te mehr denn je. Schließlich leben wir doch in einer Gesellschaft, in der uns von der Politik ständig gepredigt wird, wie wichtig die persönliche Vorsorge ist, zum Beispiel zur eigenen Absicherung im Alter.
Wir müssen vorsorgen, mit Kranken-Versicherungen, mit Bauspar-Verträgen, Lebensversicherungen und vielem mehr. Heimlich mag der eine oder andere deshalb bei sich denken: Da ist Jesus doch ganz schön naiv!
Wir leben nun mal in einer Welt, in der wir nichts geschenkt bekommen. Es wäre geradezu unverantwortlich, auch den eigenen Kindern gegenüber, wenn man auf der faulen Haut liegen würde und andere später die Rechnung dafür präsentiert bekämen! -
Nein, lieber Jesus, so geht das nicht!
Wer so denkt, hat jedoch nicht gründlich genug auf Jesu Worte aufgepasst. Nirgendwo sagt Jesus, dass wir unser Erdenleben als einen einzigen großen Urlaub betrachten sollen. Im Gegenteil:
wir erinnern uns an Aussagen Jesu, in denen er z.B. dem untreuen Diener vorwirft, die Talente vergraben zu haben, statt sie arbeiten
zu lassen. Wir erinnern uns auch an die Arbeiter im Weinberg, die in der glühenden Hitze arbeiten mussten.
Und die Jünger Jesu sind auch nicht nackt durch die Gegend gelaufen, sondern ordentlich gekleidet. Von Jesus selbst ist ja bestens bekannt, wie gerne er mit anderen Mahl gehalten hat, wie gerne er gefeiert hat, z.B. bei der Hochzeit zu Kana, wo er sogar auf Bitten Marias für reichlich Nachschub vom besten Wein sorgte.
Nein, Jesus geht es hier um etwas anderes. Hören wir ihm zu:
„Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?“
Salopp gesagt: Er lässt uns nicht hängen. Auf ihn können und
sollen wir uns verlassen. Und genau das ist der springende Punkt. Jesus ist nicht dagegen, für sein Alter vorzusorgen. Jesus ist nicht dagegen, sich finanziell abzusichern. Das müssen wir tun, das muss z.B. auch jede Ordensgemeinschaft tun, die für die Alters-
sicherung ihrer Mitglieder Sorge tragen muss, und bisher ist deshalb auch noch keine Nonne und kein Ordensbruder verhungert.
Nein, nicht das Kümmern um eine finanzielle Absicherung ist für uns Christen das Problem. Zum Problem kann werden, wie man das tut. Um was kreisen die Gedanken? Was steht in unserem eigenen Leben an erster Stelle?
Jesus sagt klar, dass man ihm nur dann nachfolgen kann, wenn man Gott an die erste Stelle seines Lebens setzt, und vor allem dabei das Vertrauen auf Gott, so wie ein Kind hoffentlich seinen Eltern vertrauen kann, dass es nicht Steine statt Brot bekommt.
Jesus wiederholt es eindringlich: „Macht euch also keine Sorgen
und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken?
Was sollen wir anziehen? Denn um all das geht es den Heiden.
Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht.“
den Heiden geht.
Sie haben nämlich
eine Heidenangst.
Kein Wunder, denn die Götter der Heiden sind unberechenbar und launisch, und man weiß nie, womit man diese dauerhaft gnädig stimmen kann. - Wer aber als Christ in Angst und Sorge lebt und in Gedanken ständig darum kreist, der verhält sich also genau so wie ein Heide. Ein solches Denken ist demnach eindeutig ein Rückfall
ins Heidentum!
Daher auch die harte Aussage Jesu im heutigen Evangelium:
„ihr Kleingläubigen!“ – Gott als euer himmlischer Vater weiß doch selbstverständlich, was ihr zum Leben braucht, sagt Jesus.
Im Grunde ist ein solches ständiges sich sorgen noch mehr: es ist letztlich sogar eine offensichtliche Misstrauenserklärung gegen Gott, auch wenn manchem das gar nicht so bewusst ist. Man traut Gott einfach nicht mehr zu, uns die „Speise zur rechten Zeit“ zu geben, wie es in einem Tischgebet heißt. Noch schärfer gesagt: man traut Gott eigentlich gar nichts mehr zu und man glaubt auch nicht wirklich, dass er sich um uns kümmert. Das nimmt man dann doch lieber sicherheitshalber alles selber in die Hand und schuftet dafür von morgens bis abends…
sam aber sicher vom Christen in einen Schnäpp-
chenjäger ver-
wandelt, dessen Bibel die Werbe-
prospekte der Discounter sind. Da ist der Schritt nicht mehr allzu weit zum raffgierigen Steuerhinterzieher und Versicherungsbetrüger. Wir erinnern uns an spektakuläre Fälle von solcher Geldgier bei einigen Spitzenmanagern. Warum machen Menschen das, obwohl sie doch schon so viel besitzen? Wann ist es bei denen endlich genug?
Aber Vorsicht! Das Geld ist nicht nur bei vielen Managern zum Gegenspieler Gottes geworden, also selbst zum neuen Gott gemacht worden. Auch der Normalbürger hat schnell das Gefühl,
im Leben häufig zu kurz gekommen zu sein.
Doch dieser Gott des Geldes, Jesus nennt ihn „Mammon“, der ver-
langt große Opfer an Zeit, große Opfer an Gesundheit, Opfer an Freiheit und Lebensfreude.
