28.02.2011

9. Sonntag im Jahreskreis A - 6.3.2011

(Fortsetzung)
Das ist heute so und das war schon zur Zeit Jesu so: Es gibt immer wieder so ein paar Oberschlaue, die sich möglichst wenig Arbeit machen wollen. Es war zur Zeit Jesu mühsam und teurer, nicht in der Nähe eines Flusses zu bauen. Die Bearbeitung des zumeist felsigen Bodens war schweißtreibend und zeitraubend. Außerdem hatte man einen weiteren Weg zum Fluss, wenn man Wasser brauchte.
Die Zuhörer Jesu kannten die Gefahr:
ein ruhiger Fluss konnte nach heftigen Regen-
fällen und Stürmen innerhalb von Stunden zu einem Ungeheuer werden, das alles in Ufernähe mitreißt, weil es dort im sandigen Boden keinen Halt hat.
Wir kennen das auch von den Sandburgen, die manche mit Begeisterung stundenlang am Meeresstrand bauen: eine einzige große Welle, und die ganze Pracht ist mit einem Schlag dahin…

Um die heutige Botschaft Jesu besser verstehen zu können, betrachten wir zuerst die erste Aussage des zweiteiligen Evangeliums: Jesus erklärt seinen Jüngern, dass es viele geben wird, die ausdrücklich in seinem Namen auftreten werden und dabei sogar Wundertaten vollbringen. Wenn sie dann aber eines Tages
vor Jesus stehen und ins Himmelreich wollen, wird er zu ihrem Schrecken antworten: „Ich kenne euch nicht. Weg von mir, ihr Übertreter des Gesetzes!“
Zuerst einmal sind wir irritiert: Da setzen sich Menschen doch tatkräftig für Jesu Botschaft ein und haben damit offensichtlich auch Erfolg. Und dann reagiert Jesus mit solch heftiger Kritik. Wer kann das bloß verstehen? Freut Jesus sich denn gar nicht über diese engagierten Leute?
Sie sprechen ihn doch auch ausdrücklich mit „Herr, Herr“ an und bestätigen damit seine Autorität als Gottes Sohn. Kann man denn noch mehr verlangen als solch einen Einsatz für das Reich Gottes, dazu noch ausdrücklich im Namen Jesu?
Wir kommen der Zurechtweisung durch Jesus auf die Spur, wenn wir genauer hinhören: Jesus nennt sie „Übertreter des Gesetzes“.
Das Gesetz, das diese Erfolgschristen, Erfolgsprediger und Wundertäter übertreten, ist also der Angelpunkt, an dem alles hängt.
Es geht dabei nicht um ein menschliches Gesetz, um irgendwelche Paragraphen und Verordnungen, die sie vielleicht übersehen hätten. Nein, Jesus sagt ihnen auf den Kopf zu, dass sie das Gesetz Gottes übertreten haben.
Dieses Gesetz besteht vor allem darin, alles aus Liebe zu Gott
und alles nach seinem Willen zu tun. Das beten wir ja auch im Vaterunser, wenn wir ausdrücklich erklären: Dein Wille geschehe…“
Man könnte den harten Vorwurf Jesu also so übersetzen:
Ja, ihr wart wirklich toll! Super habt ihr das gemacht, spitzenmäßige Predigten, viele Leute geheilt und Wunder gewirkt. Die Bewunderung und der Beifall aller Mitchristen sind euch damit sicher!
Aber seid doch mal ehrlich zu euch selbst: Um was ging es euch dabei wirklich?
War da nicht auch eine ganz große Portion Eitelkeit dabei?
Wart ihr nicht auch besonders stolz darauf, besser dazustehen als euer Amtskollege, euer Mitchrist?
In der heutigen Zeit könnte Jesus ergänzen: Schön, dass jede Woche etwas in der Zeitung stand über euch und eure Pfarrei! Aktionen hier und Aktionen da, hier ein Konzert, da ein Spektakel…
Jesus kann ganz schön brutal offen sein. Er ist nicht gegen den Erfolg, aber der darf nie zum Maßstab werden. - Seine Belehrung ist eindeutig: es gibt nur einen einzigen Maßstab für Christen, und der heißt allein so: In allem den Willen Gottes tun!
Es reicht eben nicht, möglichst laut „Herr, Herr“ zu rufen und so richtig toll zu sein. Der Vater im Himmel will nicht unsere Großtaten, sondern unser liebendes Herz und die Erwiderung seiner barm-
herzigen Liebe.
Jesus ist also gegen Falschspieler und gegen Fälscher.
Wir kennen das auch aus unserem Alltag: da wird oft genug Markenware imitiert und billig auf den Markt geschleust. Äußerlich sieht das vielleicht super aus, aber oft genug stimmt die Qualität nicht, und die Sicherheit kann auch in Gefahr sein, zum Beispiel bei nachgemachten Auto-Ersatzteilen. Was da alles passieren kann…!
Falschspieler haben also bei Jesus keine Chance. Darüber regt er sich so richtig auf. Wo Jesus draufsteht, da muss auch Jesus
drin sein!
Du kannst alle Wunder dieser Erde tun und das Weihwasser meinetwegen literweise trinken – es wird dir nichts helfen, wenn du dich bei deinem Tun nur des Namens Jesu bedienst. Du betreibst dann doch nur Etikettenschwindel!
Also frage bei deinem Handeln immer danach, was Gottes Wille ist, und nicht dein eigener Wille.
Da kann es dir allerdings schon passieren, dass dies nicht unbedingt das Gleiche ist.
Es kann sogar richtig unangenehm werden und weh tun:
Vielleicht ist Gott dein Riesenerfolg nicht wirklich sooo wichtig…
Vielleicht hat er sogar etwas ganz anderes mit dir vor?
Aber hast du ihn überhaupt danach gefragt?

