Warum nehmen die Blogger die Mühe auf sich, immer wieder neu Material zusammen-zustellen, Tipps auszugraben und Themen aufzuarbeiten? Warum tun sie sich das an? -- Und warum geben sie auch aus ihrem eigenen Leben, von ihren Einstellungen und Gefühlen freiwillig so viel preis?-- Ich weiß es nicht, und deshalb kann ich nur Vermutungen anstellen. Bei den meisten wird wohl, wenn man sie fragen würde, die Antwort lauten: „Weil es mir Spaß macht!“ – Im Grunde ist es schließlich bei den meisten katholischen Bloggern so etwas wie ein Hobby. Es macht Freude, zu schreiben, sich anderen mitzuteilen und dabei auch noch zu erfahren, dass dies auf beachtliches Interesse der Leser stößt. Das Tolle am Bloggen ist sicher auch, dass hier eine ganz große Freiheit herrscht. Niemand kann einem vorschreiben, welche Themen man aufgreift und wie man sie im Text umsetzt, solange man die Gesetze beachtet und nicht unter die Gürtellinie schlägt.
Die katholischen Blogger lieben ihre Kirche, davon gehe ich mal aus. Bei der Diskussion um das Theologen-Memorandum „Kirche 2011“ konnte man erleben, mit wieviel Engagement da ge- schrieben und organisiert wurde, bis hin zur Gegeninitiative „Pro Ecclesia" .
Ganz sicher wollen viele Blogger durch ihre Artikel einen Beitrag leisten zur Unterstützung und Verbesserung „ihrer“ Kirche. Die schöne Erfahrung einer Art Gemeinschaft unter den Bloggern spielt sicher auch eine Rolle, schließlich bekommt man immer wieder Reaktionen von Lesern und kann erfreut feststellen, dass es doch eine ganze Reihe von „Geistesverwandten“ im Internet gibt. Zugleich ist der Blogger natürlich auch ein eifriger Blogleser, denn die Macher interessiert natürlich, was die „Banknachbarn“ so von sich geben. Was beschäftigt die anderen? Wie drücken sie das aus? Sind die ähnlicher Meinung wie ich oder eher nicht?
Das Schöne beim Bloggen ist auch, dass Reaktionen nicht lange auf sich warten lassen. Kommentare und auch persönliche E-Mails sind bereits nach wenigen Stunden beim Autor ange- kommen. Man darf freilich auch nicht verschweigen, dass es oft gute Gründe hat, wenn Blogger und Kommentarschreiber manchmal ihre wahre Identität nicht preisgeben. Bei Mutter Kirche geht es halt zuweilen zu wie anderswo auch: Es gibt Neider, es gibt Anschwärzer und Nervtöter, und es gibt solche, die einem gerne für diesen oder jenen Beitrag einen Strick drehen würden. Wenn man dann von der Kirche beruflich ab- hängig ist, kann als hilfreich sein, wenn man schon mal seinen eigenen Namen vergisst…
Bei mir selbst war es so, dass ich auch eher zufällig zum Blogger geworden bin. Angefangen hat es damit, dass ich mich zu oft über meiner Meinung nach zu schlecht verständliche Predigten geärgert hatte. So entstand bald in 50 dicken Ordnern eine umfang-reiche Sammlung von Predigten zu den einzelnen Lesejahren. Nachdem ich viel gelesen und mir manche Idee notiert hatte, begann ich damit, für mich selbst eine besser verständliche „frische“ Predigt zu schreiben. Von da an war es nur noch ein kleiner Schritt zum eigenen Blog, um diese damit auch anderen zur Verfügung zu stellen. Nie hätte ich gedacht, dass dies so viele Leser findet…
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4 Kommentare:
Sicher gibt es eine ganze Reihe von Motiven zum Bloggen wie auch zum Lesen von Blogs. Vielleicht ist manchmal beim Blogschreiben der Zeitvertreib ein Motiv. Man hat etwas Sinnvolles zu tun und bekommt überdies auch noch Kontakte.
Die bunte Landschaft der katholischen Blogs ist für mich als Kaplan immer wieder eine Quelle von Ideen. Ehrlicherweise muss man aber auch sagen, dass nicht alles so wertvoll ist, dass es unbedingt der Welt mitgeteilt werden müsste.
Wäre es nicht am einfachsten und effektivsten gewesen, wenn Sie für Ihren Artikel einige Ihrer Bloggerkollegen nach deren Motiven befragt hätten, um dann darüber zu berichten?
Gute Idee, wäre mir aber momentan zu stressig: Wen spricht man da an, und wen nicht?
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