Abo. Wie wäre es mit einem unverbindlichen Muster?

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