„Das Memorandum im Geiste des Konzils ist theologisch begründet, kirchenrechtlich legitim und spricht der großen Mehrheit der Katho-
likinnen und Katholiken aus dem Herzen. Das Memorandum wendet sich an alle, "die es noch nicht aufgegeben haben, auf einen Neuanfang in der Kirche zu hoffen und sich dafür einzusetzen". Dieser Aufruf für einen breiten Dialogprozess verdient jede Unter-
stützung, damit die "Freiheitsbotschaft des Evangeliums" auch in Zukunft die Menschen erreicht.“ – Mit anderen Worten: Wer nach Meinung der „Reformer“ hier nicht unterschreibt, der ruiniert die Kirche, der ist verantwortlich für eine miese Zukunft.
Auch bei der Unterschriftensammlung im Internet ist man ganz und gar nicht kleinlich. In einem Frage-Antwort-Katalog wird z.B. gefragt, ob man auch unterschreiben sollte, wenn man inhaltliche Kritik an einzelnen Punkten hat.
Aus der Antwort: „Wenn man – selbst nach intensiver Auseinander-
setzung – dem ein oder anderen Anliegen des Dokuments nicht mit letzter Vehemenz zustimmen kann, so sollte man sich doch fol-
gende Frage stellen: Wie wichtig ist es für die Zukunft der Kirche, dass schwierigen Situationen mit Offenheit und gegenseitigem Verständnis begegnet wird?“ Und daraus folgt natürlich: „Jeder, der an einem Aufbruch im offenen Dialog interessiert ist, kann unserer Meinung nach das Memorandum guten Gewissens unterschreiben.“
Wer ist denn nicht für gegenseitiges Verständis und für die Zukunft der Kirche? – So betrachtet, kann jeder unterschreiben.Und wenn gar der Papst höchstpersönlich die Liste anführt, na dann… - Ein wenig befremd-
lich ist solch eine Stimmungsmache schon, besonders auch, weil man selbst in den Erläuterungen zum Unterzeichnen erklärt, dass „es illegal ist, mit fremdem Namen oder Adresse zu unterschreiben“. - Klar, das gilt mal wieder nur für andere…!
Doch durch diese bewusste Falschangabe wurde ich darauf aufmerksam, dass bei den Unterschriften leicht manipuliert werden kann. Allein in Deutschland gibt es ca. 77 Millionen private E-Mail-Adressen bei über 3.000 Anbietern, und da hat der eine oder andere gleich mehrere.
Wenn dann auch noch ausdrücklich zur „anonymen“ Unterschrift eingeladen wird, dann sieht das Ergebnis so aus wie hier abgebildet – ein beachtlicher Teil will nicht mit Namen genannt sein.Das ist schon irritierend. Schließlich hat niemand zu befürchten, dass der zuständige Bischof die Listen durchforstet und dann dem bösen Unterzeichner einen Besuch abstattet, um ihm mit was weiß ich zu drohen.
Und wie verhält es sich mit Unterschriften von Nicht-Katholiken?
Auch kein Problem, Hauptsache, viele Namen stehen auf den Listen. Für das Ziel sei es natürlich sinnvoller, heißt es, „überwiegend Unterschriften von KatholikInnen vorweisen zu können“. – Na, dann ist ja alles klar.
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3 Kommentare:
Ihre interessante Seite wird offenbar auch von den Protestierern gelesen. Den Namen des Papstes auf der Unterschriftenliste hat man schnell entfernt. Vielen Dank für Ihre aufschlussreichen Informationen!
So mancher, der glaubt, die Kirche retten zu müssen, möge bitte mal nachschlagen: Mt 16,13-18. Und Papst Johannes XXIII. sagte zu sich, wenn die Sorgen ihn packten: "Johannes, nimm dich nicht so wichtig!" - Wie wäre es, den Heiligen Geist wirken zu lassen. Der hat auch Forderungen, aber die treffen jeden ganz persönlich ins Herz.
Wie schon Karl Valentin zu sagen pflegte: "Das ist ja kaum unglaublich!"
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