Und was bringt einem dieser Gott des Geldes letztlich unterm Strich? - Jesus fragt das seine Jünger: „Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlängern?“
Da sieht man, wer hier der Realist ist! - Jesus bringt es genau auf den Punkt: Was habt ihr von all eurer übertriebenen Sorge? Was habt ihr davon, wenn ihr Gott das Sorgerecht über euch entzogen habt?
Jesus gibt dann selbst die Antwort: Langfristig gesehen habt ihr
gar nichts davon! - Ihr könnt euer Leben damit um keine einzige Sekunde, um keinen einzigen Atemzug verlängern.
Er könnte vielleicht hinzufügen: Alles, was ihr dabei gewonnen habt, sind ein paar Euro mehr. Was ihr aber verloren habt, das ist ent-
scheidend mehr, nämlich das Vertrauensverhältnis zum wahren Gott. Irgendwann wird schließlich auch für euch die Stunde kommen, wo jeder allein vor Gott steht und für seine Person Rechenschaft geben muss: War es das wirklich wert?
Für alle diese tagtäglichen Sorgen gilt darum der Rat Jesu: Nimm doch die tägliche Plage nicht so furchtbar wichtig; sie kommt doch so oder so. Zerbrich dir nicht den Kopf für den lieben Gott!
Quäle dich doch nicht unnötig selbst! -
Bei einem Ballonfahrer würde er sagen: Wirf doch endlich Ballast ab, damit du aufsteigen kannst! Nur eines ist für Christen wirklich abso-
lut vorrangig, nur eines soll bei uns an erster Stelle stehen, wie das Fundament beim Hausbau:
gegeben.“ - So mahnt Jesus damals und heute. Damit meint er nicht bloß eine innere Einstellung, sondern auch ein ganz konkretes Tun. Eine andere Bibelübersetzung sagt dies noch deutlicher: „Zuerst trachtet nach dem Reich Gottes…“ - Das alte Wort „trachten“ bedeutet so viel wie: gezielt nach etwas suchen, nach etwas streben, etwas ganz intensiv tun. Wir kennen es noch z.B. in der Redewendung: „Er hat mich regelrecht traktiert…“ – Es ist also etwas ganz Energisches, ein Nicht-in-Ruhe-lassen, etwas geradezu Aufdringliches…
Das Suchen nach Gottes Reich z.B. durch intensives Gebet, durch aktive christliche Nächstenliebe, durch großzügiges Spenden an Notleidende, durch Mitmachen in einer konkreten Gemeinde usw. lässt den Blick von den eigenen Sorgen wegwandern und öffnet das so Herz für Gott. Wer den Willen Gottes, das Himmelreich, in sei-
nem Leben ganz bewusst an die erste Stelle setzt, von dem sagt Jesus, dass ihm alles andere von Gott dazugegeben wird.
Und den darf man erfahrungsgemäß immer beim Wort nehmen…
In diesem Falle sollte man doch wirklich zum Schnäppchenjäger werden, oder?
Predigt Pfr. Dr. Johannes Holdt>> BITTE KLICKEN !
Exegetisch-theologischer Kommentar (pdf) >> BITTE KLICKEN !
Predigt Pilgerpastor Bernd Lohse (pdf)
>> BITTE KLICKEN !
Gedanken von Diakon Josef Lengauer >> BITTE KLICKEN !
Pfr. Wilhelm Weber: „Lebt richtig!“ (pdf)
>> BITTE KLICKEN
Predigt Pfr. Harald Fischer >> BITTE KLICKEN !
Lesehilfe des Katholischen Bibelwerks (pdf)
>> BITTE KLICKEN !
Predigt Bischof Dr. Kurt Koch: „Von Gott getragen…“ (pdf)
>> BITTE KLICKEN !
Klassentreffen: Einige Ehemalige eines Münchener Gymnasiums treffen sich alle zehn Jahre zu einem Klassentreffen. Als sie 40 Jahre sind, wollen sie zum Paulanerbräu. Warum? Der eine meint: „Weil da die Kellnerinnen so hübsch sind!“ Mit 50 überlegen sie, wo sie sich diesmal treffen, und sie ent-
scheiden sich für den Paulanerbräu in München, weil da die Speisekarten mit so großer Schrift gedruckt sind.
Mit 60 fällt die Wahl auf den Paulanerbräu. Warum? Weil es da auch Diät-Seniorenteller gibt.
Mit 70 wählen sie den Paulanerbräu, weil der Eingang auch für Rollstuhlfahrer geeignet ist.
Als sie 80 werden, überlegen sie lange hin und her, wo sie sich dies-
mal treffen sollen. Da macht einer den Vorschlag Paulanerbräu. Warum? „Weil wir da noch nie waren…!“
Ach, deshalb…! Der Pfarrer ärgert sich ständig über die schier endlosen Telefonate seiner Haushälterin, die die Leitung blockieren. Doch heute hat er Grund zur Freude: „Prima, Sie haben gerade ja nur zehn Minuten telefoniert. Wer war denn da am anderen Ende?“ – „Was weiß denn ich“, antwortet sie, „die Frau hatte sich verwählt.“
Hier können Sie diese Predigtgedanken selbst als
pdf-Datei downloaden >>> BITTE KLICKEN !
... und hier gehts zurück zur Predigtgarten-Hauptseite
>> BITTE KLICKEN !
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Zur Zeit keine Kommentare möglich.
Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.