Es lässt mich jedenfalls aufhorchen, wenn z.B. aktuell Stipendiaten des Cusanuswerkes empört reagieren. Da hat der Vorstand einfach im Namen des Cusanuswerkes die Unterstützung der Forderungen von „Kirche 2011“ verkündet, ohne sich hausintern mit den Sti-
pendiaten an einen Tisch zu setzen. Es sei schon befremdlich, erklären die Studenten, wenn einerseits Laienbeteiligung und Demo-
kratisierung gefordert werde, man dies aber im eigenen Hause nicht anwende.
Dieses Mehr an Beteiligung würden sich gewiss manchmal auch Studenten der Theologie wünschen, z.B. bei der Mitentscheidung über ihre Professoren. Wenn es einen selbst betrifft, ist so etwas aber eher nicht gewünscht, oder?
In meiner nachfolgenden Satire werfe ich mal einen Blick in die hoffentlich nicht so eintreffende Zukunft der Kirche im Jahr 2020. Angeregt wurde ich dazu auch durch folgenden Bezug auf die aktuelle Rechtschreibreform:
Erster Schritt: Wegfall der Großschreibung beispiel: einer sofortigen einführung steht nichts mehr im weg, zumal schon viele graphiker und werbeleute und ganz speziell in foren zur kleinschreibung übergegangen wurde.
zweiter schritt: wegfall der dehnungen und schärfungen beispiel: dise masname eliminirt schon di gröste felerursache in der grundschule, den sin oder unsin unserer konsonantenverdopelung hat onehin nimand kapirt.
driter schrit: v und ph ersetzt durch f, z ersetzt durch s, sch verkürzt auf s beispil: das alfabet wird um swei buchstaben redusirt, sreibmasine und setsmasinen fereinfachn sich, wertfole arbeitskräfte könen der wirtsaft sugefürt werden.
firter srit: g, c und ch ersetzt durch k; j und y ersetzt durch i beispil: iest sind son seks bukstaben auskesaltet, di sulseit kan sofort fon neun auf swei iare ferkürtst werden, anstat aksik prosent rektsreibe-unterikt könen nütslikere fäker, wi fisik, kemi oder auk reknen mer kepflekt werden.
fünfter srit: wekfal fon ä, ö, ü -seiken beispil:ales uberflusike ist iest auskemertst, di ortorafi wider slikt und einfak. naturlik benotikt es einike seit, bis dise vereinfakunk uberal riktik ferdaut ist. fileikt ein bis swei iare. anslisend durfte als nakstes sil, di vereinfafunk der nok swirikeren und unsinikeren kramatik anfisirt werden.
Schauen wir nun augenzwinkernd auf das Leben in der „Kirche 2020“ nach durchgesetztem Beschluss über den Sonderweg in Deutschland:
Wie die „Wissenschaftliche Überwachungs- und Regelungs-Gruppe“ (kurz: WÜRG) mit Rundschreiben 11/2020 mitteilt, haben die demo-
kratischen Abstimmungen im letzten Monat für die katholische Kirche ergeben:
5 Jahre geschlossen. Aus Gründen der Chancengleichheit findet dann turnus-
mäßig ein neues öffentliches Bewerbungsverfahren statt.
2.) Dem Antrag auf Einrichtung von Internet-Anschlüssen im Kirchenraum wird mit 47:11 Stimmen stattgegeben. Eine Kirche,
die mit der Zeit geht und die Freiheitsbotschaft vom menschen-
freundlichen Gott verkündet, hat die Freiheit und Mündigkeit des Einzelnen zu respektieren, um glaubwürdig zu sein. Kirche ist schließlich kein Selbstzweck.
3.) Auf Antrag der Gruppe „Geschlechtergerechte Kirchen-einrichtung“ werden nicht genutzte Beichtstühle zu Toilettenanlagen umgebaut, um einem dringenden Bedürfnis entgegenzukommen. Die Gläubigen sind ohnehin der Beichte ferngeblieben, weil dies ein nicht mehr zumutbares Zeichen von erstarrtem Traditionalismus ist.
4.) Gemäß dem Rechtsprinzip „Was alle angeht, soll von allen entschieden werden“ haben die bundesweiten Pfarrversammlungen im Oktober mit einer Mehrheit von 345.381 Stimmen zu 345.304 Stimmen ergeben, dass das Glockenläuten ab kommendem Monat generell einzustellen ist. In einer multikulturellen Umgebung wird dieses Zeichen nicht mehr verstanden, sondern als versuchte Indoktrination interpretiert. Es muss stets Gewissensentscheidung bleiben, ob und wann man die Kirche besucht; dazu braucht man keine Glocken. Das Nichtläuten ist Ausdruck der Hochschätzung der menschlichen Freiheit.
der neuen Form „Hamburger“ verteilt werden, um den Lebens-
gewohnheiten junger Menschen entgegenzukommen.
