06.08.2011

Warum sind Atheisten so aggressiv gegenüber Katholiken?

(Fortsetzung)
Über verschiedene derartige Aktivitäten in Deutschland habe
ich bereits berichtet, zuletzt über die lärmende Störung eines Schweigemarsches in Berlin, bei dem den Demonstranten weiße Kreuze entrissen und in die Spree geworfen wurden (siehe Linktipps).
Auch im Internet wird Stimmung gemacht, mit auffallend aggressiven Video-Botschaften z.B. gegen den Papstbesuch
in Berlin:

Schaut man etwas genauer hin, dann fällt auf, dass die weitaus überwiegende Mehrheit der aggressiven Gegner von Papst und Katholizismus junge Leute sind, häufig sogar Jugendliche. Da liegt der Verdacht nahe, dass dieses auffällige Verhalten auch etwas mit der Situation vieler Menschen in dieser Altersstufe zu tun haben könnte.
Aus der
Aggressions-
forschung wissen wir, dass Agressio-
nen häufig ein star-
ker psychischer Schmerz voraus-
geht (so der Neuro-
wissenschaftler Joachim Bauer), wie z.B. auch bei dem Atten-
täter in Norwegen. Wenn dafür anfällige Menschen tief gekränkt werden, entwickeln sie einen z.T. übermächtig werdenden Hass gegen Personen oder Institutionen, die sie für (Mit-)Verursacher ihres Leides halten.
Dies bestätigt auch eine Untersuchung des Neurologen und Psychotherapeuten Dr.Dr. Raphael M. Bonelli, der in der „Tagespost“ über das Phänomen des antireligiösen Affektes schrieb (siehe Linktipps). In der ansonsten „vaterlosen Gesell-
schaft“, in der vermeintlich jeder tun und lassen kann, was ihm gerade in den Sinn kommt, bleibt nur noch die katholische Kirche als Ziel für fast pubertären Widerstand. Diese zur Aggression neigenden Menschen finden es unerträglich, dass da eine Institution wie ein Fels in der Brandung steht und unermüdlich mahnt, dass es ein Irrtum und sogar Sünde ist, wenn sich das Geschöpf Mensch selbst zum Gott macht.
Die von der Kirche verkündeten Normen schmerzen solche Personen, weil ihnen damit abgesprochen wird, sich selbst und ihre Wünsche zum Maßstab zu machen (Papst Benedikt XVI.). Dass sich der Mensch dereinst vor Gott verantworten muss,
„das tut weh“ (Bonelli).
Von der Kirche fühlt man sich innerlich ertappt. Nicht nur die bösen Eltern, Lehrer, Arbeitgeber, Mitmenschen sind an meiner Situation schuld, sondern ich habe
es auch zum Teil selbst zu verantworten, wenn ich meine Arbeit oder meine Lehrstelle in den Sand gesetzt habe. Die Kirche spielt auch nicht mit bei der Strategie der „krampf-
haften Schmerzvermeidung“ (Bonelli) und der ständigen gegenseitigen Beweihräucherung („Du bist gut, ich bin gut, wir alle sind gut“). So wie früher ein energischer Vater Grenzen setzte, so tut dies im Empfinden vieler Atheisten jetzt nur noch die Kirche.
Das ist aber seelisch bedrohlich, denn damit verweigert die Kirche mir meine mühsam ausgedachte Opferrolle (Bonelli).
Da wird es natürlich erst recht unerträglich, wenn andere sogar für Gott und ihren Glauben demonstrieren. Das löst nicht nur Hass aus, sondern unterschwellig auch tiefen Neid und Eifer-
sucht (Bonelli) wegen der offensichtlichen Zufriedenheit der Katholiken, die man im eigenen Leben so schmerzlich vermisst.

Linktipps dazu:
- Kreuze in die Spree
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- Der „Tagespost“-Artikel als pdf
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Foto Kreuz World Trade Center/Ground Zero: Diether.
Lizenz >> http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ground_Zero_Cross_%C2%B405.jpg?uselang=de


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4 Kommentare:

Arminius hat gesagt…

Danke für den Tagespostartike!

F. M. hat gesagt…

Machen Sie sich keine Sorgen darüber, dass Atheisten gegenüber Katholiken so "aggressiv" sind. Wenn der Grossmufti der Al Azhar im Bundestag sprechen würde und so einen Millionenenmpfang vorgelegt bekommen würde, wären die Atheisten gegen den und seine Muslime genau so "aggressiv".

Weils hier mehr Katholiken als Muslime gibt, kriegen die hier auch mehr Aggression ab. Das ist andernorts druchaus anders. Schauen Sie sich mal die aggressiven Reden eines Pat Condell (youtube!) gegenüber den Muslimen an. Da werden Sie Ihre Freude dran haben; da bin ich mir sicher!

P.Gregor hat gesagt…

Habe mir Pat Condell gerade angesehen. Was für ein Dünnschiss! Da sagt er sehr erregt: "Gott ist mein Satan", "Religion ist Verdummung", "Glaube verschließt die Herzen" vor der Nächstenliebe, "Religion ist reizbar und intolerant". - Klar, sieht man ja auch auf den Videos vom Schweigemarsch der christlichen Lebensrechtler, wie diese sich selbst mit Trillerpfeifen stören, Kreuze gewaltsam entreißen, eine Bibel verbrennen, Leuten direkt ins Ohr schreien und ähnliches. Oder...?

Anonym hat gesagt…

Letztlich sind die Atheisten auch Gläubige, weil sie im Glauben leben, es gäbe keinen Gott. Wo in Deutschland protestieren die Atheisten lautstark gegen die Auswüchse des Islam?

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