Wir rechnen fest damit, dass Freunde in der Not zusammenhalten, und bei der großen Hilfsbereitschaft Jesu erwarten wir jetzt ganz selbstver-
ständlich sofortiges Eingreifen.
Merkwürdig: Jesus nahm sich erstaunlich viel Zeit. Er blieb sogar noch volle zwei Tage auf sicherem Gebiet, bis er sich entgegen dem Rat seiner verängstigten Jünger auf den riskanten Weg Richtung Bethanien machte.
Als Erklärung für sein Zögern gab er ihnen den Hinweis:
„Diese Krankheit wird nicht zum Tod führen, sondern dient der Verherrlichung Gottes: Durch sie soll der Sohn Gottes verherrlicht werden.“
Jesus war jetzt in der Schlussphase seines öffentlichen Wirkens angekommen. Er wusste: Nur noch kurze Zeit, und sein eigener Leidensweg bis hin zum Kreuz stand ihm bevor. Diese Leidens-
zeit würde für seine Jünger zu einer Zeit der Trauer, der Resig-
nation, des Unverständnisses werden. Mit einem machtvollen Zeichen, einer Art „Schluss-Akkord“, wollte Jesus ihnen und uns allen deshalb ein Medikament, ein Heilmittel gegen die tägliche Versuchung des Unglaubens überlassen: Schaut nur her!
Bei Gott ist kein Ding unmöglich! Gott ist nicht nur theoretisch Herr über Leben und Tod, sondern auch ganz praktisch. Dieses machtvolle Zeichen an Lazarus demonstriert es.
Die Demonstration Jesu zur Verherrlichung Gottes lehrt uns, dass Gott dem Tod entgegen dem ersten Anschein keine end-
gültige Macht lässt. Gott allein hat das Sagen, auch wenn wir das als kleine Menschen leider nicht immer erkennen können.
Aber warum wartet Jesus erst einmal und geht erst am dritten Tag los nach Bethanien? – Auch das ist wohlüberlegt, denn nach damaliger jüdischer Vorstellung ging die Seele eines Verstor-
benen erst am vierten Tag nach dem Tod endgültig in das Totenreich ein.
Das Warten Jesu war also in Wirklichkeit kein schon fast unanständiges Verhalten gegenüber den so sehnsüchtig wartenden Trauernden, Maria und Martha. Mit dem späten Eintreffen am vierten Tag machte er jedem unmissverständlich klar: Was hier als Zeichen der Verherrlichung des Gottessohnes geschieht, ist keine irgendwie medizinisch doch noch erklärbare Wiederbelebungsmaßnahme und auch keine Erweckung eines bloß Scheintoten.
lichem Eindruck ist dieser Mann so richtig tot, töter geht’s nicht. Daran kann es keinen Zweifel geben. Das unterstreicht auch die aufgeregte Reaktion von Marta, die alle Hoffnung aufgegeben hat: „Herr, er riecht schon, denn es ist bereits der vierte Tag.“ - Tja, da ist wohl nichts mehr zu machen, wie der eindeutige Geruch aus der Grabhöhle beweist …
Im Evangelium heißt es dann: „Als Jesus sah, wie sie weinte und wie auch die Juden weinten, die mit ihr gekommen waren, war er im Innersten erregt und erschüttert.“
Erschüttert war Jesus aber nicht nur über den Tod des Freundes, sondern auch über die Art der Reaktion von Maria und Martha. Es war ganz offensichtlich, dass sie an die Auferstehung der Toten glaubten, wie Martha ganz ausdrücklich erklärte. Aber es war wohl eher ein theoretischer Glaube, ein Glaube des Kopfes, ein Lehrbuch-Glaube, und nicht ein tiefer Glaube des Herzens. Sie sagen es, wie man halt einen mathematischen Merksatz aufsagt: Ja klar, wir werden alle irgendwann mal auferstehen…! Aber das ist schnell dahergesagt, ohne direkte Folgen für das eigene Glaubensleben!
war wörtlich übersetzt ein empörtes „Schnauben im Geist“, also eine herbe Enttäuschung über den Unglauben, der sich hinter solchen schnell aufgesagten Glaubensbekenntnissen versteckt.