Die Überarbeitung des Liedgutes macht Fortschritte. Frauen-feindliche Formulierungen wie „Lobet den Herren…“ sind beseitigt worden.
6.) Die Kindertaufe wird vielfach als verfrüht empfunden. Um das Kind selbst entscheiden zu lassen, wird das Gesamtsakrament „TauKoFi“ eingeführt. Ab etwa 12 Jahren können Taufe, Kommu-
nion und Firmung am selben Tag empfangen werden; dies spart auch Aufwand bei Katecheten und Eltern.
7.) Erfahrungen und Ausdrucksformen der Gegenwart gehören in die Liturgie, an der alle Gläubigen aktiv teilnehmen. In jedem Gottes-
dienst gibt es daher eine aktuelle Presseschau zu kirchlich relevanten Themen, verlesen zu Beginn des Gottesdienstes, damit daraus spontan Fürbitten entwickelt werden können.
Nach der Predigt findet verpflichtend eine Aussprache statt, weil nur der ständige Dialog mit der Meinung der Gläubigen der Freiheits-
botschaft des Evangeliums entspricht.
Im nächsten Rundschreiben 12/2020 informieren wir Sie über die Ergebnisse der Umfrage über die Feier von Kindergeburtstagen und anderen Events im Kirchengebäude.

Petition „Pro Ecclesia“
>> BITTE KLICKEN !
Peter Seewald: „Wer Wind
sät, wird Sturm ernten“
>> BITTE KLICKEN !
„Ein schräges Gemeindebild“ - Anmerkungen von „DIOMIRA“ >> BITTE KLICKEN !
Prof. Dr. Georg May: „Ursachen des Priestermangels“ (pdf)
>> BITTE KLICKEN !
Dr. Alexander Kissler: „Ein Witzlein aus Germanien“
>> BITTE KLICKEN !
Armin Schwibach: „Die Attraktivität der Kirche wird zum Ziel“
>> BITTE KLICKEN !
Sie können diesen Artikel selbst als pdf-Datei downloaden --- >>>BITTE HIER KLICKEN !
zurück zur Predigtgarten-Hauptseite >>> BITTE KLICKEN !

4 Kommentare:
Ich beantrage dringend bei der nächsten Sitzung des ZdK zu beschließen, die Zwangsehe für Priester und Priesterinnen abzuschaffen, da es sich dabei um eine überholte Lebensform handelt. Es ist heute nicht mehr zu vermitteln, wieso nicht auch PriesterInnen die Freiheit besitzen sollten, ohne Angst und Verheimlichung ihre Partner zu wechseln. Schließlich gibt es auch keinen biblischen Beleg dafür, dass Jesus von Nazareth mit Maria Magdalena eine Ehe eingegangen wäre. Wenn übrigens führende katholische Politiker der regierenden Piratenpartei dazu aufrufen, die von der Politik schon längst durchgesetzte Gleichstellung polyamorer Partnerschaften auch in der Kirche umzusetzen, darf die Kirche nicht wieder 200 Jahre an traditionalistischen moralischen Rigorismen festhalten.
Sie haben verstanden. Meine Satire ist tatsächlich so angelegt, dass sie weiter ausgebaut werden kann.
"Das, was wir heute glauben können, was wir redlich nachvollziehen können, ist nicht mehr der Glaube, den Menschen vergangener Generationen gehabt haben. Es ist auch nicht der Glaube, den Jesus selbst gehabt hat, denn auch Jesus hat im Weltbild seiner Zeit existiert. Das heißt, wir brauchen einen viel dynamischeren Begriff von Offenbarung. Das muss immer wieder neu gedacht und kompatibel gemacht werden mit dem Wissen der Welt. Es muss relativiert und historisiert werden und es muss neu darüber nachgedacht werden, was heutzutage noch zu glauben ist."
Satire? Nein, traurige Wirklichkeit, nämlich Zitat von Dr. Magnus Striet, einem der Hauptverantwortlichen für "Kirche 2011".
Nun wissen wir also Bescheid...
Großartige Verdeutlichung der eventuell bevorstehenden "Reformer"-Salami-Taktik!
Man wundert sich, wie hier unser kostbarer
katholische Glaube verprotestantiert werden
soll.
Kein vernünftiger Mensch kauft sich einen
herrlichen Mercedes, um ihn dann mühevoll
in einen Daihatsu-Kombi umbauen zu lassen.
Zumal der zuständige Händler gleich um die
Ecke anzutreffen ist...
Kommentar veröffentlichen
Zur Zeit keine Kommentare möglich.
Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.