Damit sind wir wieder bei der Sturmwarnung Jesu angelangt, beim zweiten Teil des heutigen Evangeliums. „Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute“, erklärt Jesus.
Jesus ist also unser Ratgeber. Er kennt unsere Versuchung, der Einfachheit halber auf Sand zu bauen. Es ist ja auch verlockend und bequemer. Und äußerlich sieht dieses Haus auch genauso schön und stabil aus wie eines, das auf Felsen gebaut wurde. Doch die ganze Herrlichkeit kann mit einem Schlag zerstört werden.
Jesus möchte nicht, dass uns das passiert. Er kritisiert nicht, um zu verletzen oder um zu kränken, sondern er kritisiert, um zu helfen,
um zu retten. Klar, im ersten Moment muss man schon schlucken, wenn man einen Tadel bekommt. Angenehm ist das nicht gerade. Und modern auch nicht. Heute soll man ja eigentlich nur loben und motivieren.
Damit hält Jesus sich aber nicht auf. Es geht ihm nicht darum, sich bei uns mit netten Sprüchen beliebt zu machen.
Ach, wie nett Jesus das wieder mal gesagt hat…!
Jesus weiß, dass die Stürme im Leben kommen werden. Manche Stürme und Fluten sind so mächtig, dass wir sie kaum ertragen können.
Der Bau-Experte Jesus drängt uns darum mit aller Eindringlichkeit: Baut bloß nicht auf Sand, setzt euer Leben nicht in den Sand!
Lasst euch nicht blenden vom schönen Schein und oberflächlichen Maßstäben wie z.B. Erfolg!
Baut euer Lebenshaus lieber so, wie ich es euch sage: Baut auf ganz festen Untergrund. Folgt dem Plan Gottes, denn darauf könnt ihr felsenfest bauen. Der Sturm wird kommen, die Bewährung wird kommen – plötzlich und unerwartet, so wie auch eure leibhaftige Begegnung mit dem lebendigen Gott.
Plötzlich unerwartet – so heißt es oft auch in den Todesanzeigen. Vielleicht hören wir da Jesus fragen: Wieso denn das?
Wieso denn plötzlich und unerwartet?
Ich habe es euch doch gesagt! Ihr seid doch nicht unerwartet,
im Gegenteil: ihr werdet erwartet, und wie…!

Exegetisch-theologischer Kommentar (pdf)
>> BITTE KLICKEN !
Lesehilfen des Kath. Bibelwerks (pdf)
>> BITTE KLICKEN !
Bauen auf Fels – wie geht das? (pdf)
>> BITTE KLICKEN !
P. Josef Nagiller: „… denn es war auf Fels gebaut“
>> BITTE KLICKEN !
Familiengottesdienst: „Auf diese Steine kannst du bauen“
>> BITTE KLICKEN !
Ideen von „Alles um die Kinderkirche“
>> BITTE KLICKEN !
GreifBar: Predigt über Mt 7,24-28 (pdf)
>> BITTE KLICKEN !
„Wie Halt entsteht“ – Kindergruppe/Kindergottesdienst (13 S. pdf)
>> BITTE KLICKEN !
Pastor Matthias Müller: „Festes Fundament – Pfusch am Bau“ (pdf)
>> BITTE KLICKEN !
Vorsicht vor gefälschten E-Mails aus dem Vatikan!
>> BITTE KLICKEN !

Tolerant: Der Arzt zu einem neuen Patienten: „Ich kann Ihr Leiden leider nicht genau feststellen; vermutlich ist der Alkohol daran schuld.“ - Patient: „Macht nichts, Herr Doktor, dann komme ich eben wieder, wenn Sie nüchtern sind!“

Freiwillige vor! - Eine Gruppe amerikanischer Soldaten ist anläßlich einer Übung in Deutschland. Einige der Soldaten sind katholisch und besuchen einen Gottesdienst, obwohl sie kein Wort verstehen. Ein Mann in der Reihe vor ihnen erhebt sich plötzlich, und so denken sie, der Gottesdienst sei zu Ende, stehen auf und wollen gehen.
Als sie alle die Bankreihe verlassen wollen, bricht die ganze Kirche jedoch in Gelächter aus. Die Soldaten fragen nachher den Englisch sprechenden Pfarrer, was das bloß zu bedeuten habe. Dieser antwortet: „Wir wollten eben mit einer Kindstaufe beginnen, und da habe ich den Vater schon mal gebeten, sich zu erheben.“


Hier können Sie diese Predigt selbst als pdf-Datei
downloaden >> BITTE KLICKEN !

... und hier geht's zurück zur Predigtgarten-Hauptseite
>> BITTE KLICKEN !


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Zur Zeit keine Kommentare möglich.

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.