Wir spüren seine Erregung, als wollte er auch uns heute noch sagen: Ihr könnt tausend Bekenntnisse „herunterbeten“ und glauben, dass Gott die Welt erschaffen hat und das ganze Universum, aber welche Konsequenz hat das für euch konkret? Glaube ist doch kein Für-wahr-halten von mehr oder weniger schlauen Formu-
lierungen der Theologen!
Es geht Jesus nicht um auswendiges Glauben, sondern es
geht ihm um inwendiges Glauben, um ein Glauben mit Haut und Haaren, mit jeder Faser des Herzens.
Jesus ist spürbar über seine Freunde enttäuscht: Ihr traut Gott also zu, ein unfassbar riesiges Universum zu erschaffen, aber ihr traut ihm noch nicht einmal zu, den Tod wirklich besiegen zu können – was seid ihr bloß für kleingläubige Leute…?!
Daher hakt er auch bei Marta noch einmal nach und betont das so: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das?“ -
Erst da kommt ihr Bekenntnis endlich auch von Herzen: „Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.“
Jesus ist die Auf-erstehung und das Leben! - Ihm ist alle Macht gegeben vom himmlischen Vater! Für ihn gibt es nichts „Anrüchiges“ beim Tod, das er nicht überwinden könnte. Auch wer absolut tot ist, kann durch ihn ganz neu das wirkliche Licht der Welt erblicken! - - Jesus rief deshalb vor der Grabhöhle des Lazarus „mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus!“ - Laut rief er wohl eher für die Ohren der Umstehenden, denn für den Toten dürfte die Lautstärke wohl kaum eine Rolle gespielt haben. -
Jesu lautes Beten und Rufen sollte sicher den Umstehenden seine intensive Verbindung zum himmlischen Vater noch einmal demonstrieren. Dessen Verherrlichung ist auch seine eigene Verherrlichung!
Der Tod ist, wie uns gezeigt wird, für Jesus kein wirkliches Hindernis! Ohne Zögern richtete sich der Verstorbene auf und kam aus eigener Kraft heraus aus seiner Höhle. Dass er quicklebendig war, zeigt sich auch im nächsten Kapitel in
der Bibel, das wir heute nicht behandeln: Einige Tage später
(Joh 12), als Jesus zum letzten Mal zu Gast in Bethanien war, strömten viele Menschen neugierig herbei, um den wieder lebendig gewordenen Lazarus mit eigenen Augen zu sehen.
Und das wiederum sprach sich schnell herum. Die Bestürzung der Hohenpriester in Jerusalem darüber war so groß, dass sie beschlossen, außer Jesus auch Lazarus zu töten, um die Jüngerschar Jesu zu zerschlagen.
Das heutige Evangelium ist also ein großartiger Machtbeweis Jesu, verbunden mit dem eindringlichen Appell: Wirklicher Glaube ist intensive persönliche Beziehung, ist Herzenssache!
Jesus spielt auch nicht den großen Magier. Was seine Jünger und Helfer selbst tun können, das lässt er sie in seinem Auftrage tun. So fällt auf, dass Jesus den schweren Stein vor der Höhle nicht selbst wegrollt, sondern die Helfer ausdrücklich dazu auffordert: „Nehmt den Stein weg!“ -Das war nicht gerade einfach, und da war Teamgeist angesagt – gemeinsam sind wir stark!
Auch die Binden, mit denen der Verstorbene noch umwickelt war, fielen nicht von alleine ab. Jesu Anweisung ging an die Helfer,
die dazu den wieder lebendig Gewordenen berühren mussten: „Löst ihm die Binden, und lasst ihn weggehen!“
Wir können keine Toten erwecken. Wir können aber Totgesagte in unserer Welt lebendig machen, und wir können die Steine wegwälzen, welche die menschliche Not allzugerne in dunkle Höhlen verstecken, wo sie keiner zu sehen kriegen soll.
