Man muss Prioriäten setzen. Während der Verteidigungsminister im Bundestag den Entwurf zur Aussetzung der Wehrpflicht begründete, spazierte Jürgen Trittin beispielsweise durch den Saal und plauderte angeregt und laut mit mehreren Parteifreunden.
Während in Afghanistan Bundeswehr-Soldaten ihr Leben lassen, streitet man hierzulande mit Hingabe über den "Schummelbaron" bzw. über den "Plagiator".
Diskussionsrunde reiht sich an Diskussions-runde, Talk-Show an Talk-Show. Quintessenz: Der böse Verteidigungsminister - hat er doch tatsächlich kräftig bei seiner Doktor-Arbeit gemogelt! - Viele Journalisten mühen sich nach Kräften, Stimmung gegen den Minister zu machen - vielleicht auch deshalb, weil sie nicht nur über ihn verärgert sind, sondern auch über die eigene Kundschaft.
Wie man weiß, sind die Umfrage-Werte für Karl-Theodor zu Guttenberg nach wie vor mit ca. 70 % Zustimmung auffallend hoch.
Da muss rasch eine Erklärung her, und die lautet, etwas vereinfacht ausgedrückt: Die Leute sind eben zu dumm, um die Schwere des Vergehens begreifen zu können. Sie haben keine Ahnung von den Prinzipien, die für wissenschaftliches Arbeiten gelten!
Aber sind die Leserinnen und Leser wirklich so dumm, bloß weil sie anders denken, als die Meinungsmacher das gerne hätten?
Mal ehrlich, Leute: Fast jeder weiß, dass so ein Doktor-Titel noch nichts über die tatsächlichen Qualitäten eines Menschen aussagt. "Doktorspiele in der Politik" heißt es dann auch in einem kurzen Video >> BITTE HIER KLICKEN !
Ohne das Fehlverhalten des Herrn zu Guttenberg gutheißen zu wollen, hat sich auch in der Bevölkerung herumgesprochen, dass
es eine ganze Reihe von diskreten Hilfen gibt, derer sich nicht nur manche Doktoranden gegen entsprechendes Entgelt bedienen, beispielsweise hier >> BITTE KLICKEN !
Solche Büros haben zuweilen mehr als 50 Mitarbeiter und liefern von 2.000 Euro an aufwärts alles, was das Herz begehrt.
Ferner ist es auch kein Geheimnis, dass es unter den zigtausend jährlichen Doktorarbeiten viele gibt, die zwar korrekt zitiert haben, aber ansonsten nicht viel mehr sind als nette akademische Sand-
kastenspiele. Beispiel: "Pädagogisch betreutes Häkeln unter besonderer Berücksichtigung des Minnegesangs im Hochmittelalter" >> BITTE KLICKEN !
Die hohe Zustimmung zum Verteidigungsminister heißt nicht, dass die Mehrheit der Bevölkerung Betrügereien toll findet. Aber die Mehrheit hat wohl doch den Eindruck, dass dieser Mann weiß Gott einen hohen Preis für sein Verhalten gezahlt hat, indem man ihn gnadenlos in den Medien zerrissen hat.
Was jetzt ganz entgegen der Absicht seiner Gegner eintritt, ist eher ein Mitleids-Effekt: Ihr Dauer-Kritiker, lasst es jetzt auch endlich mal gut sein - der Mann hat seine Quittung bekommen, er hat sich entschuldigt, und nun sollte man vielleicht mal wieder zu wirklich wichtigen Dingen übergehen. Also, ihr Jäger, blast eure Treibjagd ab, bevor es auch für eure Zunft nur noch peinlich wird!
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1 Kommentar:
Laut Wikipedia wurden im Jahr 2005 in Deutschland über 25.000 Doktorgrade verliehen. Aus dieser Zahl allein ergibt sich schon, daß ein Doktortitel nichts Besonderes ist. Daß sich hinter dieser Zahl auschließlich talentierte Wissenschaftler verbergen, glaubt eigentlich auch kein Mensch.
Im Fall zu Guttenberg trafen nun ein eitler Politiker, der sich mit so einem Doktortitel schmücken wollte, und eine nicht weniger eitle Universität, die sich mit einem großen Namen schmücken wollte, aufeinander. Das Resultat ist in solchen Konstellationen wie bei jeder anderen Uni auch nun einmal ein Doktortitel. Das Anfertigen der Dissertation ist dabei nur ein lästiges Beiwerk. Normalerweise schert sich da kein Schwein drum, doch in diesem Fall hat der Doktor halt Pech gehabt.
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