15.12.2011

Es lebe das Pauschal-Urteil: Das Kreuz mit kreuz.net....?!

(Fortsetzung)

Dies trifft besonders auch auf manche Leserzuschriften bei „kreuz.net“ zu, bei denen mir nur noch der Begriff „Hetze“ einfällt. Meiner Meinung nach werden viel zu wenige davon von der Redaktion gelöscht.
Besonders schmerzlich empfinden dabei sicher viele Ange-
griffene die rechtliche Machtlosigkeit gegenüber überzogenen Äußerungen auf „kreuz.net“, denn die Seite wird wohl vom Ausland aus ins Internet gestellt, und dort hat das deutsche Gesetz eben seine Grenzen, wie bereits 2008 gerichtlich in einem Verfahren wegen Volksverhetzung entschieden wurde.
Doch natürlich be-
lassen die Gegner von „kreuz.net“ es nicht bei dieser schmerzlichen Erkenntnis. Insbesondere die so
oft in aggressivem Ton angegriffene Homo-
Szene und die Atheisten zeigen sich äußerst kampflustig.
Immer mal wieder blasen sie zu einem Großangriff auf „kreuz.net“. So gibt es auf einer speziellen Internetseite eine ganze Sammlung konkreter Tipps, wie man „kreuz.net“ das Leben schwer machen kann, z.B. durch allerlei Tricksereien mit Leserzuschriften. >> BITTE HIER KLICKEN !
Ansonsten wird „kreuz.net“ z.B. auf der Seite „kreuts.net – die Antwort“ kritisch beobachtet: >> BITTE KLICKEN !

Wer nun im einzelnen hinter „kreuz.net“ steckt, das weiß man auch nicht so genau. Laut eigenen Angaben handelt es sich um eine Gruppe von Katholiken, die hauptamtlich im Dienste der Kirche stehen. Und diese Gruppe ist ganz offensichtlich und oft sehr zum Leidwesen der Amtskirche erstaunlich gut über kirchliche Interna informiert. Täglich werden mindestens fünf neue Artikel veröffentlicht, die der konservativen bis funda-
mentalistischen Grundlinie entsprechen.
Der polemisch-verletzende Ton ist es, der vielen Lesern so unangenehm aufstößt. In der Sache hat „kreuz.net“ durchaus zuweilen weitgehend recht, wie z.B. in der Ablehnung der oft provokativen Zurschaustellung von homosexueller Lebensweise. Die Haltung der Kirche gegenüber der Homosexualität ist klar ablehnend und wurde vom Papst z.B. in seiner Ansprache vom 23.12.2008 bekräftigt: >> BITTE KLICKEN !
Dennoch hat der Christ, wie auch z.B. der Katholische Katechismus in Nr. 2358 erklärt, solchen Menschen mit „Achtung, Mitleid und Takt“ zu begegnen. Genau das ist für mich der Punkt: Wer wie „kreuz.net“ und viele Leserbriefschreiber kritikwürdige Verhaltensweisen beim Namen nennt, sollte dabei stets das Gebot der Nächstenliebe selbst nicht so auffallend vergessen. Christentum mit unchristlichen Methoden – bitte nicht!

Ein pauschaler Rundum-
schlag gegen „kreuz.net“ ist jedenfalls auch nicht angebracht. Wenn dort z.B. gegen die Verschande-
lung sakraler Räume gewettert wird, habe ich durchaus Verständnis. Dies und einiges andere bei den Modernisierern der Kirche empfinde auch ich wie viele andere Gläubige - vorsichtig ausgedrückt - als Zumutung. Das erklärt sicher auch zum Teil das enorme Interesse an „kreuz.net“, auch in katholischen Gremien und Amtsstuben. Über vieles mag man sich ärgern, aber oft ist es auch angebracht, dass einmal öffentlich der Finger in solche kirchliche Wunden gelegt wird.
Es ist immer bedenklich, wenn man zu pauschal urteilt. Mir selbst fällt z.B. anhand meiner Blog-Statistik auf, dass auch Besucher von „kreuz.net“ oft anschließend zu meinen Predigtgedanken hinüber klicken; weit mehr als etwa 1.000 Aufrufe wurden allein auf diese Weise schon für eine einzige Predigt erreicht. Und da meine Predigten ganz sicher nicht konservativ oder gar funda-
mentalistisch sind, sind es deren Leser wohl eher auch nicht, oder?

(Leicht gekürzte Bearbeitung meines früheren Artikels.)
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6 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Sie sind mal wieder dabei, sich bei einigen Leuten unbeliebt zu machen. Arbeiten Sie denn nicht im kirchlichen Dienst...?!

Der Predigtgärtner hat gesagt…

Nööö, ich bin unabhängig. Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich bin kein Fan von "kreuz.net", mag aber auch keine pauschale Verdammung.
Mit "kreuz.net" ist es vielleicht so, wie mit der "BILD"-Zeitung: Natürlich liest das keiner, aber fast alle wissen, was drin steht...
Wenn auffallend viele meiner Predigt-Leser vorher bei kreuz.net waren, heißt das für mich: Da sich vor allem engagierte Katholiken und Hauptamtliche für meine Texte interessieren, dürfte demzufolge auch "kreuz.net" von sehr vielen Priestern usw. gelesen werden.

Arminius hat gesagt…

Ich besuche diese Seiten schon seit langer Zeit nicht mehr. Die Beitrage dort erschienen mir einfach als zu lieblos, um es einmal freundlich zu formulieren.

Anonym hat gesagt…

Ich finde kreuz.net gut. Man lernt sehr gut, mit welchen aberwitzigen Argumenten die Schwerstreligiösen hantieren. Wenn dann solche Argumente in Gesprächen mit Freunden oder Bekannten auftauchen, hat man die richtige Antwort parat und kann die Taschenspielertricks leicht entlarven...Kreuz.net ist es zu verdanken, dass ich schon vielen Leuten, die auf billige, religiöse Argumentationen hereingefallen sind, die Augen öffnen konnte.

Kreuzotter hat gesagt…

Bin tief beeindruckt vom letzten Anonymus und seiner unbändigen Kraft, Gläubige umzuerziehen.- Ich bin auch auf billige religiöse Argumentationen "hereingefallen" und danke Gott täglich dafür.
Zum Predigtgarten-Leser wurde ich übrigens durch Hinweise in kreuz.net... - auch dafür Dank!

Herbert Schrumm hat gesagt…

Genau, im Dritten Reich war auch nicht alles schlecht, man denke an die Autobahnen... Es ist traurig, was da unter dem Deckmantel der katholischen Kirche an braunem Gedankengut brodelt. Zusammen mit kath.net sollte sich die katholische Kirche von diesen Hetzseiten deutlich distanzieren. Meisner hat das ja in Bezug auf kreuz.net schon getan.

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