Wir können versteinerten Herzen einen Ruck geben und die Hilflosen von ihren Fesseln befreien. Das können wir. So gilt der laute Ruf Jesu an Lazarus letztlich auch uns: „Lazarus, komm heraus!“ – Tun wir, wozu auch MISEREOR uns ermuntert:
Stellen wir uns ganz bewusst mit an die Seite der Armen und lassen unser Herz sprechen. Packen wir mit an, wie die Helfer Jesu damals, wenn wir den Notleidenden großzügig helfen.
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Fünf Predigtvorschläge der Karl-Leisner-Jugend
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Predigt Pfr. Josef Mohr
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Exegetisch-theologischer Kommentar (pdf)
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Pater Pius Kirchgessner: Heute schon gelebt?
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Predigt Pfr. Dr. Robert Nandkisore: „Um Vertrauen ringen“ (pdf)
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Predigtimpuls der Steyler Missionare
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Predigt Diakon Josef Lengauer
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Bethanien und Lazarusgrab heute: Militär und hohe Mauern…
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Diverse Materialien zum „MISEREOR-Sonntag“ am 10. April
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Verkehrsunterricht: Zwei Rentnerpaare sind mit einem großen Mercedes auf der Autobahn unterwegs und fahren ständig nicht mehr als 81 km/h. Ein Polizist hält das Auto an, weil ihm das doch verdächtig vorkommt. Der Opa fragt verdutzt: „Waren wir zu schnell, Herr Wachtmeister?"Polizist: „Nein, im Gegenteil, Sie fahren auffallend langsam!"
Opa: „Darf man denn hier schneller fahren?"
Polizist geduldig: „Ich denke, 120 – 130 km/h kann man hier
ruhig fahren."
Opa: „Aber auf den Schildern steht doch dauernd: A 81!"
Polizist erstaunt: „Ja, und? Was meinen Sie?"
Opa: „Na, da muss ich doch auch wohl 81 km/h schnell fahren."
Polizist höflich: „Nein, das ist doch nur die Nummer der Autobahn."
Opa: „Ach so. Vielen Dank für den Hinweis!"
Der Polizist schaut sicherheitshalber noch auf die Rückbank des Autos und sieht dort zwei stocksteif sitzende Omis mit weit aufgerissenen Augen. Da fragt der Polizist fürsorglich die beiden Rentner vorne: „Was ist denn mit den zwei Damen da hinten los? Ist den Damen nicht gut?"
Da sagt der andere Opa: „Doch, doch, alles in Ordnung. Nur, wir kommen nur gerade von der B 252...!!"
Es werde Licht! - Wie viele Christen braucht man, um im Gotteshaus eine Glühbirne auszuwechseln? - Die Frage findet viele Antworten – fast so viele wie es auf dem Erdenrund Kirchen und Gemeinschaften gibt. Eine nicht ganz ernst gemeinte Auswahl:
Charismatiker: Nur einen. Die Hände hat er schon oben.
Pfingstler: Zehn. Einer wechselt sie aus, neun beten gegen den Geist der Finsternis.
Katholiken: Keinen – Kerzen genügen als Ersatz bis zur nächsten Verwaltungsratssitzung. Dann wird vermutlich das Bischöfliche Ordinariat angefragt, ob es dafür irgendwelche Richtlinien gibt.
Evangelisch: Das ist unbestimmt. Ob dein Licht hell, schummrig oder völlig ausgebrannt ist – du bist von Gott geliebt. Du kannst ein helles Licht sein oder ein anderes. Ein Gottesdienst, an dem die ganze Kirche erleuchtet wird, ist für Sonntag geplant. Bring die Birne deiner Wahl und etwas fürs gemeinsame Mahl.
Zeugen Jehovas: Entfällt! Sie verwenden keine Glühbirnen, weil diese im Neuen Testament offenbar nicht vorkommen.
Die heutige Predigt können Sie auch selbst alspdf-Datei downloaden. >>> BITTE HIER KLICKEN !
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