Inzwischen ist die Lage in Libyen allerdings so weit eskaliert, dass ein militärisches Eingreifen von außen immer schwieriger und unübersichtlicher wird. Europa und die UN haben sich sehr lange taub gestellt, selbst dann, als die 22 Länder der arabischen Liga
eine Flugverbotszone forderten.
Diese partielle Taubheit des Westens wird man in der ganzen arabischen Welt noch lange in Erinnerung behalten. Natürlich sind es nur böse Zungen, die da behaupten, Europa habe deshalb gezögert, weil man mit Gaddafi so gute Ölgeschäfte machen konnte und er außerdem dafür sorgte, dass nicht zu viele Flüchtlinge die Festung Europa erreichten.
Mit großen Reden allein ist Gaddafi jedenfalls nicht zu beeindrucken, wie man sieht. Feuerwehrleute, die stundenlang bei einem Brand zusehen und leidenschaftlich darüber diskutieren, ob sie löschen sollen oder lieber nicht, werden auch nicht ernst genommen. Andererseits: Niemand will sich auf ein militärisches Abenteuer einlassen, von dem keiner weiß, wie es einmal enden wird. Es ist eine schmerzliche Lehre aus der jüngsten Geschichte, dass es immer anders kommt, als man denkt, und schmerzhaft und teuer wird es meistens auch.
Deutschland hat sich nach langem Hin und Her für eine Enthaltung im Sicherheitsrat entschieden. Für deutsches Militär gibt es Richtung Libyen also ein Flugverbot.
Die Entscheidung hat man sich gewiss nicht leicht gemacht.
Bei den Waffenexporten aus Deutschland nach Libyen war man in der Vergangenheit allerdings schneller dabei, obwohl die Unbe-
rechenbarkeit Gaddafis bekannt war. Natürlich ist es nur eine Unterstellung, wenn behauptet wird, die deutsche Regierung habe weniger die bedrohten Menschen in Bengasi im Blick, sondern die demnächst wählenden Menschen in Magdeburg, Stuttgart und Mainz…
Uns Christen dürfen die leidenden Menschen nicht egal sein.Auch wenn sie in Afrika wohnen statt in Japan, haben sie nach Gottes Willen ein Recht auf ein menschenwürdiges Leben, denn sie sind Gottes Geschöpfe genau wie wir. Und wenn das Leid gezielt durch brutale Machthaber verursacht wird, dann tragen wir alle unseren Teil an Mitverantwortung, wenn wir das zulassen.
Gerade in Deutschland hat die Welt durch die entsetzlichen Taten Hitlers miterleben müssen, was passieren kann, wenn man ver-
rückte Despoten zu mächtig werden lässt.
Das tragische Theater um Gaddafi ist noch nicht zu Ende.
Nach der Pause wird sich zeigen, wie es im nächsten Akt weitergeht. Die mehr als 300.000 Flüchtlinge beispielsweise, die kaum mehr gerettet haben als ihr nacktes Leben, schauen mit großen Augen auf die Welt…
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